Medienseiten teilen 18x so viele Facebook Live Videos wie Marken.

Medienseiten veröffentlichen 18x so viele Facebook Live Videos wie Marken.

Mercedes-Benz hat in den ersten sechs Monaten in 2016 38 Facebook Live Videos veröffentlicht. Diese 38 Live Videos haben dabei über 800.000 Interaktionen auf Facebook generiert. Facebook Live Videos sind aber noch nicht bei allen Marken und Unternehmen etabliert und Medienseiten dominieren eindeutig Facebook Live Videos.

Warum nicht jedes Unternehmen auf Facebook Live Videos setzen muss, hatte ich in diesem Artikel bereits erklärt. Der Erfolg von Live Videos für Facebook lässt sich aber nicht von der Hand weisen.

Mit dem Live Video zum Mercedes-Benz Special Trucks Testing Grounds konnte Mercedes-Benz über 670.000 Videoaufrufe und über 39.000 Interaktionen generieren.

Now, live from the Mercedes-Benz Special Trucks testing grounds: a Unimog pushing the boundaries, along with fellow off-roaders, the G-Class and Zetros – three powerhouses made for extreme conditions! #MBsleepout

Posted by Mercedes-Benz on Friday, July 22, 2016

Live Videos sind für Marken richtig eingesetzt ein sehr erfolgreiches Format. Die Frequenz ist aber bei weitem nicht so hoch wie bei Medienseiten.

Laut Socialbakers wurden im Juni 2016 von den größten untersuchten Facebook Seiten insgesamt 200 Facebook Live Videos veröffentlicht. Im gleichen Zeitraum haben Medienseiten 18x so viele Live Videos veröffentlicht.

Facebook Statistiken - Facebook Live Videos 2016

Ein klares Indiz dafür, dass die richtigen Inhalten benötigt werden. Nur weil es das Facebook Live Videoformat gibt, kann es nicht beliebig für irgendwelche Streams eingesetzt werden. Wer über Live Videos nachdenkt sollte sich immer Fragen, warum ist ein Live Stream besser für den Inhalt geeignet als ein natives Video.

Die Unterschiede zwischen nativen und Live Videos liegen nicht nur in der Machart. Sie liegen auch in der Länge und in der Art und Weise, wie man mit den Zusehern interagiert. Das beispielhafte Live Video von Mercedes-Benz hatte eine Länge von über 19 Minuten. Diese Laufzeit benötigt man auch, um eine hohe Anzahl von Zusehern aufzubauen. Ist der Live Stream nach drei Minuten beendet, haben nur wenige Menschen die Chance, sich in den Stream zu integrieren und beispielsweise Fragen zu stellen.

Wie groß die Unterschiede sind, zeigt ein Vergleich von Mercedes-Benz und Ubisoft Brasil. Ubisoft hat in Brasilien 22 Live Videos veröffentlicht. Generiert wurden aber „nur“ 43.173 Interaktionen. Das zeigt einmal wieder: Es kommt nicht auf das Format an. Es kommt auf den Inhalt an.

Facebook Live Videos - Frequenz und Interaktionen

Klar Facebook Live Videos sind aktuell nicht die schlechteste Wahl, wenn es um den Punkt organische Sichtbarkeit im News Feed geht. Diese Sichtbarkeit ist aber wie bei allen Formaten nur Mittel zum Zweck. Bei einem Facebook Live Video geht es nicht um eine hohe Anzahl von Videoaufrufen, welche nach ein paar Sekunden wieder abgebrochen werden. Es geht um eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Streams, die im Idealfall zu einer hohen Anzahl von Interaktionen führt. Eine Facebook Live Video sollte in der Regel mehr Views generieren als ein natives Facebook Video. Das liegt am Format, an den Notifications und an der Laufzeit.

Facebook Live Videos richten sich primär an Medienseiten. Das liegt an den Inhalten und an einer vollkommen anderen Facebook Nutzung. Als Marke sollte man Medienseiten beobachten. Hier kann man viel lernen und beobachten. Man sollte aber nicht Medienseiten kopieren, da diese ganz andere Mittel einsetzen und auch andere Ziele verfolgen. Für Medienseiten werden Facebook Live Videos zu etwas alltäglichem. Für Marken sind Facebook Live Videos ein spezielles Format, welches nur zu bestimmten Inhalten und Anlässen passt. Da hilft es auch nicht sich YouTuber auf YouNow anzusehen, da man als Marke sich nicht einfach vor eine Kamera setzen, Namen vorlesen und Fragen beantworten kann. Man braucht einen Anlass, einen Inhalt der zu Interaktionen und Reaktionen animiert und einen guten Moderator. Fehlt eines dieser Elemente, würde ich von einem Facebook Live Video abraten.

Die Anzahl von veröffentlichten Live Videos wird insgesamt weiter deutlich zunehmen. Treiber sind aber nicht Marken, sondern Nachrichten- und Medienseiten. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen und Marken werden nie in solch einer hohen Frequenz Live Videos veröffentlichen. Doch bietet sich die Chance und ein Live Video ist für die Bereitstellung eines Inhaltes der beste Weg, dann sollten Marken nicht zögern und sich auf das Erlebnis Facebook Live Video einlassen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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