Facebook Suggested Posts - Shell

Effekt von Facebook Suggested Posts am Beispiel von Shell – Viel Kritik trifft auf großes Wachstum

Mit „Suggested Posts“ können Marken Facebook Nutzer im Newsfeed auf aktuelle Beiträge aufmerksam machen. Anders als bei Gesponserten Meldungen und Promoted Posts, besteht aber keine Beziehung zum Nutzer. Sprich auch Freunde sind mit der beworbenen Seite nicht verbunden. Shell ist ein Unternehmen, das auf Suggested Posts setzt.

Ein Suggested Post stammt vom 29. Oktober 2012. Die Anzeige läuft schon mehrere Tage und rein von den Zahlen her, ist sie ein Erfolg. 14.470 Gefällt mir Klicks, 933 Shares und über 1.600 Kommentare hat der Beitrag bis jetzt erhalten. Ein weiterer Suggested Post vom 31. Oktober läuft noch „erfolgreicher“.

Wenn man sich die Kommentare aber mal genauer ansieht, fällt einem schnell auf, dass die Newsfeed-Anzeigen bei vielen Nutzern negative Reaktionen hervorrufen. Die Tatsache, dass Shell die Anzeigen schaltet verstärkt den Effekt nochmals, aber auch bei anderen Suggested Posts tritt diese Situation auf. Marken müssen damit rechnen und wir gehen davon aus, dass Shell die negativen Kommentare in Kauf nimmt. Auf die Reichweite im Newsfeed möchte Shell aber nicht verzichten. Die Frage die sich jetzt stellt ist, was verspricht sich Shell von der Kampagne?

Seit dem 19. September steigt der Fanzuwachs bei Shell an. Grund hierfür sind die Newsfeed-Anzeigen.

Bildquelle: Socialbakers

Shell hat ca. 400.000 neue Fans innerhalb von anderthalb Monaten dazugewonnen. Aktuell sprechen ca.110.000 Nutzer über die Seite. Positiv und negativ. Shell setzt seine Seite hauptsächlich zur Image-Pflege ein. Bei einigen Nutzern funktioniert es und bei einigen nicht.

Shell muss für sich selber bewerten, ob die Anzeigen diese Strategie unterstützen, oder ihr schaden. Mit Kritik und negativen Kommentaren muss ein Unternehmen wie Shell leben. Das lässt sich nicht verhindern. Doch wie sieht es für Facebook aus, wenn gerade solch ein Unternehmen aggressiv im Newsfeed Anzeigen schaltet?

Es gibt sicher Seiten die Facebook lieber wären. Wenn solch ein Produkt angeboten wird, muss Facebook damit rechnen, dass auch „Non-Love-Brands“ hiervon Gebrauch machen. Keine einfache Situation.

Das Beispiel von Shell zeigt, dass Anzeigen im Newsfeed funktionieren und zusätzliche Reichweite aufgebaut werden kann. 26.000 Fans kommen pro Tag dazu. Es zeigt aber auch, welche Probleme das Anzeigenformat mit sich bringt. Bei Shell ist es nicht einmal der Post an sich. Beim Aufbau wird hier vieles richtig gemacht und die Kombination von Text und Bild ist gelungen. Es handelt sich aber eben um Shell und nicht um Starbucks, oder Burberry.

Wenn Unternehmen Facebook Anzeigen schalten, führt kein Weg mehr am Newsfeed vorbei. Über die Wirkung und Folgen müssen sich die Verantwortlichen im Klaren sein. Nicht alle Reaktionen werden positiv ausfallen. Unserer Meinung nach agiert Shell zu aggressiv. Ein Suggested Post, innerhalb von einer Woche, hätte vollkommen ausgereicht.

Habt ihr schon Suggested Posts bei Euch im Newsfeed gesehen?

Jan Firsching

Autor bei Futurebiz und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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Kommentare

  1. […] Die “Suggested Posts” auf Facebook sind umstritten, weil sie Unternehmens-Botschaften auch Nutzern anzeigen, die nicht Fan der betreffenden Firma sind. Jan Firsching erläutert die Effekte am Beispiel Shell. Zum Beitrag: Facebooks Suggested Posts erklärt […]