German Angst: Wenn die Angst vor den Nutzern das Social Media Marketing beeinflusst - Futurebiz.de

German Angst: Wenn die Angst vor den Nutzern das Social Media Marketing beeinflusst

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Marken agieren in sozialen Netzwerken öffentlich und dementsprechend sind auch das Feedback bzw. die Interaktionen der Nutzer mit der Marke öffentlich. Nach wie vor wissen einige Unternehmen nicht, wie sie hiermit umgehen sollen und sind mit den unmittelbaren Reaktionen überfordert.

Teilweise wirkt es so, als ob die Unternehmen Angst vor den Nutzern hätten und das bei jedem veröffentlichten Beitrag, schon der Gedanke an einen Shitstorm vorherrscht. Ähnlich ist es bei Kampagnen in sozialen Netzwerken. Alle Unternehmen wünschen sich immer, dass ihre Fans/Follower eigenen Content kreieren, der im Zusammenhang mit der Marke oder einem Produkt steht.
Doch wenn es dann an die Konzeption und Umsetzung solcher Aktionen geht, ist das Wichtigste, dass die Nutzer ja nicht zu viel Freiraum bekommen, denn es könnte ja auch etwas negatives oder unanständiges veröffentlicht werden.

Plant man einen simplen Foto-Contest auf Facebook, denken alle Unternehmen an Otto und Pril und die Angst vor den Nutzern ist sofort da. Sicher gibt es einige Beispiele, bei denen die Nutzer einen Wettbewerb nach ihren Vorstellungen umgekrempelt haben, aber so läuft es in sozialen Netzwerken nun einmal ab und solche Reaktionen wie bei diesen beiden Foto-Wettbewerben sind auch nicht der Regelfall.

Unternehmen malen sich bei der Konzeption die verschiedensten Szenarien aus, bei denen etwas schief laufen kann. Die Planung und Abwägung von Chancen und Risiken sit wichtig, doch wenn eine Kampagne anschließend so gekürzt und umgewandelt wird, dass Interaktionen nicht mehr statt finden können, schaden sich die Marken mit diesen Vorsichtsmaßnahmen.

„Es darf ja nichts passieren“ ist in sozialen Netzwerken sehr schwer zu planen und wenn mal ein paar Nutzer aus der Reihe fallen und Inhalte veröffentlichen, die wirklich gegen den guten Geschmack verstoßen, dann kann man diese Nutzer auch einzeln entfernen.

Unternehmen sollten nicht von Beginn an ihre Applikationen und Anwendungen limitieren, nur um damit auf Nummer sicher zugehen.

Agieren Marken ängstlich schadet dies der Kreativität und dem Potenzial einer Kampagne. Fast bei jeder Aktion in einem sozialen Netzwerk kann es negative Reaktionen von den Fans geben. Unternehmen dürfen sich von diesen möglichen negativen Reaktionen aber nicht ausbremsen lassen, sondern benötigen einen Plan, wie auf solche Reaktionen und Beiträge reagiert werden soll.

Nutzer müssen die Chance haben mit einer Marke zu interagieren und ihre eigene Kreativität bei verschiedenen Wettbewerben und Test-Aktionen ausleben. Gibt man ihnen diese Chance, kommen auch die besten Ergebnisse heraus und nicht eine Social Media Kampagne auf Sparflamme.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es sind ja alle „frei“, genau darum kann man ja zukünftige Ereignisse nicht beeinflussen. Und ein hartnäckiger „Cyber-Terrorist“ reicht aus um 1000 positive User zu überstimmen. Liegt wahrscheinlich in der Natur des Menschen. Auch in der Presse ist es doch wesentlich beliebter über schreckliche Ereignisse zu berichten…

    „Die sich den Wolf tanzen…“

  2. Dieses Thema im Bereich Social Media Marketing ist wirklich sehr schade.
    Auf der einen Seite kann man die Unternehmen verstehen, denn es gibt mittlerweile genügt beispiele in den Medien, wo ein Konzern an einem öffentlichen „Shitstorm“ gelitten hat. Andererseits ist es einfach nur traurig, dass so Kreativität eingeschränkt wird.

    Ich hoffe, dass sich in dem Bereich was tut, damit wieder alle “ frei “ sein können.

    LG

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