AlexiBexi & Nois7 auf der #INREACH17: Kommuniziert mit YouTubern wie auf WhatsApp & Formeln für Media Values funktionieren nicht - Futurebiz.de

AlexiBexi & Nois7 auf der #INREACH17: Kommuniziert mit YouTubern wie auf WhatsApp & Formeln für Media Values funktionieren nicht

INREACH 2017 - Influencer_and_chill

Die #INREACH17 ist vorbei. Am 10. November haben wir zusammen mit Marken, Unternehmen, Agenturen, Plattformen, Tool-Anbietern, Influencern und Content Creators über den Status Quo des Influencer Marketing diskutiert. Im Vordergrund der INREACH standen die Entwicklung von Strategien für Influencer Marketing und Influencer Relations, die Verwertung von Influencer und User Generated Content.

Alex Böhm (AlexiBexi) und Robert Jahns (Nois7) auf der INREACH

Wie auch in den beiden Jahren davor war vor allem der Austausch der unterschiedlichen Teilnehmer am spannendsten. Wie denken YouTuber über Kooperationen? Welche Wünsche und Anforderungen haben sie und wie unterscheiden sich diese zu denen von Marken und Unternehmen?

In unserem ersten Recap der INREACH gehen wir auf Talks von Alex Böhm (AlexiBexi) und Robert Jahns (Nois7) ein.

AlexiBexi: „Kommuniziert mit Influencern wie auf WhatsApp“

AlexiBexi und Oguz Yilmaz haben die INREACH eröffnet und ihre Einblicke zum aktuellen Stand vermittelt. Dabei ging es nicht nur um Kooperationen, sondern auch darum, wie man seinen YouTube Kanal bzw. seine Online Präsenz aufbauen sollte. AlexiBexi ist schon lange mit dabei und die eigene Motivation und Kreativität sind für ihn mitentscheidende Faktoren. Wöchentliche Formate und Content-Reihen sind seiner Meinung nach nicht förderlich und schränken die Kreativität auf YouTube ein.

Ein erster großer Unterschied zu der Herangehensweise. Während sich Unternehmen an Redaktionsplänen orientieren und Facebook Postserien auch in 2017 noch ein sehr beliebtes Mittel sind, geht AlexiBexi einen anderen Weg und das schätzt seine Community von 1,2 Mio. Abonnenten. Sein Tipp: „Ihr müsst auf eure Zuschauer achten und nicht auf eure Zahlen.“ Diese Aussage trifft ins Schwarze und sollte auch für jedes Unternehmen gelten. Des Weiteren ist es notwendig, Anfragen auch abzulehnen und nicht alles blind anzunehmen. Denn wer auf seine Zuschauer hört, wird schnell merken, welche Kooperationen und Inhalte gut bei der Community ankommen und welche eben nicht. Es ist einfach nicht realistisch, dass jede Anfrage zu einem passt.

Mit solch einer Anzahl von Abonnenten, bekommt Alex natürlich auch jede Menge Anfragen von Agenturen und Unternehmen. Auf die Frage, was denn die schlimmste Anfrage gewesen sein, kam die Antwort: „Die schlimmste Anfrage gibt es so nicht. Mindestens einmal pro Woche kommt Bullshit.“ Dabei bezieht Alex sich nicht nur auf die Inhalte, sondern auch auf die Art und Weise wie Anfragen formuliert werden.

Hier gibt es durchaus verschiedene Vorstellungen und Empfehlungen. Alex hat auf der INREACH einen Tipp gegeben. „Kommuniziert wie auf WhatsApp.“

Bombardiert Creator nicht mit Informationen, sondern fragt erst nach, ob überhaupt Interesse besteht. Ist es der Fall, stellt weitere Informationen zur Verfügung, aber verschwendet nicht die Zeit der Influencer mit endlosen E-Mails.

Robert Jahns @Nois7: „Formeln für die Berechnung von Media Values funktionieren nicht“

Robert Jahns @Nois7 ist einer der erfolgreichsten Instagrammer aus Deutschland und hat auf der INREACH ebenfalls viele Anregungen und Denkanstöße geliefert, wie Unternehmen mit Influencern kommunizieren sollten. Auch zum Thema Wertschätzung und Bezahlung von Influencern hat Robert Jahns selbstverständlich eine eigene Meinung, welche oftmals zitierten Methoden widerspricht.

So macht die Berechnung eines Media Values für Robert nur einen Teil des Wertes aus. Was in solch einer Berechnung immer fehlt, ist der Aufwand für die Content Produktion. Agenturen lassen sich auch nicht nach erzielten Reichweiten bezahlen und das sollte auch für Anfragen und Kooperationen gelten. Besser, es ist ein muss.

Der Versuch Kosten für Influencer zu berechnen führt auf beiden Seiten zu falschen Vorstellungen. Diese Vorstellungen schaden der Kommunikation. Für Robert ist es entscheidend, dass eine Anfrage ihn inhaltlich überzeugt. Das Thema Bezahlung sollte somit auch erst in der zweiten Mail/Nachricht angesprochen werden.

Wie für Alex, ist auch für Robert der Spaß und die persönliche Komponente entscheidend. Noch immer schaut sich Robert 1.000 Kommentare täglich auf Instagram an. Instagram Hashtags nutzt er nicht, um Reichweite zu erzielen, sondern mit anderen Instagrammern in Kontakt zu treten. Die Kontakte zur Community und zu anderen Fotografen sind ein wichtiger Bestandteil seines Erfolges.

Des Weiteren ist für ihn die Qualität entscheidend und nicht die Quantität. Robert hat Instagram viel zu verdanken, aber er ist sich immer treu geblieben und hat sich nicht der Plattform angepasst. So sind für ihn Bot-Kommentare auch kontraproduktiv. Anstatt seine Aufmerksamkeit zu wecken, passiert genau das Gegenteil. Nur wer sich mit seinen Inhalten befasst und das in einem Kommentar auch zeigt, erhält eine Reaktion.

Persönlichkeit, Ehrlichkeit, Qualität und eine Bindung zur Community führen dazu, dass es weit mehr als „nur“ Influencer auf Instagram gibt.

Zwei Charaktere, zwei Plattformen und doch viele Parallelen

Alex und Robert sind zwei unterschiedliche Charaktere, die auf unterschiedlichen Plattformen ihr Zuhause gefunden haben. Dennoch gibt es viele Parallelen und der Erfolg gibt beiden Recht. Sowohl für Unternehmen und Agenturen als auch für Creator und Influencer gab es viele Tipps, die alle gegen eine Automatisierung, Pauschalisierung und Standardisierung sprechen.

Wenn wir mit Influencern zusammenarbeiten, kaufen wir keine Reichweiten ein. Es geht um Geschichten, Charaktere, Persönlichkeiten und individuelle Inhalte. Beide Seiten sollten sich dies immer vor Augen halten.

Blogger bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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