Der Facebook News Feed wird sich grundlegend verändern: Menschen vor Unternehmen - Futurebiz.de

Der Facebook News Feed wird sich grundlegend verändern: Menschen vor Unternehmen

Mark Zuckerberg News Feed Update 2018

Menschen vor Medien, Marken und Unternehmen.

So könnte man grob die Ankündigung von Mark Zuckerberg und Adam Mosseri zusammenfassen. Mark Zuckerberg hat in einem Facebook Beitrag mitgeteilt, dass Facebook sich wieder auf den Punkt konzentrieren möchte, mit dem sie gestartet sind. Die Vernetzung von Menschen und der Austausch untereinander.

Menschen vor Unternehmen im News Feed

So schreibt Zuckerberg:

„But recently we’ve gotten feedback from our community that public content — posts from businesses, brands and media — is crowding out the personal moments that lead us to connect more with each other.“

Das „recently“ verwirrt etwas, aber die Aussage ist prinzipiell richtig. Wenn Menschen im News Feed immer weniger persönliche Inhalte von der Familie und Freunden sehen, sinkt natürlich auch die Motivation eigene Inhalte zu veröffentlichen. Neben dem Austausch wird es Facebook vor allem um die Aktivität seiner Nutzer gehen.

Facebook soll wieder zu einem Netzwerk für persönliche Kommunikation werden und nicht nur für Gifs, Memes und kurzweilige Unterhaltung genutzt werden. Diese kurzweilige Unterhaltung hat Facebook aber selbst gefördert, in dem Inhalte dieser Art eine besonders hohe Sichtbarkeit im News Feed erhalten haben.

Große Auswirkungen für den Facebook News Feed

Die Ankündigung ist nicht mit anderen Updates für den News Feed Algorithmus vergleichbar. Bei vorherigen Meldungen hieß es meist, wenn eure Seite sich nicht falsch verhält, werdet ihr auch kaum etwas von den Updates bemerken.

Jetzt spricht Zuckerberg von einem „Mayor Change“.

„Based on this, we’re making a major change to how we build Facebook. I’m changing the goal I give our product teams from focusing on helping you find relevant content to helping you have more meaningful social interactions.“

Der Test mit dem getrennten Explore-Feed war ein erstes Signal. Facebook spricht nicht davon, diesen Test jetzt einfach umzusetzen. Aber wenn Beiträge von Facebook Seiten spürbar an Sichtbarkeit im News Feed verlieren, könnte das Ergebnis ähnlich aussehen. Bei dem Test wurden sämtliche Seitenbeiträge nur noch im Explore-Feed ausgespielt.

Im Facebook News Room schreibt Adam Mosseri:

„Because space in News Feed is limited, showing more posts from friends and family and updates that spark conversation means we’ll show less public content, including videos and other posts from publishers or businesses.“

Klare Ansage. Es werden weniger Videos und Fotos von Medienseiten und Unternehmen im News Feed ausgespielt.

 

So richtig überraschend kommt der Kurswechsel von Facebook nicht. Die Klarheit mit der Facebook vorgeht, sendet jedoch ein klares Signal. Facebook muss sich verändern und für Interaktionen, Dialog und hilfreiche Konversationen wieder relevant zu werden.

Facebook Gruppen sind hierfür ein Mittel. Die Verbindung von Facebook Seiten zu Facebook Gruppen geht aber teilweise in eine andere Richtung. Zumindest dann, wenn teilweise hochgelobte Gruppen nur das Ziel verfolgen, Produkte zu verkaufen. Das meint Zuckerberg sicher nicht.

Weitere Hinweise auf die Anpassung im News Feed waren diverse News Feeds, die von Facebook getestet wurden. Wir haben den Explore-Feed und erst kürzlich hat Facebook in den USA einen eigenen Feed für regionale Nachrichten eingeführt. Das Problem und die Herausforderung werden sein, Menschen dazu zu bewegen, diese Inhalte aktiv aufzurufen und sich nicht mehr von News Feed Inhalten berieseln zu lassen.

Auch die reduzierte Sichtbarkeit von Engagement Baiting im News Feed war ein deutliches Signal.

Die Änderungen hören sich erst einmal gut an und die Argumente treffen auf den aktuellen Zustand vom News Feed zu. Nur was passiert, wenn die Interaktionen und die Verweildauer nicht steigt und Menschen schon so daran gewöhnt sind, im News Feed bespaßt zu werden. Die private Kommunikation findet schon seit Jahren primär in Messaging Apps ab.

Eine weitere Frage ist, wie Unternehmen mit den Entwicklungen umgehen. Klar, Facebook Media ist in den meisten Fällen eine Grundvorraussetzung, aber wie gehen Unternehmen mit Gruppen und Personenmarken um. Oder, kommt jetzt die Stunde der Influencer und Markenbotschafter im News Feed, da hier persönliche Kommunikation im Vordergrund steht? Gut möglich und im Vergleich zu vielen Seiteninhalten sicher nicht die schlechteste Entwicklung, die durch die neue Fokussierung von Facebook eintreten könnte.

Zum Facebook News Room

Bildquelle CC BY-SA 4.0

Jan_Firsching_blogger_Social-MediaBerater_Futurebiz

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Schlechte und unpassende Werbung stört immer. Bietet Werbung einen Mehrwert und ist gut integriert, dann hat sie auch ihre Berechtigung. Wir sind da bei Dir und im Vergleich zu Facebook gibt es sicher noch viel mehr Plattformen, in denen Werbung „schlechter“ ausgewählt und integriert wird. Allerdings sind wir auch in einem Bereich unterwegs, in dem viel mit Inhalten gearbeitet wird. Das trifft nicht für alle Zielgruppen zu und wenn dann auch noch das Targeting schlampig aufgesetzt ist, dann fängt Werbung an zu stören.

    Viele Grüße, Jan

  2. Solange die Werbung nicht plump ist stört es mich in meinem Newsfeed nicht. Das bedeutet solange ich einen Mehrwert erhalte darf FB mir täglich Werbung anzeigen. Mich interessiert z. B. das Thema SEO, Social Media Marketing oder Startups… Wenn ich interssante Berichte darüber lesen kann und durch eine Anzeige darüber aufmerksam gemacht wurde ist das für mich ein Mehrwert.

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