Das Sterben der Social Reader – Auf The Guardian folgt Stern.de

Im vergangenen Dezember hat The Guardian, einst Vorreiter bei Social Reader Apps, den Stecker gezogen und die Anwendung eingestellt. Heute hat Stern.de auf Facebook ebenfalls bekanntgegeben, dass die News-App eingestellt wird.

Die App war somit keine zehn Monate online. Die Begründung von Stern.de lautet, dass zwar viele Nutzer die Anwendung benutzt hätten, aber die gelesenen Artikel nicht via Frictionless Sharing ihren Freunden empfohlen haben. Eine Aussage die aus der Sichtweise von Stern.de logisch ist, aber nicht im Sinne der Nutzer ist.

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Noch im November kam der Social Reader auf über 10.000 monatlich aktive Nutzer. Dieser Nutzergruppe ist es jetzt nicht mehr möglich Nachrichten direkt auf Facebook zu lesen. Für uns hört sich die Begründung merkwürdig an und ist etwas ungeschickt formuliert. The Guardian hat es wesentlich geschickter kommuniziert. Hier ein Auszug:

“The Facebook app has given us access to a hard to reach audience and has helped us learn much more about our new and existing readership which, as a digital first organisation, is crucial [but] we have decided to switch our focus to creating more social participation for our users on our own core properties.” Quelle: gigaom

Eine App abzuschalten, weil die Nutzer nicht die Open Graph Aktionen veröffentlichen führt zu geteilten Reaktionen. Bei vielen Nutzern sind Social Reader verpönt, da sie sämtliche Inhalte in den eigenen Newsfeed publizieren. Andere Nutzer sehen dies als hilfreich an, da sie so auf neue Inhalte stoßen.

Auf Facebook dann den direkten Weg zu Stern.de zu kommunizieren, gibt das Problem nicht wieder. Was hat sich Stern von der App erhofft? Mehr Traffic für die eigene Webseite. Das scheint nicht funktioniert zu haben. Was funktioniert hat war, 10.000 monatliche Leser (teilweise auch mehr) zu gewinnen. The Guardian plant soziale Funktionen auf den eigenen Seiten auszubauen. Das muss auch Stern.de machen. Es gibt ein paar Social Plugins, mehr aber auch nicht.

Wir waren überrascht und erfreut, als der Stern vergangenes Jahr den Social Reader vorgestellt hat. Wir hoffen, dass die gesammelten Erfahrungen der letzten Monate dazu eingesetzt werden, den digitalen Auftritt zu verbessern.

Social Reader wurden bei der Vorstellung von Open Graph Apps gefeiert und vor allem The Guardian und der Washington Post Social Reader konnten schnell große Nutzerzahlen aufbauen. Momentan liegt die Washington Post bei über 700.000 monatlichen Nutzern. Im Februar vergangenen Jahres waren es noch 10 Mio. Nutzer. Es würde uns nicht wundern, wenn weitere Social Reader in der Zukunft eingestellt werden. Die Verlage dürfen dabei aber nicht vergessen, die Erkenntnisse zu verwenden und in den Ausbau und vor allem die Optimierung des digitalen Angebotes zu investieren.

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Jan Firsching

Autor bei Futurebiz und Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von digitalen und Social Media Konzepten.

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Kommentare

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