Keine Facebook Müdigkeit

Facebook Müdigkeit? Keine Spur. 39 % nutzen Facebook immer öfter

Sei es der Börsengang, die Einführung von Promoted Posts, oder die stetigen Privatsphärediskussionen. Im Wochenrhythmus wird über den Untergang von Facebook spekuliert. Begründet werden die Spekulationen meist mit inaktiven Nutzern und belanglosen Inhalten im Newsfeed.

Die Aussagen basieren auf Vermutungen und können relativ leicht widerlegt werden. Beispielsweise bei den angeblich sinkenden Nutzerzahlen. Eine Aussage, die einfach nicht stimmt.

Geht es nach The Social Habbit trifft das gleiche auch für inaktive Nutzer zu. In einer Studie wurden Nutzer gefragt, ob sie Facebook momentan häufiger, seltener, oder genau so oft verwenden, wie in der Vergangenheit. Von Facebook Müdigkeit kann man in den Ergebnissen nichts erkennen.

  • 39 % nutzen Facebook häufiger
  • 46 % gleich viel
  • 15 % seltener

Nur Instagram kommt auf bessere Werte. Für viele Nutzer ist Instagram noch neu und somit entsteht automatisch größeres Interesse und Nutzer wollen das Foto-Netzwerk genauer erforschen und kennenlernen.

Nutzer sind auf Facebook aktiv, nur äußert sich die Aktivität nicht immer durch eigene Beiträge, oder Interaktionen. Es gibt jede Menge Aktionen die im verborgenen Ablaufen. Das Aufrufen eines Fotos, das Abspielen eines Videos und der Klick auf einen Link. All das sind Nutzeraktivitäten. Zwar führen sich nicht zu Meldungen im Newsfeed, dennoch sind die Nutzer aktiv auf Facebook unterwegs.

Bei der Betrachtung der Aktivität darf man nie die verschiedenen Nutzertypen außen vor lassen. Es gibt Nutzer die sehr aktiv sind, Open Graph Apps verwenden und mit vielen Beiträgen interagieren. Andere veröffentlichen nur ab und an einen eigenen Beitrag und verfolgen passiv, was ihre Freunde und Lieblingsmarken gerade zu berichten haben.

Eine weitere Aussage war, dass vor allem jüngere Nutzer das Interesse an Facebook verlieren. Eine aktuelle Studie von Piper Jaffray besagt genau das Gegenteil und Facebook ist für Teenager nach wie vor die erste Adresse im Netz. (vor Twitter und Instagram)

Facebook hat Fehler eingeräumt und beispielsweise Frictionless Sharing und Open Graph Applikationen optimiert. Nötige Schritte für eine erfolgreiche Zukunft. Vielen Nutzern registrieren die Änderungen überhaupt nicht und hinterfragen sie auch nicht so kritisch wie wir und alle anderen die Facebook auch beruflich verwenden. Änderungen fallen nicht auf (Smileys in den Kommentaren natürlich schon) und ein „normaler“ Nutzer hat einen ganz anderen Bezug zu Facebook. Für sie ist Facebook der Ort um sich mit Freunden auszutauschen und daran hat sich nichts geändert. Alternativen? Nicht wirklich.

Bei 85 % der Befragten hat sich die Facebook Nutzung nicht verändert, oder ist angestiegen. Wie die Plattform, verändert sich auch das Verhalten der Nutzer. Immer mehr Inhalte erscheinen in den Feeds und es wird um die Aufmerksamkeit der Nutzer gekämpft. Natürlich sind nicht alle mit der Entwicklung zufrieden und speziell bei Promoted Posts gab es schon mehrfach negative Reaktionen. Man kann Facebook nicht alleine die Schuld dafür geben. Auch Marken müssen sich hinterfragen und überlegen, wie neue Features eingesetzt werden. Diese Probleme sind aktuell und betreffen nahezu alle Nutzer. Der Untergang von Facebook und Facebook Müdigkeit entsteht hierdurch jedoch nicht.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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  2. Pingback: Keine Facebook Müdigkeit | Futurebiz.de – Facebook & Social Media Marketing | marcinkorecki

  3. Lieber Jan, ganz herzlichen Dank für deinen Artikel! Diese Info kann ich aktuell supergut für meine Schulungen gebrauchen. Da haben mir etwas die Argumente gefehlt. Jetzt habe ich wieder welche!

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