Facebook Open Graph Apps: Wichtige Inhalte stärken, weniger interessante reduzieren - Futurebiz.de

Facebook Open Graph Apps: Wichtige Inhalte stärken, weniger interessante reduzieren

Jede Applikation, oder Webseite, die über eine Open Graph Anbindung verfügt, kann Nutzeraktionen automatisch (Frictionless) im Newsfeed der Nutzer veröffentlichen. Einige Nutzer verwenden diese Funktionen sehr intensiv und andere fühlen sich durch die Vielzahl der Meldungen gestört.

Facebook möchte nun beide Nutzergruppen glücklich machen und gleichzeitig die Attraktivität von Open Graph Anbindungen für Entwickler und Unternehmen stärken. „Explicit Sharing“ nennt sich das Ganze.

Häufig gibt es in Open Graph Apps verschiedene Aktionen, die von Nutzern ausgeführt werden kennen. Für Facebook hat aber nicht jede Aktion den gleichen Stellenwert und somit muss es auch einen Unterschied in der Präsentation der Inhalte im Newsfeed geben. Am Beispiel von Pinterest wird das Ganze deutlicher.

Pinterest hat unter anderem diese Open Graph Aktionen in sein App integriert:

  • Veröffentlichung eines neuen Pins
  • Gefällt mir Klick für Pins von anderen Nutzern
  • Erstellung von neuen Boards
  • Folgen von anderen Nutzern

Ein neuen Pin wäre beispielsweise ein „Explicit Share“, der prominenter im Newsfeed präsentiert wird, als „Gefällt mir Klicks“ für andere Fotos (Implicit Sharing).  Inhalte die via „Explicit Share“ veröffentlicht werden, erscheinen als eigenständige Meldung im Newsfeed. Sie werden also nicht aggregiert und mit anderen Nutzeraktionen zusammen ausgegeben.

„It is appropriate to use explicit sharing in cases where the user is making a conscious decision to share their experience back to Facebook in real time. It represents something they would’ve entered or uploaded into the Facebook composer for sharing.“

Facebook legt Entwicklern nahe, sich in die Nutzer hineinzuversetzen. Welche Inhalte würde ein Nutzer auch auf Facebook manuell teilen? Erfüllt eine Aktion diese Frage, dann soll Explicit Sharing eingesetzt werden, ist es nicht der Fall, dann greifen Aggregationen für die veröffentlichten Inhalte.

Für Open Graph Apps ist das ein entscheidender Faktor, der den Aufbau der Applikation beeinflusst. Mit der Integration der Like und Follow-Funktionen konnten weitere Aktionen hinzugefügt werden, diese Fallen aber all in die Kategorie der „Implicit Shares“.  Erstmal kein Problem, aber jeder Entwickler sollte ein Feature in seine Anwendung eingebaut haben, welche die Kriterien eines „Explicit Share“ erfüllt.

Frictionless Sharing wird hiermit von Facebook zum zweiten mal optimiert. Vor einigen Wochen wurde eine Zeitkomponente eingeführt, die vorgibt, dass Nutzer beispielsweise einen Artikel für eine bestimmte Zeit „lesen“ müssen, bevor eine Meldung hierüber auf Facebook publiziert wird. Jetzt fügt Facebook ein weiteres Kriterium ein. Meiner Meinung nach werden Open Graph Apps hierdurch nicht geschwächt, sondern Unternehmen dazu animiert, Inhalte mit einem größeren Mehrwert in die Anwendung zu integrieren.

Nutzer die sich durch solche Meldungen gestört gefühlt haben, profitieren gleichzeitig, da viele Aktionen nun dezenter und gebündelter im Newsfeed erscheinen.

Die Zukunft der Plattform wird aber nach wie vor von Frictionless Sharing geprägt sein. Das bestätigt auch Heiko Helbig von Facebook gegenüber Netzwertig. Ähnlich wie bei einem Unternehmen, ist auch Facebook ständig damit beschäftigt sein eigenes Produkt zu optimieren und an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. Automatisches Teilen wird nicht nur auf Facebook ein großes Thema bleiben. Auch andere neue Tools und Dienste werden sich dieser Technik bedienen, Entweder unmittelbar über Facebook, oder mit eigenen Technologien.

Eine ausführliche Beschreibung zur Integration von Explicit Shares findet ihr in der Facebook Doku.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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