Facebook Seiten können jetzt auch Facebook Gruppen beitreten. Aber sollten sie das auch? - Futurebiz.de

Facebook Seiten können jetzt auch Facebook Gruppen beitreten. Aber sollten sie das auch?

Foto von Perry Grone auf Unsplash

Nach der Bewegtbildoffensive von Facebook kam die Facebook Gruppen Offensive. Wer Mitglied in Facebook Gruppen ist und mit Inhalten interagiert wird festgestellt haben, dass die Sichtbarkeit von Gruppen im News Feed sehr hoch ist. Wer Admin einer Facebook Gruppe ist, wird dies bestätigen können.

Jetzt hat Facebook eine Funktion für Gruppen veröffentlicht, die mit Vorsicht zu genießen ist. Facebook Seiten können auch Mitglied von Gruppen werden. Eine gute Idee?

Alle Administratoren von Gruppen brauchen sich aber nicht automatisch durch Beitrittsanfragen von diversen Seiten klicken. Ob Facebook Seiten Gruppen beitreten können, kann in den Gruppeneinstellungen festgelegt werden. Ob ihr die Funktion aktiviert, sollten Administratoren genau überlegen.

Gleiches gilt für Facebook Seiten, die in für sie relevante Gruppen eintreten möchten.

Nur wer Facebook Gruppen versteht, sollte mit einer Facebook Seite beitreten

Der Dialog in Facebook Gruppen ist persönlich. Es geht um Austausch, die Beantwortung von Fragen und die Bereitstellung von persönlichen Erfahrungen und Tipps. Facebook Gruppen sind so erfolgreich, weil sie persönlich sind. Menschen diskutieren mit Menschen und so entstehen die Meaningful Interactions, die für den News Feed und Facebook so wichtig sind.

Natürlich ist es verlockend, mit seiner Facebook Unternehmensseite schnell in viele reichweitenstarke und zielgruppenrelevante Gruppen einzutreten. Habt ihr das mit eurer Facebook Seite vor, dann verdeutlicht euch nochmals die Unterschiede zwischen Facebook Seiten und Facebook Gruppen.

Eigenwerbung ist in vielen Facebook Gruppen ein Thema. Wenn das eure Motivation ist, dann sind Facebook Gruppen nicht das richtige für euch und vor allem keine Gruppen, die nicht von euch betreut werden. 

Hinzu kommt, ob es die richtige Wahl ist, als Unternehmen zu agieren oder nicht besser mit dem persönlichen Facebook Account? Viele scheuen sich davor, oder möchten nich mit ihrem „privaten“ Profil im Namen eines Unternehmens sprechen. Facebook Gruppen haben aber schon oft gezeigt, dass genau dies die richtige Vorgehensweise ist.

Austausch im Namen des Unternehmens findet auf Facebook Seiten statt und nicht in Gruppen. Zumindest bis jetzt.

Auf den News Feed und Messenger folgen Facebook Gruppen

Aus der Sicht von Facebook liegt der Schritt nahe. Menschen haben sich an Marken und Unternehmen auf Facebook gewöhnt und die gleiche Entwicklung sehen wir in Messaging Apps. Auch Messaging Apps sind sehr persönliche Kanäle, in denen immer mehr Unternehmen aktiv werden. Sie unterscheiden sich aber nochmals zu einer Facebook Gruppe. Oder könntet ihr euch einen WhatsApp Gruppenchat mit euren Freunden, weiteren Personen und ein paar Unternehmen vorstellen?

Facebook Gruppen - Beitrittsanfragen Facebook Seiten

Für Admins ist wichtig, dass die Einstellung per Default aktiv ist. Wenn ihr nicht möchtet, dass Seiten Beitrittsanfragen stellen, dann müsst ihr dies in den Gruppeneinstellungen deaktivieren.

Wie in Messaging Apps hängt es davon ab, wie Unternehmen agieren und kommunizieren. Dafür ist das Verständnis für den Kanal Facebook Gruppen entscheidend. Ein direkter Vergleich zu Twitter ist nicht möglich. Es werden bei dem Thema wieder Fragen aufkommen, die wir von Twitter kennen. Sollen Mitarbeiter mit Kürzeln arbeiten? Wenn ja, warum entscheidet man sich dann nicht direkt für sein privates Profil, bei dem der Arbeitgeber hinterlegt ist?

Wie sollen Mitarbeiter von Agenturen agieren, die das Community Management von Facebook Seiten betreiben? Geben sie sich als Dienstleister zu erkennen? In vielen Fällen ist das nicht vorstellbar. 

Gier nach Reichweite ist die falsche Motivation

Natürlich gibt es Fälle, in denen es von Vorteil sein kann, direkt als Unternehmen in Gruppen zu interagieren. Beispielsweise wenn über das eigene Unternehmen diskutiert wird. Eine Facebook Seite kann schneller zugeordnet werden als ein persönliches Facebook Profil. Wenn als Antwort dann aber die Community Management Standardantworten kommen, ist eine Facebook Gruppe der falsche Ort (sind Standardantworten generell).

Was mit ziemlich großer Sicherheit passieren wird, ist das Unternehmen versuchen werden über externe Gruppen Reichweiten im News Feed aufzubauen. Wer in externe Gruppen eintreten möchte, sollte dies dann aber auch für die eigenen Gruppen erlauben.

Oder möchte man etwa nur von anderen Gruppen profitieren und anderen Unternehmen, ja eventuell Wettbewerbern, nicht die gleiche Option bieten? Wenn man sich diese Frage stellt, hat man Facebook Gruppen nicht verstanden. Gleiches gilt für die umgekehrte Fragestellung: Möchte ich durch meine Gruppe anderen Facebook Seiten die Chance geben, mehr Sichtbarkeit im News Feed zu bekommen?

Gleiche Regeln für Facebook Seiten und persönliche Profile

Wir betreiben eine Social Media Jobs Gruppe auf Facebook. Die Gruppe hat aktuell über 6.700 Mitglieder. Bei einer Gruppe dieser Art fällt die Entscheidung natürlich leichter und deswegen lassen wir vorerst Beitrittsanfragen von Seiten zu. In dieser Gruppe gehen wir auch nicht von Problemen aus. Für alle Seiten die beitreten, gelten aber die gleichen Regeln wie für alle anderen Mitglieder und das sollte in jeder Gruppe so sein.

Wie denkt ihr über Beitrittsanfragen von Facebook Seiten? Lasst ihr diese für eure Gruppen zu? Wollt ihr mit Seiten in Gruppen überhaupt diskutieren?

Jan_Firsching_blogger_Social-MediaBerater_Futurebiz

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.