Klassik Radio vs. Facebook Nutzer - Wenn die Community rebelliert - Futurebiz.de

Klassik Radio vs. Facebook Nutzer – Wenn die Community rebelliert

Auf der Facebook Seite von Klassik Radio kann man aktuell beobachten, was passiert, wenn sich die Community schlecht behandelt fühlt und nicht auf die Meinungen und Kommentare eingegangen wird.

Und das zu Recht! Was ist passiert? Ausgangspunkt war eine Diskussion über die Radio-Sendung „Cinemashow“, die abgesetzt werden soll. Diese Ankündigung hat den „Fans“ überhaupt nicht gefallen und auf der Facebook Seite wurden nun Beiträge und Kommentare zur Cinemashow veröffentlicht.

Ein normaler Vorgang auf Facebook, doch die Reaktion von Klassik Radio fiel sehr extrem aus.

Hier wurde nicht versucht auf die Community einzugehen bzw. es wurde kein Dialog mit den Fans gesucht. Im Gegenteil Klassik Radio hat auf Grund der negativen Reaktionen die Pinnwand der Seite gesperrt.

Vielleicht hat man sich hierbei ernsthaft gedacht, dass so die Diskussion einfach beendet werden kann. Doch im Gegenteil. Zu jedem neuen Post von Klassik Radio, gibt es zu diesem Thema Kommentare. Oft wird überhaupt nicht auf den Post eingegangen und es dreht sich ausschließlich, um die Sperrung der Pinnwand.

Anstatt ein Problem zu lösen, hat sich Klassik Radio ein noch viel größeres verschafft und der Unmut der Community wird immer stärker.

Was kann Klassik Radio jetzt machen?

Vielleicht versucht man die Situation einfach „auszusitzen“. Abwarten, Tee trinken und hoffen, dass die Fans es irgendwann leid sind, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Nicht wirklich empfehlenswert. Klassik Radio sollte versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben und sich der Diskussion mit den Fans stellen. Oft reichen hier ganz simple Begründungen. Warum wurde die Sendung abgesetzt? Wie fühlt sich Klassik Radio selber dabei?

Zu guter Letzt sollte man sich auch bei den Fans entschuldigen. Fallen auf der Pinnwand Wörter wie „Zensur“, sollten bei jedem Community Manager die Alarmglocken klingeln. Dies darf nicht das Ziel einer Facebook Seite sein. So schadet man den Nutzern, die sich nicht mehr mit eigenen Beiträgen äußern können, der Dialog mit den Fans wird im Keim erstickt und der Unmut der Community wird immer größer. Also genau das Gegenteil davon, was eine Facebook Präsenz seien sollte.

Die Grundstimmung auf der Seite ist aktuell sehr negativ und diesen Zustand muss sich Klassik Radio selber zuschreiben. Mit einer besseren Vorbereitung, Argumente warum die Sendung abgesetzt wird, hätte hier alles wesentlich glimpflicher ablaufen können.

Ein gutes Beispiel für „Community Management gone wrong“.

Jan Firsching

Autor bei Futurebiz und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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Kommentare

  1. […] Immer wieder höre ich von solchen Beispielen: Nutzer, die zuerst umgarnt wurden, sich doch bitte auf der Fanpage zu tummeln, zu liken, weiterzuempfehlen, tun dann genau das! Sie schreiben auf der Fanpage. Und manchmal auch nicht wirklich Gutes. Und wenn dann Punkt 1 und Punkt 2 zusammen kommen, eskaliert die Sache und das ganze wird zu einem Shitstorm. Und das falscheste der falschen Dinge, die man tun kann, ist, die Kommunikation abzustellen – also die Seite zu schließen, die Kommentare zu verbieten … Was passiert, ist immer das gleiche: Die Wut macht sich woanders Platz, es entsteht ein riesen Imageschaden und das Thema Social Media ist für diese Organisation durch – denn das Netz vergisst nichts (Siehe zum Beispiel Klassik Radio!) […]

  2. Willi sagt:

    @Norbert: Der weitaus größte Teil der Kritiker tritt mit Sachlichkeit und Resepekt auf. Und was die von Herrn Heller behaupteten 40 FB-User betrifft: Wenn Sie das Thema wirklich interessiert, schauen Sie auf der KR FBseite vorbei… Von wegen 40 🙂
    Zu den 10.000 Lesern der FB Seite: Um auf der KR FBseite einen Kommentar zu hinterlassen, MUSS man den Button „Gefällt mir“ klicken. You now what i mean?
    Zitat: „Social Media darf nicht heißen, dass Mehrheiten durch eine kleine Gruppe aktiver Nutzer marginalisiert und Unternehmen am Nasenring vorgeführt werden“ Ein sicher gutes Argument,w as ich ebenso sehe. Doch Vorsicht: Es könnte auch eingesetzt werden, um Kritik(er) von vornherein an die Wand zu nageln.

  3. […]  |  Share TweetAuf facebook.biz ist aktuell die Geschichte des Klassik Radios zu lesen, in der die Hörer auf der Facebook-Wand gegen den Radiosender rebellieren. Fallen auf der Pinnwand Wörter wie “Zensur”, sollten bei jedem Community Manager die […]

  4. Norbert sagt:

    Die Klassik-Radio-Crew hat in der Kommunikation Fehler gemacht hat und bezieht nun dafür Prügel, gekauft. Sie wird daraus lernen und andere durch die Berichterstattung darüber ebenso. Aber mal zum Gesamtrahmen: Der Sender hat täglich 1.44 mio Hörer laut aktueller MA und plus 10.000 Fans auf Facebook. Von denen haben sich nach Angabe des Station-Managers Stephan Heller etwa 40 an der Diskussion beteiligt. Wer es gut findet, dass Unternehmen sich für soziale Medien öffnen und diese einsetzen, sollte auf seiner Seite auch mit Respekt und sachlich auftreten. Social Media darf nicht heißen, dass Mehrheiten durch eine kleine Gruppe aktiver Nutzer marginalisiert und Unternehmen am Nasenring vorgeführt werden.

  5. Willi sagt:

    Offener Brief an Herrn Heller, „Station Manager“ Klassik Radio.
    Meine Zeilen entsprechen nicht der Meinung einer Gruppe, sondern es sind meine persönlichen Gedanken zu Ihrem Schreiben, beginnend mit „Liebe Freunde…“
    Von Ihnen als Freund angesprochen zu werden, ehrt mich nicht, es löst in mir einen hohen Grad an Unbehagen aus.
    Herr Heller, ich frage mich angesichts Ihrer Einfallslosigkeit, die sie mit dem Schreiben an die „Lieben Freunde…“ offenbaren, ob sie wissen, an WEN Sie diese Zeilen gerichtet haben.
    Zuvorderst konfrontiere ich Sie mit Ihrer Aussage, die ich persönlich als beschämend, diskriminierend, letztlich als infam empfinde: „ Dieses Vertrauen in die Facebook-Freunde von Klassik Radio Deutschland wurde von einigen Usern leider missbraucht.“ Wie der Missbrauch tatsächlich ablief, diese Aufklärung bleiben Sie uns schuldig. Mit Ihrer Aussage haben Sie bei mir den letzten Kredit Ihrer – bei mir in den vergangenen Monaten durchaus nicht überragenden Glaubwürdigkeit – verspielt. Ein sicher harter Satz, den ich nicht unbegründet lassen möchte.
    Seit Juli verfolge ich die, meiner Meinung nach, unglückseligen Abläufe, Änderungen und vor allem Ihr Durchregieren. Deutliche Hinweise, dass Ihr Verständnis von Formatänderungen zu einem Fiasko führen wird, haben Sie mit einer schon fast bewundernswerten Arroganz (das meine ich wirklich nicht ironisch) beiseite gewischt. Das, was Ihnen vorausgesagt wurde, haben Sie der Ironie folgend selbst eskaliert.
    Was wollen Sie uns mit der Aussage „Aus journalistischer Sorgfallspflicht…“ sagen? Das Florian Schmidt sein (journalistisches) Handwerk nicht verstanden hat? Sagen Sie, Herr Heller, was hat Sie geritten, wer hat Sie beraten, eine derartige Aussage, die eine arbeitsrechtliche Angriffsfläche par excellence bietet, zu veröffentlichen?
    Ihre Aussage bedeutet im Umkehrschluss, dass Florian Schmidt seine journalistische Sorgfallspflicht verletzt hat. Diese Formulierung zeigt, dass Ihnen oder Ihrem Berater/Beraterin jegliches Handwerkszeug bezüglich Personalführung und Personalrecht fehlt.
    Allein wegen dieser Aussage sollten Sie so viel Rückgrat beweisen und Ihren Job als „Station Manager“ quittieren.
    Zitat: „Aussagen im Bereich des Medienrechtes bewegen sollten….“ Direkt folgend die Aussage, „Eine Zensur gibt es nicht.“
    Oh Himmel, was für ein Armutszeugnis stellen Sie sich aus? Definieren Sie uns bitte, welche Aussagen sich im Bereich des Medienrechts befinden. Oder meinen Sie eher, welche Aussagen sich im Bereich des Gustos von Herrn Heller befinden? Und was bitte verstehen Sie unter Zensur?
    Herr Heller, als ebenfalls Medienschaffender schäme ich mich ob Ihrer Zeilen an die „Lieben Freunde…“.
    Meine eigentliche Betroffenheit, die sich auch und vor allem auf die betroffene KR-Crew bezieht, mag ich hier nicht öffentlich preisgeben. Das ist ein Thema für den von mir geschätzten Geschäftsführer Ulrich Kubak.

  6. Nein, haben wir nicht. Wäre aber bestimmt interessant, vielleicht lässt sich da ja was machen. Klar kann man die Geduld verlieren, aber mit Blockieren und Ignorieren, kommt auf Facebook einfach nicht sehr weit. Die Frage ist ja auch warum dieser Schritt gewählt wurde und warum man sich nicht der Diskussion gestellt hat. Wäre die wesentlich bessere Lösung gewesen und hätte auch nicht für so viel Unmut gesorgt.

  7. baranek sagt:

    Habt ihr eigentlich mal einmal versucht, mit den Leuten von Klassikradio zu diesem Thema zu sprechen? Würde mich mal interessieren, wie die die Sache sehen. FB wird immer aggressiver, ein Teil der Leute scheint ermutigt, durch entsprechendes Auftreten die Welt nach ihren Vorstellungen zu gestalten Da kann man schon mal die Geduld verlieren.