Facebook Nutzerbeiträge hervorheben - Viel Aufregung um nichts

Facebook Nutzerbeiträge hervorheben – Viel Aufregung um nichts

Jetzt ist es soweit. Wer möchte, kann ein privates Status Update für ein paar Euro „hervorheben“ und dafür sorgen, dass möglichst alle Freunde den Beitrag auch zusehen bekommen.

Wie bei Promoted Posts von Seiten, bekommen Nutzer die organische und bezahlte Reichweite ihres Beitrages angezeigt. Das Hervorheben bezieht sich nur auf den Newsfeed und hat mit den Profilen der Freunde nichts zu tun. Es wird keinerlei Posting auf der Chronik von Freunden veröffentlicht. Hervorgehobene Beiträge gelten für den Newsfeed und anders als bei Promoted Posts von Seiten, erscheint der Beitrag nicht mehr an oberster Stelle, sobald ihr ihn einmal gesehen habt.Die Reaktionen auf die Funktion hören sich aber so an, als hätte Facebook seine Seele dem Teufel  (den Investoren) verkauft. Sachlich betrachtet, ändert sich für die Nutzer aber so gut wie überhaupt nichts. Wenn ein Freund eine Wohnung sucht (in Großstädten wie Berlin nicht immer die leichteste Aufgabe) und den Beitrag hierfür hervorhebt, ist das vollkommen in Ordnung. Warum sollte es hierauf negative Reaktionen geben? Selbst ohne EdgeRank wäre die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer alle Beiträge von ihren Freunden im Newsfeed sehen äußerst gering.

Wie oft habt ihr euren Newsfeed schon mehrere Minutenlang nach unten durchgescrollt? Wie oft macht ihr das auf Twitter und Google+? Selten und so ist es nicht verwunderlich, dass einige Beiträge von Nutzern nicht gesehen werden. Wie bei Seiten müssten Nutzer aktiv auf das jeweilige Profil gehen und sich die Chronik genau ansehen. Das macht man vielleicht bei neuen Freunden und Seiten mit denen eine Verbindung hergestellt wurde, aber es ist mit Sicherheit kein normales Nutzerverhalten.

Interessant ist auch wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit diesen Themen in Deutschland und den USA geführt werden. Feed-Algorithmen und Aggregatoren werden in den USA häufig positiv erwähnt und die Relevanz der Meldungen steht im Vordergrund. Bei uns hingegen geht es darum, dass Informationen vorenthalten werden. Natürlich gibt es unterschiedliche Nutzertypen, aber was soll es für Facebook denn bedeuten, wenn auf keinen Beitrag eines Freundes (oder eine Seite) innerhalb von 12 Monaten reagiert wird? Wenn die Beiträge angeblich so wichtig sind, dann würde/müsste auch eine Reaktion erfolgen. Das ist das Prinzip von Facebook, sozialen Netzwerken und dem EdgeRank – Interaktion als Basis von relevanten Inhalten.

Ein ganz anderes und viel entscheidenderes Problem ist Werbung im Newsfeed. Alexander von All Facebook Stats hat hierzu einen lesenswerten Artikel geschrieben. EdgeRank hin oder her, der Newsfeed ist keine Werbefläche. Oder besser gesagt, eine Werbefläche die Nutzern nur schwer kommuniziert werden kann. Meiner Auffassung nach sind hier Promoted Posts von Unternehmen das Problem und nicht hervorgehobene Beiträge von Freunden. Wenn man auf Facebook mit Hinz und Kunz befreundet ist und hervorgehobene Beiträge für „private Werbung“ verwendet werden, ist man selber daran Schuld und sollte die Facebook Freundschaft mit diesen Nutzern beenden. Bewirbt ein Freund eine Veranstaltung, dann soll er es machen, wir werden es überleben. und wenn der Beitrag interessant ist, dann spielt auch keine Rolle, ob er hervorgehoben wurde.

Glaubt man den Umfragen und Kommentaren, wird die Funktion sowieso nur selten eingesetzt werden.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

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  3. „Natürlich gibt es unterschiedliche Nutzertypen, aber was soll es für Facebook denn bedeuten, wenn auf keinen Beitrag eines Freundes (oder eine Seite) innerhalb von 12 Monaten reagiert wird?“

    Das ist mir reichlich egal – wenn ich keine Rückmeldung via „Like“ gebe heisst das noch lange nicht, dass mich das nicht interessiert hat. Vor allem da ich mittlerweile dazu übergegangen bin die für mich interessanten Seiten und Leute in Listen zu bündeln – da scrolle ich mich schon regelmässig durch, aber man sieht jeden einzelnen „Like“, und da es einige Nutzer gibt, sie eben alles „Liken“ von dem sie weiter etwas wissen wollen (das Ausgangsproblem) wird diese Variante immer aufwändiger. Facebook hat gefälligst nicht mitreinzuwurschteln, wie ich mir mein Leseverhalten gestalten möchte, vor allem wenn das Procedere so undurchsichtig ist. Da akzeptiere ich lieber Werbung, ganz ehrlich.

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