2013 wird das letzte Jahr von Fan Gates auf Facebook. Endlich...hoffentlich! - Futurebiz.de

2013 wird das letzte Jahr von Fan Gates auf Facebook. Endlich…hoffentlich!

Wenn ich mir eine Sache für Facebook Kampagnen im Jahr 2013 wünschen könnte, dann wäre es der Verzicht auf Fan Gates. Dieses Mittel steht für eine Denkweise, die sich ausschließlich auf hohe Fanzahlen bezieht. Zweitens ist es nutzerunfreundlich ein Fan Gate einzusetzen und die Methodik vermittelt das Gefühl, dass Marken und Agenturen nicht glauben, dass die Kampagne und der eigene Content nicht dafür ausreichen, organischen Fanzuwachs zu generieren.

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Nutzer sollten nicht gezwungen werden Gefällt mir zu Klicken, um an einem Gewinnspiel teilnehmen zu können. Vergleichbar ist die Mechanik mit einer Webseite, die Nutzer zu erst auffordert den Newsletter zu abonnieren und anschließend muss der Besucher noch einen Fragebogen ausfüllen um an den Inhalt zu gelangen.

Mit der Einführung der Chronik wurden auch die Landing-Tabs entfernt. Das Geschrei war groß und man hatte das Gefühl, dass die Facebook Marketing Welt zusammenbrechen wird. Meiner Meinung nach hat Facebook bewusst diesen Weg eingeschlagen und nicht nur, um mehr Anzeigen zu verkaufen (Anzeigen-Target = Landing Tab), sondern auch um ein Signal an die Unternehmen zu schicken.

Mir wäre es am liebsten, wenn die Möglichkeit komplett entfernt werden würde. Das wäre ein klarer Schritt in Richtung organischer Reichweitenaufbau, der durch die Schaltung von Anzeigen verstärkt wird. Das Interesse eines Nutzers wird durch eine Anzeige geweckt und er ist sogar bereit auf den Link zu klicken. Was ihn jetzt erwartet ist aber keine weitere Information, oder gar eine Art Erlebnis, sondern eine weitere Aufforderung: „Klick Gefällt mir und nehme an XY teil“. Um die Nutzer vollkommen zu überfordern (und zu nerven) poppen diverse Share Dialoge und Friend Requests auf.

Wenn wir uns einmal die E-Commerce Brille aufsetzen, würde jeder von dem Fan Gate bzw. dem zusätzliche Klick abraten. Warum? Im Vordergrund steht ein unkomplizierter Verkaufs- und Registrierungsprozess. Auf Facebook muss es genau so sei.

Die Denkweise „Reichweite vor allem anderen“ ist überholt und speziell in sozialen Netzwerken müssen sich Unternehmen an den Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Nutzer orientieren. Auch ohne Fan Gate können Marken über Anzeigen Landing Tabs ansteuern. Sind Nutzer von der Kampagne, dem Tab und dem Content überzeugt und interessieren sich wirklich für die Marke, ist der Einsatz eines Fan Gates nicht nötig. Genau diese Nutzer wollen Unternehmen erreichen. Wenn es dann 50.000 statt 500.000 Fans sind, liegt der Unterschied bei einer fehlenden Null und hochwertigeren Fans. Was ist wohl für ein Unternehmen wichtiger?

Zur Weihnachtszeit war es mit den Fan Gates besonders schlimm. Der Einsatz von Adventskalendern hat gefühlt nochmals angezogen und viele der Apps die ich gesehen habe, waren mit einem Fan Gate versehen. Zu den ganzen Kampagnen gab es dann auch diverse Auswertungen, die besonders „erfolgreiche“ Marken lobten. Doch was macht den Erfolg auf Facebook aus? War mein Adventskalender erfolgreicher, weil ich 100.000 Fans generiert habe und mein Wettbewerber nur 10.000? Oder zählt vielleicht doch das Nutzererlebnis, welches Fans zu Kunden macht und bestehende Kunden dazu animiert sich eines meiner Produkte anzusehen und eventuell zu kaufen?

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Lediglich 5 % der Unternehmen sind mit den Ergebnissen ihrer Social Media Kampagnen (sehr) zufrieden. Das liegt nicht an misslungenem Reichweitenaufbau, sondern am Endergebnis bzw. am tatsächlichen Nutzen für die Marke.

Ich wünsche mir das Unternehmen Fan Gates mit mehr Bedacht, oder bestenfalls überhaupt nicht mehr einsetzen. Die Generierung von vielen Fans gehört nicht zu den wichtigen Zielen auf Facebook und wenn der Wettbewerber die Schiene fährt und enteilt ist, handelt es sich hierbei nur um eine Zahl. Wahrer Erfolg spiegelt sich in Resultaten wieder, die direkt auf den Unternehmenserfolg einzahlen. Ein hohe Anzahl an Fans, die sich nur für Gewinnspiele und nicht das Unternehmen interessieren, gehört nicht dazu.

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Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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