5 Jahre Facebook Apps. - Futurebiz.de

5 Jahre Facebook Apps – von statischen Inhalten, über Open Graph hin zum Ende der Tab Apps

Mit der Umstellung auf die Graph API 2.0 hat Facebook schon angedeutet wie die Zukunft von Facebook Kampagnen Apps aussehen wird. Mit der Version 2.1 setzt sich die Entwicklung fort. Viele Marketingverantwortliche und Agenturen interessieren sich nicht für die Facebook API. Aber wenn es dem geliebten Fan Gate an den Kragen geht, werden alle hellhörig.

Seit nun mehr sechs Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit der Facebook Plattform und haben jede Menge Facebook Apps entwickelt. Wenn man sich heute ein paar alte Apps ansieht, dann wird einem schnell klar, wie enorm sich Facebook entwickelt und verbessert hat. Ihr könnt euch bestimmt noch an die alte Breite von Facebook Tabs erinnern? Kann man sich heute nicht mehr angucken.

Viele Veränderungen von Facebook stoßen auf Kritik. Die Entwicklungen der Facebook Plattform waren aber in den meisten Fällen der richtige Schritt. Wir werfen einen Blick in die Vergangenheit und zeigen euch nochmals auf, welche Mechaniken früher angesagt waren und wie Unternehmen Facebook Apps für sich eingesetzt haben.

2009: Statische Inhalte – Werdet Fan und verpasst keine News und Coupons mehr!

Facebook Apps - Beispiel statischer Tab

Bereits im Jahr 2009 haben viele Unternehmen auf Facebook Apps gesetzt. Die größte Aktivität gab es jedoch in den USA und in Deutschland haben Unternehmen noch zögerlich agiert. Zu dieser Zeit waren statische Tabs mit Fan Gate der Renner. Funktionen hatten die Apps nicht. Es ging lediglich darum Nutzer darüber zu informieren, was die Seite für einen Mehrwert hat und warum es sich lohnt Fan zu werden. Inhaltlich ging es häufig in die gleiche Richtung: „Werdet Fan und erhaltet regelmäßig wichtige Infos und News, nehmt an Gewinnspielen Teil und sichert euch Rabatte.“ Wurden Nutzer Fan, hat sich das Unternehmen bedankt und der Tab hat seine Aufgabe erfüllt.

Vereinzelt findet man solche Tabs auch noch heute. Oft wurden sie aber einfach vergessen zu entfernen, denn so etwas möchte man nicht mehr auf seiner Facebook Seite haben. Auch wenn die Tabs so gut wie keine Nutzer sehen werden.

Zu dieser Zeit hatten Seitenbetreiber noch die Möglichkeit einen Landing Tab einzustellen und konnten Nutzer gezielt auf den Tab leiten. Heutzutage gibt es keine Landing Tabs mehr (über Facebook Anzeigen ist es noch möglich).

2010 – 2012: Der Gewinnspiel-Boom – Fans, Fans und noch mehr Fans

Facebook Apps - Das Problem mit iPhone Gewinnspielen

Eine simple Aufforderung Fan zu werden hat funktioniert, aber da der Reichweitenaufbau organisch entstanden ist, ging es vielen Unternehmen nicht schnell genug. Also mussten Nutzer durch einen zusätzlichen Anreiz gelockt werden. Facebook Gewinnspiele wurden immer beliebter und von Kunden immer häufiger angefragt. 2010 bis 2012 war auch die Hochphase von den iPhone und iPad Verlosungen. „Wir brauchen mehr Fans, also verlosen wir 10 mal das NEUE iPhone.“ Gemessen an den Fanzuwächsen haben diese Apps sehr gut funktioniert. Teilweise werden sie auch noch heute eingesetzt, aber die große Welle der iPhone Verlosungen ist zum Glück vorbei.

2010 haben Unternehmen dann auch angefangen die Möglichkeiten der Facebook Plattform zu erschließen und für sich einzusetzen. Freunde wurden in Apps integriert und die Vorstufe für „Social by Design“ wurde eingeläutet. Zu dieser Zeit entstand auch ein Boom um sogenannte App-Baukästen, die Unternehmen und Agenturen verschiedene Apps zur Verfügung gestellt haben. Wir haben uns zu dieser Zeit übrigens gegen unseren App-Baukasten entschieden und uns voll und ganz auf individuelle Apps konzentriert.

Schon damals gab es viele Stimmen, die sich gegen Gewinnspiele und iPhone Verlosungen ausgesprochen haben. Marketingmanager mussten aber Zahlen abliefern und das Verständnis für Facebook/Social Media Statistiken war noch nicht in dem Umfang vorhanden, wie es heute der Fall ist. Fans konnten am einfachsten ermittelt und als Erfolg berichtet werden. Wie die Fans entstanden sind hat eine untergeordnete Rolle gespielt.

Open Graph Aktionen und Meldungen kamen nur sehr selten zum Einsatz. Zumindest bei Facebook Kampagnen Apps. Unternehmen benötigen immer etwas mehr Zeit, um sich auf neue Möglichkeiten und Funktionen einzustellen. Man setzt lieber auf bewährte Methoden und wartet beim Einsatz neuer Features erst mal ab.

2013: Es gibt mehr als Fans

Facebook Apps - Stärkerer Fokus auf Facebook mobil

Mehr und mehr Unternehmen erkennen, dass Facebook Fans nicht für den Erfolg einer Facebook Seite entscheidend sind. Es geht noch weiter. Sie erkennen, dass ihre bisherigen Aktivitäten zwar zu vielen Fans geführt haben, aber die Qualität der Fans nicht hoch ist und die Interaktionen mit den eigenen Beiträgen ausbleiben. In 2013 wurden immer noch sehr viele Facebook Apps umgesetzt, aber wir konnten eine deutliche Veränderung zu den vorherigen Jahren feststellen. Anstatt Gewinnspiel nach Gewinnspiel zu veranstalten, haben sich Unternehmen mehr auf die eigenen Facebook Beiträge konzentriert. Wenn eine Facebook App umgesetzt wurde, dann spielten Thema wie Content und Open Graph Stories eine immer wichtigere Rolle und in ersten Ansätzen haben sich Unternehmen von kurzfristigen Reichweitenkampagnen verabschiedet. Hinzu kommt, dass die mobile Facebook Nutzung durch die Decke gegangen ist und es immer mehr Anzeigenformate gibt. Besonders News Feed Anzeigen konnten Unternehmen überzeugen.

Kampagnen haben sich technisch deutlich verbessert und auch die mobile Umsetzung hat deutlich an Gewicht gewonnen. Das Zusammenspiel zwischen Community Management, Facebook Anzeigen und Facebook Apps hat sich professionalisiert und Unternehmen und Agenturen haben festgestellt, dass die Qualität der Fans, der eigenen Inhalte und der Kampagnen entscheidend ist und nicht die generierten Fans. Natürlich gab es immer noch einige Unternehmen die sich Stur gestellt haben und einfach „so“ weitergemacht haben, aber die Anzahl hiervon hat sich deutlich reduziert. Unternehmen die sich auf Facebook etabliert hatten und über Erfahrung verfügten, wussten das Interaktionen eine viel wichtigere Metrik sind als Fans. Das hat sich sowohl in Facebook Apps als auch in Facebook Beiträgen widergespiegelt.

Der enorme Wachstum der Facebook Mobil Nutzung hat das Ende der Facebook Tabs eingeläutet. Was in 2012 schon vielen klar war, hat sich in 2013 bestätigt. Tab Apps wurden für Unternehmen immer unattraktiver und Facebook hat auch alles daran gesetzt, dass sich hieran nichts ändert. Im Gegenteil.

2014: Schwerer Stand für Facebook Apps und das Ende der Tab Apps

Facebook Apps - Das Ende der Tab Apps

Die diesjährige F8 und die aktuellen Änderungen an den Facebook Plattform Richtlinien scheinen nun endgültig das Ende der Tab Apps einzuläuten. Das Fan Gate war das einzige Feature von Tab Apps. Ohne Fan Gates wird der Sinn einer Tab App nochmals deutlich reduziert. Inhaltlich und konzeptionell hat schon lange vieles gegen Tab Apps gesprochen. Jetzt wurde mit dem Fan Gate auch noch das letzte Feature genommen. Es wird noch ein paar Monate dauern bis das endgültig bei allen angekommen ist. Die Anzahl der Chronik Gewinnspiele wird sich steigern. Das liegt nicht an den Möglichkeiten von Kampagnen mit Facebook Integration, sondern an der Herangehensweise. Facebook Apps wurden lange Zeit nur für den Fanaufbau eingesetzt. Diesen Zweck haben sie erfüllt, dafür waren sie aber nie gedacht. Zumindest nicht ausschließlich. Keine mobile Unterstützung, kaum Aufrafe auf der Seite und kein Fan Gate. Das sind die Hauptprobleme von Tab Apps und es spricht nicht mehr viel für deren Einsatz.

Facebook möchte, dass Fanaufbau über Anzeigen betrieben wird. Facebook Kampagnen, Mobile Apps und Webseiten mit Facebook Login haben einen anderen Sinn. Es geht um Inhalte, deren Verbreitung und personalisierte Nutzererlebnisse. Dem müssen sich Unternehmen und Agenturen bewusst werden und entsprechende Konzepte entwickeln und ihre Ziele anpassen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

  1. […] „Die Diskussionen um Facebook Tabs sind wichtig, aber stellen keine neue Entwicklung dar. Wie jeder Beitrag (auf Facebook), benötigen auch Facebook Apps den News Feed, um sich zu verbreiten. Entscheidend ist der Link zur App und nicht ob Tab, Canvas, oder Webseite. Facebook Apps benötigen keine Tabs. Sie brauchen Aufmerksamkeit im News Feed und hierfür gibt es jede Menge Möglichkeiten. Auch für die mobile Nutzung. Tabs sind am Ende. Facebook Apps/Apps mit Facebook Anbindung noch lange nicht.“ Jan Firsching, 11.08.2014, http://www.futurebiz.de […]

  2. […] (Marketing-)Apps – immerhin sind wir seit 2008 auf der Plattform aktiv (Jan Firsching hat die Chronologie der FB Plattform unlängst schön zusammen gefasst). Wie in meinem Talk auf der AllFacebook.de 03/2013 (“5 Ideen für die Zeit nach 
Tabs […]

  3. […] Firsching hat für Futurebiz eine Timeline zur Entwicklung der Facebook-Apps […]