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RootMusic & Co. – Wenn der Wegfall des Landing-Tabs voll einschlägt

Diese Zahlen haben uns doch ein wenig überrascht.

Inside Facebook hat die Entwicklung der Nutzerzahlen von verschiedenen Musik-Apps veröffentlicht und man spürt hier deutlich die Wirkung des fehlenden Landing-Tabs.

Laut dem Facebook App-Statistik Tool „AppData“, haben diese Apps seit der Einführung der Chronik zwischen 80.000 und 670.000 täglich aktiven Nutzern verloren. Mit diesen Zahlen haben wir nicht gerechnet.

Am 02. März kam BandPage von RootMusic noch auf 1,6 Mio. täglich aktive Nutzer. Zwei Wochen später ist die Zahl auf unter 1 Mio. Nutzer gesunken!

Bei den Apps Band Profile und VEVO for Artists sieht es ähnlich aus. Der Sturz war hier aber nicht so enorm wie bei BandPage.

Dennoch stimmt dieser Trend die Entwickler mit Sicherheit sehr nachdenklich. Eine Reaktion hierauf sind neue App-Icons, die Nutzer direkt auf bestimmte Funktionen aufmerksam machen sollen. Ein Beispiels wäre ein Icon eines Musik-Players. Hier wird dem Nutzer signalisiert, dass er auf die App klicken soll, um sich Musik des Künstlers anhören zu können. Wirkungsvoll?

BandPage darf man aber nicht mit Standard-Landing-Tabs vergleichen, die lediglich aus einem Bild und einem Gefällt mir Button bestehen. Hier werden verschiedenen Funktionen in die App integriert und Nutzer erhalten mit der App auch einen Mehrwert.

Musiker hatten es bisher auf Facebook immer relativ einfach. Fans können sich leichter mit Künstlern, als mit den meisten Marken identifizieren und suchen deswegen auch eher eine Verbindung. Hieran wird sich auch nichts ändern, nur müssen sich Bands nun auch etwas mehr Mühe geben, um Aufmerksamkeit auf eigene Apps zu lenken.

Ein weg führt über Open Graph Apps und ein weiterer über Facebook Anzeigen. Wird man in Zukunft nun verstärkt Plattenfirmen und Musikverlage sehen, die Facebook Anzeigen für ihre Künstler schalten? Irgendwie schwer vorstellbar.

Die Aufgabe, sich diesem Trend entgegenzustellen, liegt bei RootMusic und Co. und hier wird auch fleißig an Alternativen gearbeitet. Die Open Graph App von RootMusic wurde auf der SXSW vorgestellt und macht auch einen guten Eindruck.

RootMusic steht nun aber in direktem Wettbewerb mit Spotify, Simfy und auch MySpace, die alle mit ihren Open Graph Apps auf musikinteressierte Facebook Nutzer abzielen. Wir gehen aber davon aus, dass die Masse an Künstlern, die RootMusic, verwenden, dafür sorgen, dass die App schnell wieder zur alter Stärke zurück gelangen wird.

Erst vor wenigen Tagen haben wir einen Artikel zu Landing-Tabs geschrieben und behauptet, dass niemand diesem Feature lange nachtrauern wird. Das sehen wir auch immer noch so, nur haben wir uns die Auswirkungen des Wegfalls, nicht so enorm vorgestellt. Die Entwicklung bestätigt aber nochmals die Wichtigkeit des Open Graphs. Hier liegt die Zukunft von Facebook Applikationen und die Auswirkungen auf die Facebook Chronik ist unmittelbar gegeben.

RootMusic beschäftigt sich sicher schon seit Monaten intensiv mit dem Open Graph, dürfte von den sinkenden Nutzerzahlen aber ziemlich kalt erwischt worden sein. Nun muss man abwarten, welche Wirkung die Open Graph App hat und wie sich die Nuterzahlen in den nächsten Wochen entwickeln.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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