Evergreen Content in sozialen Netzwerken - Futurebiz.de

Nicht nur im Hier und Jetzt – Evergreen Content in sozialen Netzwerken

Soziale Netzwerke sind schnelllebige Kanäle. Inhalte erscheinen in den Feeds der Nutzer und sind genauso schnell wieder verschwunden. Ein Großteil der Interaktionen mit den Inhalten entsteht in den ersten zwei Stunden nach der Veröffentlichung. Das ist aber nicht bei jedem sozialen Netzwerk so.

Twitter und Facebook sind die besten Beispiele dafür, wie Content für einen bestimmten Zeitraum für Aufmerksamkeit sorgt und dann nicht mehr sichtbar ist. Nur selten gibt es ReTweets für ältere Tweets. Gleiches gilt für Kommentare und Gefällt mir Angaben für ältere Facebook Beiträge. Bei Pinterest und Tumblr sieht es beispielsweise anders aus.

Evergreen Content wird zu Evergreen Traffic

Pinterest als Beispiel für Evergreen Content

Die Suchfunktionen sind bei Pinterest und Tumblr wichtiger, als dies bei Facebook der Fall ist. Facebook wird hauptsächlich dazu genutzt, um sich einen aktuellen Überblick zu den Geschehnissen der letzten Stunden zu verschaffen. Unternehmen veröffentlichen Content um in den nächsten Stunden für Aufmerksamkeit und Interaktionen zu sorgen. Content der beispielsweise auf Pinterest veröffentlicht wird, kann hingegen immer wieder neue Schübe durch Repins erhalten. Nutzer suchen nach Pins zu bestimmten Themen. So entstehen Repins, die wiederum in den Feeds und Profilen anderer Nutzer erscheinen. Pinterest nennt sich nicht umsonst das „Social Discovery Tool“. Unternehmen können, anders als bei Facebook und Twitter, hiervon langfristig profitieren und den eigenen Content in Evergreen Content umwandeln. Bei Tumblr und auch teilweise Instagram ist die Funktionsweise ähnlich. Pinterest und Tumblr haben den Vorteil, dass sie Nutzer auch auf Webseiten führen. So entsteht neben dem Evergreen Content auch Evergreen Traffic.

Pinterest und Tumblr sind nicht die einzigen Quellen für Evergreen Content. Das wohl bekannteste Mittel sind Blog-Artikel, die ein langfristiges Investment in die Content Strategie von Unternehmen darstellen. Google+ stellt eine Verbindung zwischen kurzweiligen und langfristig verfügbaren Inhalten dar. Beiträge werden auf Google+ veröffentlicht und verbreiten sich in den nächsten Stunden in den Feeds der Nutzer. Durch die Anbindung zur Google Suche, wird die Sichtbarkeit der Beiträge verlängert.

Je älter der Content desto besser

“Eighty percent of our views happen a month after an answer is written.” Adam D’Angelo Quoara, Quelle: New York Times

Das Q&A Netzwerk Quora ist ein weiteres Beispiel, welches zusätzlich aufzeigt, wie Content sich entwickeln und verbessern kann. Eine Frage an sich ist für Nutzer nicht interessant. Die Antworten sind es und je mehr Antworten eine Frage erhält, um so mehr Sichtbarkeit und Zugriffe erhält sie. Das gilt für Quora, aber beispielsweise auch für Diskussionen zu Blogartikeln. Fragen die auch in einem Jahr relevant sind, sorgen für langfristigen Traffic. Fragen die sich auf aktuelle Geschehnisse beziehen, verlieren hingegen schnell an Mehrwert.

Read Quote of Siddharth Bhattacharya’s answer to Facebook: What, in your opinion, is the most irritating thing about Facebook? on Quora

Jeder der Content erstellt sollte sich bewusst sein, wie lange Inhalte in unterschiedlichen Kanälen präsent sind und welche Ziele verfolgt werden. Content der über einen längeren Zeitraum auf die Unternehmensziele einzahlt ist sehr wertvoll. Real-Time Marketing/Content ist eine andere Herangehensweise, die den Moment und die derzeitige Situation von Nutzern und Kunden in das Zentrum stellt. Die Kombination beider Ansätze ist die ideale Lösung.

Content ist nicht gleich Content und jeder Kanal hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist es sich nicht nur auf eine Art von Inhalten und Verbreitung zu konzentrieren. Die hohe Sichtbarkeit und schnelle Verbreitung sind die Stärken von Facebook. Geht es um Content, der nachhaltig funktionieren soll, sind Netzwerke wie Pinterest und Google+, sowie eigene Blogartikel die richtige Wahl. Twitter wird als König des Real-Time Marketing bezeichnet, steht in meinen Augen aber höchstens auf gleicher Stufe mit Facebook. Besonders in Deutschland ist Facebook der Real-Time König. Des Weiteren ist Facebook sehr gut darin Nutzerinteressen miteinander zu verknüpfen und so weitere relevante Beiträge im News Feed zu platzieren. Das kann aktuell nur Facebook wirklich gut.

Inhalte werden nicht für Kanäle und Netzwerke erstellt. Dennoch muss man sich über die unterschiedlichen Mechaniken und Funktionsweisen im Klaren sein und verschiedene Ansätze verfolgen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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