Facebook Reactions sind Interaktionen. Nicht mehr & nicht weniger.

Facebook Reactions sind Interaktionen. Nicht mehr & nicht weniger.

Facebook Reactions Gif

Welche Aussage haben die neuen Facebook Reactions? Facebook hat Reactions weltweit veröffentlicht und sofort nach der Ankündigung ging es bei der Berichterstattung drunter und drüber. Was bedeuten Reactions für Unternehmen? Haben Reactions Auswirkungen auf die Reichweite? Werden Reactions unterschiedlich bewertet?

All diese Fragen zeigen, wie unterschiedlich Reactions interpretiert werden. Reactions beziehen sich auf die Meinungen von Menschen zu veröffentlichten Facebook Inhalten. Ganz wichtig. Facebook Reactions beziehen sich immer nur auf Beiträge und stellen keine Meinung zu Unternehmen dar. Aus diesem Grund werden sie auch von Facebook nicht unterschiedlich bewertet. Ein „Love“ ist nicht wertvoller als ein „Angry“. Ein „Wow“ wird von Facebook nicht anders interpretiert als ein „Like“.

Facebook Reactions - Auswirkungen und Verständnis

Bildquelle: Geoff Teehan – Medium

Anfangs müssen sich Unternehmen und Community Manager an die neuen Reactions gewöhnen, ohne diese falsch zu interpretieren. Ein Beispiel. Wir veröffentlichen einen Artikel mit dem Titel: „Facebook Videos können nur noch in Kombination mit Anzeigen veröffentlicht werden.“ Klickt man hier Gefällt mir? Wahrscheinlich nicht. Dank der neuen Facebook Reactions können Menschen jetzt mit Angry reagieren. Die Reaktion ist aber nicht mit negativem Feedback, wie dem verbergen von Beiträgen im News Feed, vergleichbar. Sie stellt die Meinung der Facebook Nutzer dar, ohne dabei einen Bezug zum Absender darzustellen. Zumindest in den meisten Fällen. Würde Facebook den Beitrag veröffentlichen, wäre ein direkter Bezug der Reaktion zu Facebook vorhanden.

Facebook Reactions beenden auch endlich die Gefällt mir = mein Beileid Posts. Beiträge dieser Art sind zwar mittlerweile etabliert und nahezu normal, haben aber immer einen faden Beigeschmack. Facebook Reactions lösen dieses Problem.

Einzelne Facebook Reactions auswerten und analysieren?

Unternehmen und Community Managern stehen jetzt deutlich umfangreichere Statistiken für veröffentlichte Beiträge zur Verfügung. Das heißt aber nicht, dass in Reportings alle Reactions analysiert werden müssen. Nach wie vor ist entscheidend, wie viele Menschen mit einem Inhalt interagieren. Die bekannten eingebundenen Nutzer. Facebook Reactions ändern an der Kennzahl nichts, sie geben Menschen nur mehrerer Optionen mit Inhalten zu interagieren.

Facebook Reactions könnten dazu führen, dass Interaktionen mit Inhalten steigern. Einfach weil das teilweise unpassende „Gefällt mir“ durch zusätzliche Interaktionsmöglichkeiten erweitert wird. Geoff Teehan (Facebook Product Designer) hat einen lesenswerten Artikel zu Facebook Reactions auf Medium veröffentlicht – Reactions: Not everything in life is Likable.

„People had told us that they’d like more ways to express themselves on Facebook. About a year ago, Mark brought together a team of people to start thinking seriously about how to make the Like button more expressive. We were excited to start this process — It’s not every day you get the chance to work on such an important piece of a company’s product.“

 

Reactions: Not everything in life is Likable

Reactions sollen verdeutlichen, wie Menschen auf bestimmte Inhalte reagieren. Zu jedem Beitrag werden die drei am häufigsten verwendeten Facebook Reactions angezeigt. Das kann die Interaktionen beeinflussen, besonders bei kontroversen Themen. Dennoch ist jede Reaction nur eine Interaktion. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es wird einige Zeit vergehen, bis man beurteilen kann, welchen Einfluss Facebook Reactions auf die Interaktionen und somit auch die Reichweite haben.

Wir sind uns alle bewusst, dass Likes nicht ausschließlich entscheidend sind. Wir haben Klicks, Views, Shares, Kommentare und je nach Anzeigenziel viele weitere KPIs. Was für Gefällt mir Klicks gilt, trifft auch auf Facebook Reactions zu. Das sollten wir bei der Anfangseuphorie nicht vergessen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.