PayFriendz - Banking und Messenger im Einklang

PayFriendz – Banking und Messenger im Einklang – denn jede Rechnung erzählt eine Geschichte

Zusammenlegen für den Geburtstag, ein Bier mit Freunden trinken, etwas essen gehen oder die spontane Aktivität danach. Irgendwann ist immer jemand in der Gruppe dabei, der dann entweder eine Bank suchen (vielleicht sogar noch innerhalb der “Cash Group”) oder sich Geld leihen muss. Das Zurückzahlen oder die Zahlungserinnerung sind dann meistens lästig.

Diesen und weiteren “Use-Cases” widmet sich seit letzter Woche nun offiziell “Payfriendz”- eine Anwendung für virtuelle Geldüberweisungen. Doch kann es diese App wirklich mit den Big Playern PayPal und Google Wallet aufnehmen?

payfriendz

Die Idee der Gründer, Volker Breuer, Christian Ritosek und Andreas Rührig: hinter jeder Quittung und jedem Bewirtungsbeleg steht eine besondere Geschichte und das Geld dafür muss man genauso einfach teilen können wie die Story an sich.

Kreditkarte PayFriendz

Aus diesem Grund setzt die App auch genau bei diesen Problemen an und hebt sich von der Konkurrenz in Sachen Gebühren, Bedienung und der Messenger Funktion ab. “Payfriendz“ setzt auf das “Peer-2-Peer“ Prinzip und nutzt die auf dem Smartphone hinterlegten Telefonnummern, damit der User Geld fordern und zahlen kann. „Kontakte auslesen“ ist allerdings für viele Nutzer ein grosses Problem und könnte somit das Wachstum der App deutlich hemmen. Denn alleine das Versprechen der Anbieter, die genutzten Kontakte nicht auf den Firmenservern zu speichern, dürfte nicht alle überzeugen. Abwarten.
Darüber hinaus bietet die App eine virtuelle MasterCard an, mit der der User auch online Shoppen gehen kann. Für die Aktivierung eben dieser Karte braucht es nur einen Klick.

Die Messenger Funktion ist, meines Erachtens nach, das Kernstück der App und lückenlos in den Bezahlvorgang integriert. Nicht umsonst betitelt t3n diese App als “Das WhatsApp für Überweisungen“ Es ist diese  Kombination aus Usability und der Social-Komponente, die Payfriendz von der Konkurrenz PayPal und Google Wallet abgrenzt.

Denn obwohl auch PayPal zuletzt seine Gebühren, innerhalb der EU, abgeschafft hat, fehlt die soziale Komponente eindeutig. Des Weiteren bietet die PayPal-App zwar die Möglichkeit Geld an Nicht – Paypal Kunden zu versenden, allerdings nur wenn man seine Mailadresse eingibt und dann auf die Frage: „Wofür ist diese Zahlung?“ mit einem Klick auf „Freunde und Familie“ antwortet – WARUM fragt man sich da!

Wann sich Google Wallet in Deutschland durchsetzen wird ist noch offen; denn bisher können Nutzer in Deutschland die Google Wallet bislang nur für App-Käufe nutzen oder Gutscheinkarten von „Rewe“ oder „Media Markt“ abspeichern. Außerdem bleibt auch hier der Nachgeschmack, dass man sich mit einem Google Konto verifizieren muss. Und obwohl es doch eher unwahrscheinlich ist, dass es noch User ohne gmail-Account gibt und man nun vergleichen kann was einen weniger passt: Payfriendz Telefonnummern und Kontaktdaten nutzen zu lassen oder Kontobewegungen dem Google Kosmos preiszugeben, bleibt diese (mentale) Schranke doch bestehen.

Und das Geschäftsmodell? Hier versucht das Unternehmen gleich 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Durch den Start mit 3 Währungen (Pfund, Euro und US-Dollar) und der geplanten Einführung von Yen bis Jahresende hebt man sich zum einen von Konkurrenten wie Venmo oder Cringle ab und sorgt zum zweiten dafür, dass die User deutlich mehr zwischen unterschiedlichen Währungen transferieren können und somit auch Gebühren zahlen – 1% Wechselkurszuschlag auf den Transaktionsbetrag. Des Weiteren sind die Erschließungen neuer Partnerschaften in Bereichen wie Versicherungen, Kredite und Shopping möglich, denn auch hier sind über den „Share“ weiter Verdienstmöglichkeiten möglich. Am Ende bleibt es natürlich abzuwarten ob es Payfriendz schaffen wird, die kritische Masse an Usern schnellstmöglich zu erreichen und trotz seiner Zugeständnisse ein einträgliches Geschäftsmodell vorträgt.

Mutig sind die Gründer in jedem Fall, wie auch der der bisherige Markenauftritt zeigt. Dieser erscheint uns für einen Service, dem man ja schlussendlich sein Geld anvertraut, doch durchaus gewagt:

 

Sollte aber die Sicherheit gewährleistet, die Bedienung einfach sein und der Austausch unter Freunden schnell von statten gehen – ist das auch ziemlich egal und so wie die App mal “was anderes”.

 

Projekt- und Community Manager bei Agentur Brandpunkt. Betreut, strategisch und operativ, die Communities von Marken und Händlern.

Kommentare

Kommentare