Interview mit Jonah Peretti von Buzzfeed. Futurebiz.de

Interview mit Jonah Peretti von Buzzfeed über Content Marketing, Teilen von Inhalten & Buzzfeed Deutschland

Buzzfeed hat das geschafft, worin Verlage und Nachrichtenseiten nicht in der Lage waren. Sie haben ihre Inhalte an den Bedürfnissen und Interessen von Nutzern ausgerichtet und sind so zu einer der erfolgreichsten Medienwebseiten geworden. Bei den Online Marketing Rockstars hielt Jonah Peretti von Buzzfeed die Keynote und hat abseits von Katzenkontent und Co. erzählt, wie Buzzfeed denkt, wie Inhalte erstellt werden und wie wichtig eine Auswertung der verschiedenen Share-Möglichkeiten ist. Wir haben ein Interview mit Jonah geführt, bei dem auch der Deutschlandstart von Buzzfeed Thema war.

Nicht das Netzwerk, sondern die Nutzergruppen sind entscheidend

Für mich eine der wichtigsten Aussagen der gesamten Konferenz. Wenn Content erstellt wird, dann nicht für Facebook und Twitter, sondern für die Nutzer, Leser und Kunden. Die Inhalte müssen für die verschiedenen Netzwerke adaptiert und optimiert werden. Das ist aber der zweite Schritt. Primär geht es darum Content zu entwickeln, der auf allen Kanälen und Netzwerken funktioniert. Für Jonah ist es ein Fehler wenn Unternehmen versuchen, es mit ihren Inhalten immer allen möglichen Gruppen recht zu machen. Stattdessen sollte man sich auf bestimmte Nutzergruppen konzentrieren, die Inhalte auf diese Gruppe abstimmen und somit für Verbreitung in sozialen Netzwerken und Blogs sorgen. Als Beispiel nannte Jonah hierfür einen Artikel mit dem Thema Linkshänder. Linkshänder können sich mit den Inhalten identifizieren und möchten den Beitrag mit Freunden teilen. Rechtshänder sehen den Artikel, erhalten einen Einblick auf die „Probleme“ von Linkshändern. So verbreitet sich Content von Buzzfeed. Content und Kampagnen können nicht immer jeden ansprechen und das sollte auch nicht das Ziel sein. Je mehr Content es gibt, desto wichtiger ist es Content individuell zu gestalten, um so genau die Leute zu erreichen, die sich durch die Inhalte angesprochen fühlen.

Buzzfeed setzt auf Shares und nicht auf Fans

Jonah freut sich über jeden Facebook Fan, er freut sich aber noch mehr über jeden Share. Der entscheidende Punkt ist für ihn hierbei, dass Shares von Freunden kommen und somit eine höhere Relevanz haben, als wenn der Absender eine Facebook Seite ist. Eine Sichtweise die auch Unternehmen verinnerlichen sollten und das Prinzip in den Vordergrund stellt, mit dem Facebook groß geworden ist. Buzzfeed verfolgt keine Abo-Modell. Jonah Peretti sieht den Vorteil in der persönlichen Note von Shares. Ähnlich wie bei Produkten, haben auch bei Artikeln Empfehlungen von Freunden einen größeren Stellenwert. Der Absender sind Freunde und nicht Nachrichtenseite XY. Nichtsdestotrotz generieren auch die Facebook Beiträge von Buzzfeed jede Menge Shares. Shares die wesentlich wichtiger als Gefällt mir Klicks und Kommentare sind.

 

Buzzfeed in Deutschland

BildschBuzzfeed Deutschland Starti

Von vielen gewünscht und von vielen gefürchtet ist der Start von Buzzfeed in Deutschland. Buzzfeed wird keine eigene Seite für den deutschen Markt veröffentlichen, sondern ausgewählte Inhalte für  Deutsche Leser erstellen und übersetzen. Die Vorgehensweise ist analog zu den spanischen und französischen Versionen von Buzzfeed, die bereits online sind. Buzzfeed hat schon jetzt einen beachtlichen Leserkreis in Deutschland. Diese Zahl soll weiter ausgebaut werden und wenn wir uns die Erfolgsstory von Buzzfeed ansehen, dann wird dies voraussichtlich auch eintreten. Somit wird Buzzfeed auch für Unternehmen interessanter und vielleicht sehen wir bald die ersten deutschschprachigen Native Advertising Versuche im Buzzfeed Style.

Jan Firsching

Autor bei Futurebiz und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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