Curated Content - Inhalte sind da. Ihr müsst sie nur nutzen.

Curated Content & Social Media Hubs – Die Inhalte sind da. Ihr müsst sie nur nutzen.

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Unternehmen investieren immer mehr Zeit und Budget in die Erstellung von eigenen Inhalten. Beiträge für verschiedene soziale Netzwerke werden erstellt, Blogbeiträge verfasst, Landing Pages befüllt und Newsletter erstellt. Häufig werden dann die internen Ressourcen eng und die Qualität der erstellten Inhalte leidet. Dabei quillt das Netz vor Inhalte über. Inhalte die auch Unternehmen für sich einsetzen können und sollten – Curated Content.

Curated Content kann vielfältig eingesetzt werden. Für soziale Netzwerke, als Ergänzung für Newsletter, für Blogs, oder als eigenständige Webseite. Häufig ist dann die Rede von Social Media Hubs, Walls und Social Media Newsrooms. Dabei geht es um viel mehr als das Auslesen von Hashtags. Es geht um das thematische Sammeln und filtern von unternehmensrelevanten Inhalten und diese der eigenen Zielgruppe ansprechend zu präsentieren.

In vielen Fällen kommen Social Media Hubs bei Veranstaltungen und Kampagnen zum Einsatz und bieten somit nur kurzfristig Relevanz für interessierte Personen. Das ändert nichts an der Effektivität dieser Maßnahmen, soll aber zeigen, dass Curated Content auch langfristig Mehrwert bietet, beziehungsweise erst dann seine wahre Stärke ausspielt.

Wenn Unternehmen Social Media Monitoring betreiben, stoßen sie auf jede Menge Inhalte, die sich auf das eigene Unternehmen beziehen. Wir sollten uns dabei nicht nur auf die Anzahl von Erwähnungen, Tweets und Artikeln konzentrieren, sondern die Inhalte qualitativ bewerten und für uns einsetzen. Menschen sprechen über euer Unternehmen. Nutzt diese Situation für euch und stellt diese Inhalte zur Verfügung.

Eigene Inhalte durch Curated Content stärken

Curated Content kann zusätzlich zur Stärkung eurer eigenen Inhalte dienen. Ein Social Media Hub sollte nicht ausschließlich aus Curated Content bestehen, sondern als Ergänzung zu euren eigenen Inhalten dienen. Dabei könnt ihr eure Inhalte aus sozialen Netzwerken ausspielen, eigene Blog Beiträge anteasern und durch relevante externe Inhalte ergänzen. Es ist auch kein Problem, dass es mehr kuratierte als eigenen Inhalte in einem Social Media Hub gibt. Das ist der Normalfall.

Ein gutes Beispiel für einen Social Media Hub ist der Logistics Newsroom von DHL. Hier werden eigene und kuratierten Inhalte thematisch aufgeteilt und Besucher können durch zusätzliche Filter den Social Media Hub nach eigenen Wünschen gestalten. Würde DHL hier nur auf eigenen Content setzen, würde der Social Hub sehr schnell an seine Grenzen stoßen.

Social Media Hub - Newsroom DHL Logistics

Schaut nicht nur was über euch gesprochen wird, sondern nutzt diese Inhalte für euch und vor allem für eure eigenen Kanäle. Retweets von positiven Erwähnungen und Artikeln sind schon lange etabliert, für Webseiten und Blogs muss die gleiche Entwicklung eintreten. Wo wir meiner Meinung nach beim Hauptproblem sind. Es ist etwas anderes ob ein Unternehmen einen Retweet absetzt, oder einen externen Inhalt auf die eigene Webseite integriert.

Natürlich darf ein Social Media Hub nicht zu einer Sammlung von Pressemitteilungen und Lobeshymnen auf das eigenen Unternehmen avancieren. Wie bei der Erstellung von eigenen Inhalten geht es auch bei Curated Content und den Mehrwert für den Leser. Das ist auch der entscheidende Punkt bei der Identifikation der externen Inhalte. Themen geben den Curated Content vor und nicht positive Berichte und Artikel über das eigenen Unternehmen.

Auch kritische Beiträge sind guter Curated Content

Natürlich werden in einem Social Media Hub Inhalte nicht blind aufgenommen. Die externen Inhalte und Quellen müssen gefiltert und analysiert werden. Das heißt aber nicht, dass es keine kritischen Artikel zu einem Thema geben darf. Im Gegenteil. Je authentischer und vielfältiger über ein Thema berichtet wird, um so höher ist der Informationsgehalt für die Leser und um so glaubwürdiger wird das eigene Unternehmen. Kein Unternehmen wird eine Flut von negativen Inhalten auf der eigenen Webseite platzieren. Das ist klar. Unternehmen sollten aber über die Souveränität verfügen, auch kritischen Stimmen einen Platz im Social Media Hub zu bieten. Unternehmensrelevante Themen werden so umfangreicher kommuniziert und bieten auch mehr Möglichkeiten mit Lesern in Kontakt zu treten. „Ach sind wir toll“ möchte niemand auf Dauer lesen.

Viele Inhalte und viele Quellen

Wer sich für einen Socia Media Hub entscheidet, muss definieren, welche Quellen für den Curated Content eingesetzt werden. Soziale Netzwerke bieten häufig die meisten Inhalte, aber der Informationsgehalt lässt häufig zu wünschen übrig. Ich würde neben Inhalten von sozialen Netzwerken auch immer auf Blogs setzen. In der Regel sind die Inhalte hier ausführlicher aufbereitet und liefern Lesern einen größeren Mehrwert. Tweets und Instagram Fotos sind hingegen sehr gut dafür geeignet, einen Social Media Hub aufzulockern – inhaltlich und optisch. Sollen auch eigenen Inhalte Bestandteil des Social Media Hubs sein (und das sollten sie), gilt es eine Dopplung von Beiträgen zu vermeiden. Also wenn ein Blogartikel bereits in den Hub integriert ist, sollte der gleiche Inhalt nicht auch noch in Form eines Tweets und Facebook Posts angeteasert werden.

Curated Content ist ein wichtiger Bestandteil des Content Marketing und ein eigener Social Media Hub ist der ideale Ort, um die aggregierten Inhalte auszuspielen und gleichzeitig die eigenen Inhalte zu stärken.

Bildquelle Flickr: Fotograf – Ron Mader

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.