Studie Facebook Seiten: Mehr Facebook Videos & niedrigere Postingfrequenz

Studie Facebook Seiten: Mehr Facebook Videos und niedrigere Postingfrequenz

„Move fast and break things“ ist die Philosophie von Facebook. Marken versuchen dieses Prinzip so gut wie möglich zu adaptieren und passen ihre Facebook Strategie immer wieder den neuen Bedingungen und Entwicklungen. Neue Formate rücken in den Vordergrund, die Postingfrequenz ändert sich und der Messenger gewinnt immer stärker an Bedeutung. Wie diese Veränderungen bei den 30 größten Markenseiten auf Facebook aussehen, hat Quintly in einer aktuellen Studie analysiert.

Postingfrequenz von Facebook Seiten geht zurück

Die Analyse von Quintly bezieht sich auf die 30 größten Facebook Seiten von Marken. Die untersuchten Facebook Seiten haben im Juni 2016 deutlich weniger Beiträge veröffentlicht, als es noch im Januar 2016 der Fall war. In Zahlen ist das ein Rückgang von 30 % innerhalb von sechs Monaten.

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Die Entwicklung bezieht sich nur auf eine sehr kleine Anzahl von Facebook Seiten. Dennoch geben Marken wie Disney, Mercedes-Benz und Intel auf Facebook häufig das Tempo vor und viele andere Unternehmen orientieren hieran. Disney veröffentlicht beispielsweise 4,32 Facebook Posts pro Tag. Das ist alles andere als wenig. Bei Walmart und Target wird es dann schon deutlicher. Auf beiden Facebook Seiten wird ca. alle vier Tage ein neuer Beitrag veröffentlicht. Mit der Frequenz von Disney werden nicht viele Marken mithalten können. Medienseiten sind eine Ausnahme und haben schon lange eine deutlich höhere Frequenz.

Aus diesem Grund hat Quintly bei der Berechnung auch die Facebook Seite von MTV ausgeschlossen. MTV hat in ersten Halbjahr 2016 im Durchschnitt über 67 Beiträge pro Tag veröffentlicht. Das ist schon eine Ansage, zeigt aber auch deutlich die unterschiedlichen strategischen Ansätze von einer Medienmarke wie MTV und zum Beispiel adidas originals, die jeden zweiten Tag neue Inhalte mit ihren Fans teilen.

Die Postingfrequenz einer Facebook Seite wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Medienunternehmen verfügen in der Regel über eine deutlich höhere Anzahl von Inhalten. Die Inhalte sind das Produkt und so entsteht ein von Grund auf anderer Ansatz. Ein weiterer Aspekt ist aber auch der immer gezieltere Einsatz von Facebook Anzeigen. Anstatt Inhalte zu produzieren und diese nur organisch zu verbreiten, arbeiten Marken in 2016 mit deutlich mehr Mediabudget und nutzen Features wie Custom Audiences immer effizienter. Es ist sinnvoller einen erfolgreichen Inhalt durch Facebook Anzeigen zu verlängern, als sich an einem starren Redaktionsplan zu orientieren.

Quintly hat auch ermittelt, dass die Anzahl von Interaktionen nicht von der Anzahl an veröffentlichten Inhalten abhängt. Ein wichtiger Punkt. Es geht nicht darum möglichst viele Inhalte zu veröffentlichen, sondern die richtigen Inhalte für die richtige Zielgruppe.

Facebook Videos beliebtestes Content Format

Facebook lässt keine Möglichkeit aus, um die Vorteile von nativen Facebook Videos hervorzuheben. Die Zahlen sprechen für Facebook. Gleiches gilt für die Ergebnisse, die Markenseiten mit Facebook Videos erzielen. Im ersten Halbjahr 2016 haben die 30 größten Facebook Seiten mehr Videos als Fotos veröffentlicht. Über Jahre galten Facebook Fotos als das Format, welches die meisten Interaktionen im News Feed generiert. Interaktionen sind aber nicht alles, beziehungsweise erfordern Interaktionen mit einem Video ein stärkeres Envolvement der Nutzer.

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Ein Like für ein Facebook Video benötigt mehr Aufmerksamkeit bei den Nutzern, als beispielsweise ein Foto auf Instagram. Nicht grundlos sind die absoluten Interaktionen und Interaktionsraten auf Instagram deutlich höher als auf Facebook. Es kommt aber nicht nur auf die Interaktionen an, sondern auch darauf wie sie entstehen. Auch auf Instagram werden immer mehr Videos veröffentlicht. Wenn sich die Entwicklung wie auf Facebook fortsetzt, werden auch auf Instagram die Interaktionsraten sinken. Ich gehe aber davon aus, dass es nicht in dem Umfang wie auf Facebook der Fall sein wird. Dafür grenzt sich Instagram zu deutlich von Facebook ab.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die größten Facebook Seiten effizienter agieren, voraussichtlich Mediabudgets auf Facebook wirkungsvoller einsetzen und von den Vorteilen von nativen Facebook Videos profitieren.

Sehr ihr eine ähnliche Entwicklung bei euren Facebook Seiten? Gewinnen auch bei euch Videos immer mehr an Bedeutung und hat sich eure Postingfrequenz verändert?

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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