Und dann kam Pokémon Go: Verweildauer als höchstes Gut für Facebook, Snapchat & Google. - Futurebiz.de

Und dann kam Pokémon Go: Verweildauer als höchstes Gut für Facebook, Snapchat & Google.

„Wir haben doch keine Zeit“ und verbringen trotzdem immer mehr Zeit mit unseren Smartphones. Aber auch diese Zeit ist endlich. Facebook, Instagram, WhatsApp, oder Snapchat fressen einen Großteil unserer Smartphone-Zeit auf. Die Nutzung sozialer Netzwerk steigt vor allem mobil immer weiter an. 80 % der Zeit die wir in sozialen Netzwerken verbringen, geht an unser Smartphone. Und dann kam Pokémon Go.

Ich wollte eigentlich keinen Artikel zu Pokémon Go schreiben, aber der Hype und die wirklich beeindruckenden Zahlen, zeigen eine allgemeine Herausforderung für Facebook und auch Google auf.. Der Kampf um die unsere Zeit und warum die Verweildauer für soziale Netzwerke und mobile Apps immer schärfer wird.

Unsere Verweildauer ist begrenzt

Der Hype ist natürlich gerade enorm und in meinen Augen macht es keinen Sinn, Nutzerzahlen von Pokémon Go und Twitter miteinander zu vergleichen. Pokémon Go hat aber natürlich Auswirkungen auf die Nutzung von Facebook, Instagram, mobile Messenger Apps und Co.. Statista hat eine Statistik von SimilarWeb aus den USA veröffentlicht, die sich auf die aktuelle Verweildauer von Pokémon Go bezieht. Über 43 Minuten sind enorm, hier ist aber der Vergleich zu den sozialen Netzwerken interessant.

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Bildquelle: statista

Pokémon Go frisst die Aufmerksamkeit seiner Nutzer auf. WhatsApp kommt in der Analyse auf dem zweiten Platz, mit einer Verweildauer von 30 Minuten. Ein Unterschied von 13 Minuten ist sehr viel. Raubt PokemonGo also anderen Apps und sozialen Kanälen die Verweildauer?

Das Spiel ist darauf ausgelegt, täglich viel Zeit zu investieren. Der „Suchtfaktor“, der Pokémon schon immer ausgemacht hat, wurde jetzt perfektioniert. Sicher wird die durchschnittliche Verweildauer zukünftig sinken. Dennoch werden Facebook und Co, den Launch zu spüren bekommen haben, beziehungsweise genau beobachten, wie sich die Verweildauer entwickelt und wieder einpendelt. Nicht nur wegen den ganzen Artikel und Posts zu Pokémon Go. Auch wegen der Nutzung der eigenen mobile Apps.

Kampf um die Verweildauer ist entscheidend, nicht nur Nutzerzahlen

Snapchat und Instagram sind ebenfalls zwei Apps, welche die volle Aufmerksamkeit ihrer Nutzer auf sich ziehen. Snapchat wahrscheinlich noch etwas stärker als Instagram. Am 08. Juli konnten aber weder Instagram noch Snapchat Pokémon Go das Wasser reichen.

Der aktuelle Hype ist nur ein Beispiel und wird in Zukunft durch weitere mobile Apps ersetzt werden. Das spannende hieran ist, wie investieren wir unsere Zeit und wann ist es einfach zu viel. Wir werden Zeit opfern und andere und neue Dienste, Netzwerke und Spiele zu nutzen. Die Aufgabe der sozialen Netzwerke besteht darin, diese Aufmerksamkeit und Verweildauer zu verteidigen. Nutzerzahlen sind wichtig, aber viel entscheidender ist oftmals, wie viel Zeit Menschen in einer App verbringen und wie viel uneingeschränkte Aufmerksamkeit ihr geschenkt wird.

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Wenn wir die SimilarWeb Zahlen von WhatsApp, Instagram und dem Messenger addieren, kommen wir auf eine Verweildauer von über 67 Minuten für Facebook „Dienste“. Facebook selber fehlt hier noch. Natürlich nutzt nicht jeder Nutzer alle Apps gleich intensiv. Facebook ist aber nicht nur gemessen an den Nutzerzahlen die Macht im Netz, sondern auch im Bezug auf die Verweildauer. In die gleiche Richtung geht auch mein Artikel zu Livestreaming und Bewegtbild in sozialen Netzwerken. Natürlich dauert das Ansehen eines Videos oder Livestreams länger, als das reine Scannen eines Feeds. Sprich die Bewegtbildoffensive hat auch das Ziel, die Verweildauer zu steigern.

Eine weltweite durchschnittliche Verweildauer von 50 Minuten für Facebook, Instagram und den Messenger  hatte Facebook dieses Jahr offiziell kommuniziert.

Der Kampf um unsere Aufmerksamkeit und unsere verfügbare Zeit wird immer intensiver werden. Facebook wird in zusammen mit Google mitbestimmen. Snapchat will auch sein Stück vom Kuchen abhaben und dann gibt es noch die mobile Game Entwickler, welche nicht zu unterschätzen sind. Pokémon Go ist hierfür ein Beispiel und wir werden noch viele weitere zu Gesicht bekommen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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