Neustart oder Fehlstart? Alles neu bei Foursquare.

Neustart oder Fehlstart? Alles neu bei Foursquare.

Vor wenigen Tagen hat Foursquare sein Check-In Feature entfernt und alle Nutzer an seine zweite mobile App Swarm verwiesen. Jetzt versucht Foursquare den Schritt zu rechtfertigen und gibt einen detaillierten Einblick in die Zukunft von Foursquare.

Im offiziellen Foursquare Blog ist von einem „vollkommen neuen“ Foursquare die Rede. Neues Logo, neues, Design und neue Features. Foursquare führt einen Neustart durch und unser Gefühl verbessert sich hierbei leider nicht.

Das neue Foursquare - neues Logo und Fokus auf lokale Suche

Foursquare ist tot. Lang lebe Foursquare.

Ein Redesign ist das eine, aber eine so drastischer Kurswechsel ist schon eine Ausnahme. Auch die Art und Weise wie Foursquare die Neuausrichtung begründet, ist nicht überzeugend.

„The check-in story has dominated the brand and user experience.“ Dennis Crowley, CEO Foursquare via The Verge

Die Check-Ins waren die User Experience. Könnt ihr euch noch an Check-In Specials erinnern? Foursquare hat Unternehmen animiert ihre Filialen zu registrieren und Nutzer für Check-Ins zu belohnen. Sie haben also versucht die Funktion zu monetarisieren, die von den Nutzern am häufigsten verwendet wurde. Mit überschaubarem Erfolg. In Großstädten gab es immer wieder solche Specials. Wenige davon wurden aber aktualisiert und dementsprechend genutzt. Jetzt steht Foursquare vor einem Neuanfang. Die lokale Suche rückt in den Fokus und Personalisierungen von Suchergebnissen sollen einen Vorteil gegenüber anderen Anbietern bieten. Personalisierungen? Facebook hat seine lokale Suche personalisiert. Durch Bewertungen von Orten und durch Check-Ins. Google hat seine Suche personalisiert. Durch Bewertungen und durch die Anbindung zu Google+.

Check-Ins und eine lokale Suche arbeiten in meinen Augen Hand in Hand. Wenn ein Freund mehrfach in einem Restaurant eincheckt, dann ist das ein positives Signal.

Einerseits dominieren laut Foursquare die Check-Ins und reduzieren den Mehrwert der lokalen Suche und andererseits nutzt Foursquare alle bisherigen Check-Ins für die Personalisierungen. Ein wenig erinnert das neue Foursquare an Gogobot. Auch hier stehen Nutzerbewertungen und Informationen aus sozialen Netzwerken im Vordergrund und werden für Empfehlungen von Hotels, Urlaubsorten und Bars eingesetzt. Der Unterschied ist, dass Gogobot kein eigenes Check-In Feature verwendet, sondern von Anfang an auf Informationen von Facebook Foursquare und Co. gesetzt hat.

Foursquare hat schon länger davon gesprochen, dass Check-Ins nicht entscheidend sind, sondern Karten mit Gesichtern von Freunden. Sprich personalisierte Karten und Suchergebnisse.

Zwei Aufgaben für Foursquare

Für den Neustart stehen zwei wichtige Aufgaben bei Foursquare an. Bestehende Nutzer dürfen nicht verprellt werden, sie müssen im Idealfall auch Swarm nutzen und drittens aus weiteren Apps und Netzwerken (Instagram, Pinterest), Informationen an Foursquare senden. Zweitens muss Foursquare neue Nutzer überzeugen und eine wirkliche Alternative zu anderen Empfehlungsdiensten und lokalen Suchmaschinen bieten. Ich weiß nicht welche Aufgabe leichter ist. Wahrscheinlich keine.

Foursquare hat(te) ca. 50 Mio. Nutzer weltweit. Über 5 Mrd. Check-Ins wurden innerhalb von 5 Jahren generiert. Im Verhältnis dazu sind es aber nur 40 Mio. Tipps. Das zeigt nochmals den Wert der Check-Ins für Foursquare an. Da nur ein kleiner Teil der Nutzer Bewertungen verfasst, können Nutzer im neuen Foursqaure sogenannten Experten und Themen folgen. Ein kleiner Teil von Heavy-Usern soll die sozial-lokale Suche pushen und der Großteil der Nutzer soll hiervon profitieren. Foursquare spricht von einer sozialen Suche, entfernt aber gleichzeitig das wichtigste soziale Feature.

Viel Erfolg!

Auch bei Swam tut sich etwas

Das größte Problem von Swarm ist Foursquare selbst. Swarm ist jetzt nicht herausragend, aber eine solide App. Jedoch wird sie immer, oder zumindest noch für einige Zeit, im Schatten von Foursquare stehen. Laut dem offiziellen Foursquare Blog sind 75 % der Foursquare Nutzer zu Swarm gewechselt, beziehungsweise haben die App installiert. Installierte und genutzte Apps sind ein großer Unterschied. Dennoch für Foursquare sicher kein schlechter Wert.

Neue Features für Swarm

Swarm bekommt neue Features spendiert, so können Nutzer beispielsweise leichter auf Foursquare Tipps zugreifen. Merkt ihr etwas? Die Nutzer fordern auf Swarm ein Foursquare Feature, welches früher zum absoluten Standard gehört hat. „A very highly-requested feature“…

Zusätzlich soll es mehr Sticker geben und Check-Ins werden mit weiteren Ereignissen und Aktionen verbunden. Foursquare baut mit Swarm ein Foursquare nach, verzichtet aber auf Features, die von Nutzern gefordert werden, weil sie wieder Foursqaure nutzen möchten. Häh? Verstanden? Wir auch nicht.

Wir werden dem neuen Foursqaure definitiv eine Chance geben und uns die App ausführlich ansehen. Der Check-In hat Foursquare nicht zu dem Durchbruch verholfen, denn viele vielleicht noch vor drei Jahren erwartet haben. Der Hauptgrund hierfür ist für mich immer noch die Übernahme von Gowalla durch Facebook und die Entwicklung eines eigenen Check-In Features. Bei der lokalen Suche könnte es Foursquare genauso ergehen. Facebook hat hier noch viel Potenzial und steht erst am Anfang.

Das neue Foursquare soll in ein paar Wochen in den App Stores zum Download bereit stehen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

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