Facebook Listen - Newsfeed & EdgeRank

Facebook Listen: Darstellung im Newsfeed & Auswirkungen auf den EdgeRank

Noch immer sieht man täglich Meldungen von Seiten, die ihre Fans animieren eine zusätzliche Liste zu erstellen, um ja keinen Beitrag zu verpassen. Thomas hat sich hierzu schon geäußert und es auf den Punkt gebracht. Doch wie funktionieren Listen, welche Beiträge erscheinen im Newsfeed und wie unterscheidet sich die Nutzung zu einer Gefällt mir Angabe?

Prinzipiell kann man sagen, je mehr Inhalte sich in einer Liste befinden, um so niedriger ist die Wahrscheinlichkeit direkt im Newsfeed zu erscheinen. Facebook stellt nie sämtliche Beiträge einer Liste im Newsfeed dar, sondern wählt anhand verschiedener Kriterien die Beiträge aus (meistens 2).


So sieht eine Meldung von der Liste Tech News aus. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass ein Abo kein Garant dafür ist, dass Facebook Beiträge im Newsfeed anzeigt. Der Beitrag verweist auf 199 Posts von insgesamt 69 Quellen. Manchmal sind es auch zwei Beiträge von ein und derselben Seite. Folgende Kriterien scheinen die Darstellung zu beeinflussen:

  • Zeitpunkt der Veröffentlichung (meist zwischen Sieben und Neun Stunden in der Vergangenheit
  • Höhere Bewertung vom geteilten Beiträgen
  • Anzahl von Gefällt mir Klicks
  • Anzahl von Kommentaren
  • Zeitpunkt zu dem sich Nutzer auf Facebook einloggen

Das sind alles variable Werte. Jeder Nutzer hat seinen eigenen Newsfeed und zusätzlich ändert sich dieser von Zeit zu Zeit. Eine Aufforderung an seine Fans sorgt dafür, dass die eigene Seite häufiger in eine Liste aufgenommen wird, aber nicht automatisch für Sichtbarkeit im Newsfeed.

Haben User eine Liste abonniert und ist gleichzeitig Fan der Seite, kann es eventuell zu einer Dopplung im Newsfeed kommen. Heißt die Meldung wird einmal als regulärer Post angezeigt und als Inhalt einer Liste.

Der Beitrag der momentan auf Seiten die Runde macht, müsste somit lauten: „Klickt Gefällt mir nicht mehr und abonniert stattdessen unsere Seite“. Würde in dieser Form natürlich nie veröffentlicht werden.

EdgeRank-Optimierung durch Listen

Wenn Nutzer Fans und Abonnenten sind, ist das durchaus eine Möglichkeit den EdgeRank zu verbessern. Das passiert nur dann, wenn der Nutzer über die Liste mit den Inhalten interagiert und im Newsfeed passiert das nicht in dem Ausmaß, wie es sich viele Seitenbetreiber versprechen. Es häufen sich Stimmen, die besagen, dass Facebook vorgibt, welche Inhalte im Feed erscheinen und welche nicht. Zu einem gewissen Teil ist das Wahr, es wird aber vergessen, dass jeder Nutzer die Inhalte in seinem Feed beeinflussen kann. Hierfür muss einfach ein wenig Zeit investiert werden. Nicht jeder Nutzer denkt gleich und Facebook kann es nicht allen Recht machen. Mir persönlich ist ein Filter lieber, da ich mit vielen Seiten verbunden bin. Ist man mit den dargestellten Meldungen nicht zufrieden, müssen Nutzer aktiv werden und Facebook sagen, welche Inhalte sie sehen möchten. Zeitaufwendig, aber lohnenswert.

Facebook Listen sind Feed-Reader

Grundsätzlich muss zwischen Listen und Beiträgen im Newsfeed unterschieden werden. Für Listen dient der Newsfeed als eine Art Benachrichtigung für neue Meldungen. Nutzer die sich intensiv mit Listen beschäftigen wollen nicht zufällig im Newsfeed auf Meldungen von den abonnierten Seiten stoßen. Sie informieren sich gezielt über bestimmte Themen. So hat jede Liste ihren eigenen Newsfeed in chronologischer Reihenfolge. Über eine Gefällt mir Angabe können Fans zu jedem Zeitpunkt angesprochen werden. Inhalte von Listen müssen von den Abonnenten aktiv konsumiert werden. Heißt die Nutzer müssen die veröffentlichten Inhalte eigenständig aufrufen. Ein Vorgang, der gegen das Newsfeed-Prinzip spricht, Nutzern aber viele Vorteile bietet. Jedoch nur für Themen mit großem persönlichem Interesse.

Für die EdgeRank-Optimierung sind sie bedingt geeignet, sie haben aber auch ein anderes Ziel. Nutzern wird eine Möglichkeit geboten, Inhalte zu Interessen zu sammeln und gebündelt zu konsumieren. Anders als im Newsfeed müssen Nutzer hierfür selber aktiv werden. In dem sie einerseits eine eigene Liste erstellen (oder eine bestehende abonnieren) und zweitens gezielt den Feed der Liste aufrufen.

Facebook Listen eignen sich hervorragend für regelmäßige Updates zu bestimmten Themengebieten. Sie funktionieren aber anders als der Newsfeed und das muss Unternehmen und Nutzern bewusst sein.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

  1. Totterturm » Blog Archive » Facebook – Der EdgeRank, die Reichweite und das Märchen von den guten Inhalten sagt:

    […] – und es interessiert sie auch nicht. Dementsprechend wird sie auch der Hinweis darauf, sich Listen anzulegen, nicht interessieren.  Verlierer sind jetzt schon, die kleinen Seiten von gemeinnützigen Organisationen, […]

  2. […] den Edge Rank und erhöht nicht automatisch die Sichtbarkeit der Fanpage für die User. In einem Beitrag von Jan Firsching auf Futurebiz wird diese Problematik weiter […]

  3. […] berichten, dass man Listen erstellen soll, damit man die Beiträge wieder sieht. Dies ist jedoch nur bedingt der Fall, denn sobald mehrere Seiten in einer Liste sind, bringt es nichts mehr. Die Anpassung des EdgeRanks […]

  4. […] von Facebook in sogenannte Interessenlisten stecken, um dem entgegenzuwirken. Das hat aber keine Auswirkungen auf den allgemeinen Nachrichtenstrom “Neuigkeiten”, sondern dient dazu, die Updates der Seite bewusst in einem eigenen Nachrichtenstrom über die […]