Sharing in sozialen Netzwerken: One-to-One Kommunikation

Sharing in sozialen Netzwerken: Von One-to-Many zurück zu One-to-One

Webseiten, mobile Apps & Kampagnen kommen nicht mehr ohne Share-Buttons und Social Plugins aus. Nahezu auf jeder Webseite finden wir Möglichkeiten Inhalte mit unseren Freunden und unserem Netzwerk zu teilen. Sind Leser/Nutzer von Inhalten angetan, sollen sie diese möglichst einfach in sozialen Netzwerken verbreiten können. Das funktioniert auch sehr gut. Soziale Netzwerke zählen zu den wichtigsten Trafficlieferanten für Nachrichtenseiten, über Facebook und Co. werden durch Shares neue App Nutzer gewonnen und Marketingkampagnen erzielen mehr Sichtbarkeit.

Tweets, Likes und Shares sind für eine öffentliche Verbreitung, beziehungsweise eine Verbreitung mit einer größeren Anzahl von Freunden konzipiert. Aktuell lässt sich jedoch eine Entwicklung beobachten, die sich wieder auf die Kommunikation zwischen zwei einzelnen Personen, oder einer kleinen Nutzergruppe konzentriert.

Von One-to-Many zurück zu One-to-One

Nutzer haben schon immer Inhalte nur mit einzelnen Kontakten geteilt. Durch den verstärkten Einsatz von mobile Messenger Apps wie WhatsApp und dem Facebook Messenger, ist die One-to-One Kommunikation wieder mehr in den Vordergrund gerückt. Schnell im mobilen Browser einen Link in die Zwischenablage kopiert und dann per mobile Messenger verschickt. Die Wahrscheinlichkeit das der Link vom Empfänger geöffnet wird ist groß. Shares für den News Feed und anderen Streams von sozialen Netzwerken sind wichtig, aber für One-to-One Shares gilt das gleiche.

Sharing in sozialen Netzwerken - One-to-One Share von Netflix

Bildquelle: Netflix Blog via The Next Web

Netflix hat seinen Nutzern eine neue Art und Weise für das Teilen von Inhalten präsentiert. Bis vor kurzem hat Netflix noch auf Facebook Open Graph Meldungen gesetzt. Sprich wenn sich Netflix Kunden über Facebook angemeldet hatten und einen Film angesehen haben, wurde der Film automatisch auf Facebook publiziert. „Jan guckt sich gerade Transformers III auf Netflix an.“ Das Ziel war möglichst viele Shares zu generieren und so neue Nutzer zu gewinnen, oder bestehende Nutzer zu reaktivieren. Und für Netflix hat sich das ausgezahlt. In den vergangenen Monaten hat Facebook jedoch seinen News Feed Algorithmus angepasst und spendiert automatisch Posts aus Apps heraus weniger Sichtbarkeit. Manuell ausgelöste Shares werden von Facebook höher bewertet. da sie mehr Involvement der Nutzer benötigen.

Netflix geht noch einen Schritt weiter und setzt bei Shares jetzt auf Facebook Nachrichten. Nutzer können so Filme und Serien gezielt Freunden empfehlen und müssen keine Beiträge in ihrer Chronik veröffentlichen. Sind die Freunde auch bei Netflix angemeldet, erhalten zusätzlich eine Benachrichtigung auf der Netflix Webseite oder in den mobile Apps. Eine interessante Änderung, den Filme und Serien wurden zur Einführung von Open Graph Meldungen als eines der Hauptanwendungsfelder von Facebook kommuniziert. Das Nutzerfeedback wird für die Änderung entscheidend gewesen sein. Nutzer wollen kontrollieren was sie teilen und mit wem sie es teilen.

Mobile Facebook Messenger Share

Facebook Messenger Share Dialog

Facebook verfolgt die gleiche Richtung mit dem auf der f8 präsentierten mobile Messenger Share. Hiermit können Nutzer beispielsweise Links mittels Facebook Messenger an Freunde schicken. Quasi eine Weiterentwicklung des Senden Buttons, speziell auf den Facebook Messenger abgestimmt. Wie bei Netflix gilt, Inhalte gezielt an ausgewählte Kontakte verschicken, ohne dabei eine Meldung im News Feed abzusetzen.

Share-Buttons für WhatsApp und Line verhalten sich identisch. Weg von öffentlichen Shares hinzu Shares an ausgewählte Kontakte. Zwar wir hierdurch die Sichtbarkeit der Shares reduziert, aber die Qualität der Shares nimmt zu. Sharing in sozialen Netzwerken dreht sich nicht nur um Feeds und Streams, sondern auch um One-to-One Kommunikation. Theoretisch könnten Nutzer die Sichtbarkeit auch für jeden einzelnen Share einstellen, aber auf der einen Seite werden Listen immer noch selten eingesetzt und auf der anderen Seite ist es über einen eigenen Button für die Nutzer wesentlich komfortabler.

Lasst euren Nutzern die freie Wahl und bietet ihnen verschiedene Optionen an. Denkt an euer eigenes Verhalten und achtet einmal darauf, wie viele Links ihr nur mit einzelnen Kontakten teilt. Die wachsenden mobile Nutzung fördert diese Entwicklung. An jeder Ecke im Netz und zu jedem Zeitpunkt stoßen Nutzer auf interessante Inhalte. Viele davon sind für einzelne Freunde relevant, aber nur wenige für alle Freunde.

Jan Firsching

Autor bei Futurebiz und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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Kommentare

  1. […] Update 11.09: Mehr zu dem Thema auf FutureBiz, ein hervorragender Beitrag von Jan Firsching “Sharing in sozialen Netzwerken – Von one-to-many zurück zu one-to-one“ […]