Facebook Marketing 2011: Weg vom Fan & App-Nutzersammeln - Futurebiz.de

Facebook Marketing 2011: Weg vom Fan & App-Nutzersammeln

Facebook hat sowohl die Statistiken für Seiten, als auch für Applikationen überarbeitet. Ein wichtiges Signal geht hier vor allem an Unternehmen, die nur darauf aus sind Fans zu sammeln bzw. hohe MAU-Zahlen ( monthly active users) zu haben.

Mit der Einführung von “Personen die darüber sprechen” haben Facebook Seiten eine zusätzliche Statistik erhalten, die für alle Nutzer einsehbar ist. Wie die Anzahl der Fans, finden Nutzer diese Information in der linken Spalte auf jeder Facebook Seite. Zwar sagt die Statistik nicht genau das aus, was man von der Bezeichnung her vermuten würde, aber sie ist ein Indikator dafür, wie viele Nutzer sich tatsächlich mit der Seite auseinandersetzen und interagieren.

Wenn man beispielsweise eine Unternehmensseite mit 50.000 Fans hat und nur “100 Personen darüber sprechen”, bedeutet dies, dass die veröffentlichen Postings auf nicht wirklich großen Anklang bei den Nutzern stoßen. Wenn die Anzahl der Fans ein Indikator für den Erfolg einer Seite darstellen soll, was mit Sicherheit nur bedingt richtig und aussagekräftig ist, dann ist es “Personen die darüber sprechen” auch.

Von manchen PR-Agenturen wird eine geringe Fanzahl als “schlechte PR” eingestuft. Für den Nutzer spielt es, denke ich, keine Rolle. Wenn er sich für ein Unternehmen interessiert, dann werden die Nutzer “Gefällt mir” klicken, unabhängig davon, ob die Seite 500 oder 5.000 Fans hat.

Ähnlich sieht es auch für Applikationen aus. Die Zahl der “monatlich aktiven Nutzer” hatte nur einen sehr subjektiven Aussagewert und lieferte keine wirklichen Infos darüber, wie viel tatsächlich die Applikation installiert haben. Auch hier schlägt Facebook jetzt einen anderen Weg ein und bereinigt die Statistik um Nutzer, die beispielsweise eine App-Seite geöffnet, aber nicht benutzt haben. In die MAUs ist jede Nutzeraktion eingeflossen.

Für App-Entwickler stellt dieser Schritt kein Problem dar. Zwar werden die Zahlen sinken bzw. die Zahl der Nutzer wird nicht mehr so hoch sein, doch man kann jetzt sofort erkennen wie viele User die App auch wirklich verwenden, oder zumindest installiert haben.

Unternehmen müssen sich jetzt also nicht nur mit anderen Statistiken auseinandersetzen, sondern sie sehen auch klarer, wie erfolgreich ihre Facebook Seite läuft (unabhängig von der Anzahl der Fans) und wie ihre Apps ankommen.

Ein klares Signal von Facebook, dass die Aufmerksamkeit weg von der Anzahl an “Gefällt mir” Klicks hinzu tatsächlichen Interaktionen mit der Marke führen will. Unternehmen müssen sich auch bewusst sein, dass in der Statistik “Personen sprechen darüber” auch Nutzer dabei sind, die kein Fan sind. Alle Nutzer können Beiträge Kommentieren und weiterleiten und all diese Aktionen werden auch erfasst und in der Statistik mit ausgegeben.

“Personen sprechen darüber” wird aber nicht nur von der Qualität der Posts bzw. der ganzen Präsenz auf Facebook beeinflusst, sondern auch von der Frequenz, mit der Beiträge publiziert werden. Verfügt ein Unternehmen über gute Inhalte, veröffentlicht aber nur zwei Beiträge pro Woche, ist es wahrscheinlich, das ein niedrigerer Wert erreicht wird, als bei einem Unternehmen, dass täglich Posts publiziert – auch wenn diese im Durchschnitt weniger Interaktionen aufweisen.

Die neuen Statistiken sind der richtige Schritt, dennoch sollten Unternehmen bei der Auswertung dieser Zahlen genau hinsehen und speziell wenn man Vergleiche zu anderen Seiten herstellt, auch die Anzahl der veröffentlichten Beiträge nicht außer acht lassen.

Wir werden hier eine kleine Artikelserie starten und unsere Meinungen und Meinungen der Szene, zu stark diskutierten Themen, von früher mit heute vergleichen und ergänzen.

  • Facebook Marketing im Jahr 2011: Facebook als einzige Login Möglichkeit auf Webseiten?
  • Facebook Marketing im Jahr 2011: Wie denkt ihr mittlerweile über Fan-Gates?
Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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