ARD testet den second screen zur Wahl - Futurebiz.de

ARD testet den second screen zur Wahl

Das Thema „Second Screen“ steckt in Deutschland noch in den Kinderfüßen.  Während in den USA die Nutzung von tablet oder smartphone parallel zum Fernsehen schon auf dem Vormarsch ist, sind die deutschen Gehversuche bisher eher noch im Nischenbereich anzusiedeln. Aber immerhin gehen von den Fernsehsender selbst Impulse aus, wie in 2012 schon mit dem Tatort oder die Berlin Tag & Nacht Mitmachapp von RTL 2.

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Nun hat die ARD zur Wahl mit der #wahlschau ein neues Format entwickelt und läßt die Zuschauer durch Kommentare sowie ein hangout mitdiskutieren. Die Teilnahme kann auch ohne login erfolgen. Hierzu setzt die ARD das Social-TV-Tool Flypsite ein. Die Sendezeiten sind am am 1.9., 8.9. und 15.9. von 18.45 bis 19.15 Uhr sowie am 22.9. um 20.15. Alle Sendungen auf tagesschau24.

Erstaunlich ist, dass die ARD bei diesem Ansatz offenbar ausschließlich auf Kommentare setzt. Das Risiko liegt darin, dass das Mitmachen durch ab einer gewissen Menge an Beiträgen unübersichtlich zu werden droht, auch wenn rankings nach „meistkommentiert“ etc. erstellt werden.

Bei einer politischen Livesendung wären auch Umfragen sinnvoll – auch wenn diese nicht den hohen Anforderungen an entsprechen können (Werte wären nicht repräsentativ). Aber eine Umfrage bietet analog dem alten „TED Prinzip“ ein einfaches Mitmachen ermöglichen und so sehr schnelle Ergebnisse zu den in der Sendung behandelten Themen ermöglichen. Aber wahrscheinlich ist die ARD im Denken und Handeln noch zu sehr an die etablierten Umfrageinstitute gebunden und hält die repräsentative Umfrage von dem second screen streng getrennt. Da würden wir uns noch etwas mehr Mut wünschen. Vielleicht für die nächste Bundestagswahl.

Geschäftsführer der Agentur BRANDPUNKT sowie Gründer / Autor von Futurebiz.
Brandpunkt ist eine Berliner Agentur für Digitale Markenführung & Social Media.

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