Facebook Marketing im Jahr 2011: Wie denkt ihr mittlerweile über Fan-Gates?

Sowohl Nutzer, als auch Unternehmen sind mittlerweile vertrauter und besser informiert über Facebook und die Möglichkeiten die es für das Marketing bietet. Vor einiger Zeit hatten wir schon mal das Thema aufgegriffen: Wann ein Fan-Gate Sinn macht und wann es vielleicht sogar schadet.

Gestern hat sich der Social Media Examiner ebenfalls diesem Thema gewidmet und in einem lesenswerten Artikel aufbereitet. Hat sich an eurer Einstellung zu diesem Punkt etwas geändert und welche Auswirkungen haben die letzten Änderungen der Facebook Plattform?

Im Grundprinzip hat sich nichts geändert. Fangates sind nach wie vor einsetzbar und die meisten Unternehmen greifen auch hierauf zurück. Oft leider ohne dabei zu beachten welche App oder Kampagne dahinter steckt. Geht es um kleinere Promotions oder Coupons, macht das Fangate in meinen Augen nach wie vor Sinn und sollte eingesetzt werden. Hier ist ein einzelner Nutzer aktiv und die Hürde diesen zu einem “Gefällt mir” Klick zu bewegen ist wesentlich niedriger, als bei Facebook Apps die auf Interaktionen und Aktionen von verschiedenen Freunden untereinander basieren.

Ein anderes Beispiel sind Applikationen bei denen es Produkttests oder Bewertungen von Produkte und ähnlichem geht. Was ist hier das Ziel der Unternehmen? Möglichst viele bzw. gute Kunden zu finden, die sich mit den eigenen Produkten beschäftigen und eventuell darüber berichten, oder die Anzahl der Likes zu steigern? Doch sicher die erste Variante.

Problem ist, dass viele Marken Apps aus der falschen Motivation heraus planen und umsetzen. Die Reichweite auf Facebook ist sicher ein wichtiges und entscheidendes Argument, doch Fans, die von sich aus “Gefällt mir” Klicken, sind wesentlich mehr Wert, als Fans die über den Zwang eines “Klicke Gefällt mir um ….” kommen.

Ist der Nutzer mit der App zufrieden, fühlt sich unterhalten, oder sieht einen Mehrwert für sich oder seine Freunde, wird er nach der Verwendung auch Gefällt mir klicken und dies ganz von alleine.

Problematisch ist mit Sicherheit auch die Verknüpfung von Friend Requests und Fangates. Nutzer XY bekommt eine Anwendungsanfrage, fühlt sich angesprochen und nimmt diese an. Wenn jetzt noch ein Fangate für ihn vorgeschaltet ist, kann sich sein Interesse sehr schnell wieder in Luft auflösen. Der Nutzer müsste drei Schritte durchführen, um überhaupt erst einmal in der tatsächlichen Applikation zu landen. Wie hoch die Abbruchquote ist, kann man sich denken.

Es gibt auch Apps, die Nutzer belohnen, wenn sie auf mehreren Seiten “Gefällt mir” Klicken. Ein aktuelles Beispiel kommt von Payback Deutschland und DM. Hier findet man einen Hinweis, der eine Belohnung/Vorteil verspricht, wenn die Nutzer Fans von beiden Seiten sind. Zusätzliche Reichweite können die Seiten so eventuell aufbauen, aber die Qualität der Fans und die persönliche Verbindung zu den Marken dürfte nicht sehr groß sein.

Wie Brian Solis von der Altimeter Group berichtet, kommen 50 % der Nutzer nach ihrem “Gefällt mir” Klick nicht mehr zurück auf die Facebook Seite. Ein Großteil dieser 50 % wurde wahrscheinlich über Gewinnspiele und Applikationen mit unnötigen Fangates gewonnen.

Unternehmen sollten die Entwicklung ihrer Fanzahlen genau beobachten und diese mit Interaktionen und der Anzahl aktiver Nutzer vergleichen. Steigt die Fanzahl und die Interaktion sinkt, hat man schon einen ersten Eindruck über die Nutzer, die sich mit der Seite verbunden haben.

Facebook hat das Fangate für Kommentare und Gefällt mir Klicks bei Postings von Seiten schon eliminiert (es wäre sicher interessant wie Unternehmen reagieren würden, wenn dies auch für Apps umgesetzt wird). Auch hier war von vielen Seiten zu hören, dass dies eine schlechte Entscheidung von Facebook sei und man nun keine neuen Fans mehr gewinnen könne. Grundlegend hat sich aber nichts verändert bzw. die Situation von Seiten hat sich in meinen Augen sogar verbessert. Jeder Facebook Nutzer kann nun in den Dialog mit einem Unternehmen kommen, heißt mehr Interaktion auf der Pinnwand der Seite. Findet der Nutzer die Inhalte und die Reaktion der Marke gut, wird er sich auch eigenständig mit der Seite verbinden.

Wie bei Apps ist die Qualität entscheidend. Gute konzipierte und umgesetzte Apps bringen neuen Fans und guter Content ebenfalls und ohne Fangate ist auch die Qualität der Fans dementsprechend.

Wir werden hier eine kleine Artikelserie starten und unsere Meinungen und Meinungen der Szene, zu stark diskutierten Themen, von früher mit heute vergleichen und ergänzen.

Kommentare

  1. [...] Wir werden hier eine kleine Artikelserie starten und unsere Meinungen und Meinungen der Szene, zu stark diskutierten Themen, von früher mit heute vergleichen und ergänzen. Facebook Marketing im Jahr 2011: Wie denkt ihr mittlerweile über Fan-Gates? [...]