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Facebook Seite vs. Webseite

Nachdem bei einem Vortrag auf der Cebit Webciety (Slides hier) erneut die Frage aufkam, ob eine Fanseite eine Webseite ersetzen kann wollen wir zu diesem beliebten Thema etwas breiter ausholen. Unsere These dazu sei gleich vorangestellt: Eine Fanseite kann und wird nie eine Webseite ersetzen (von Ausnahmen wie vielleicht einem Musiker einmal abgesehen). Fanseite und Webseite stehen nebeneinander mit ihren jeweiligen Funktionen:

Die Webseite eines Unternehmens ist der Ort, um nach Information suchende Nutzer zu versorgen: Mit Informationen zu Unternehmen, Produkten, Leistungen etc. Der Nutzer wird diese Seite – evtl. auch über einen link auf einer Fanpage – annavigieren, wenn er eine Information sucht.

Die Fanpage eines Unternehmens ist dagegen ein Ort der Kommunikation: Zwischen Unternehmen und Nutzer wie auch zwischen Nutzern untereinander. Die chronologische Sortierung der Inhalte auf der Pinnwand gibt hier den Ausschlag dafür, dass eine Fanseite nicht als Informationsangebot eingesetzt werden kann und sollte; denn die Fanpage gibt mit der Möglichkeit einen Inhalt in den Newsfeed der Fans zu posten vor allem die Möglichkeit der Interaktion und ist damit ein (interaktiver) Pushkanal.

Verwirrung schaffen aber nun die über Apps bestehenden Möglichkeiten, statische Inhalte in eine Fanpage zu integrieren, wie zum Beispiel eine Produktübersicht:



Verwirrung deshalb weil damit schnell der Wunsch entsteht, die Inhalte der Webseite (Produktinformation) in die Fanseite zu duplizieren. Dies macht aber nur Sinn, wenn dies auch funktional gedacht wird und den Besonderheiten der Plattform Facebook gerecht wird: Der Interaktion. Wird es etwa bei einer Modemarke noch dem Interesse des Fans entsprechen, mit seinen (Facebook) Freunden über das Produkt zu sprechen, ist dies bei einer Zahnbürste schon fraglich. Hier ist daher jeweils die Frage zu stellen (und zu beantworten), welcher Mehrwert für die Fans entsteht.

Schädlich ist eine Produktapp allerdings auch nicht, da sie von den Fans im Regelfall ignoriert werden wird. Dies wird durch das neue Layout der Fanseiten noch deutlicher, weil die App keinen Reiter mehr hat, sondern nur noch links gelistet wird. Damit wird die App von sich aus so gut wie keine Reichweite erzielen. Reichweite kann und muss die App entweder durch Anzeigen, externe links oder durch die Kommunikation mit den Fans erhalten. In der Kommunikation mit den Fans ist die App zu inszenieren, d.h. es sind Teaser zu setzen, die die Fans auf die App führen und diese dort zur Interaktion mit den eigenen Freunden motivieren. Und dann kommt eine der Stärken der App zum Tragen, dass via App der jeweilige Fan in den Newsfeed einer Freunde posten kann und so (virale) Reichweite entsteht. Dies wird aber nur funktionieren, wenn der Inhalt der App entsprechend ausgestaltet ist und eben nicht nur aus Produktinformationen besteht – von Mode und Autos einmal abgesehen.

Im Ergebnis stehen Webseite und Fanseite daher nebeneinander, können und sollten aber miteinander vernetzt werden: Die Reichweite der Webseite kann Fans generieren; umgekehrt kann die Fanseite auch Reichweite für die Webseite aufbauen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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  2. Hier stellt sich nicht die Frage des „Entweder, oder…“. Wie bereits im Artikel geschrieben steht, ist die Verknüpfung beider Seiten sinnvoll und sollten sich nach Möglichkeit ergänzen. Wer nur auf die Fanpage setzt sollte berücksichtigen was passiert, wenn von heute auf morgen kein Facebook mehr existiert! Dann doch besser auf die Unternehmens-Webseite setzen. =)

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