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Die unendliche Geschichte: Nein, Instagram reduziert die Reichweite nicht auf 7 % & warum die Diskussionen so nie aufhören werden.

Foto von Firdouss Ross auf Unsplash

Die gleichen Vermutungen, die gleichen Forderungen und immer die gleichen Reaktionen.

Reduziert Instagram die Reichweite im Feed? Auf Twitter äußert sich Instagram im gewohnten Stil zu Spekulationen die besagen, dass ein Instagram Post maximal 7 % der Follower erreicht. Natürlich ist an den 7 % nichts dran. Wer auf Instagram aktiv ist und Unternehmen betreut weiß genau, dass es nicht stimmt.

Die Diskussionen, Falschmeldungen und unkorrekten Interpretationen von Algorithmen werden aber niemals aufhören. Zumindest nicht, wenn sie immer nach dem bisherigen Schema ablaufen. Der typische Ablauf zur angeblich sinkenden Reichweite auf Instagram (beliebig durch Facebook, Twitter und Co. austauschen) sieht ungefähr so aus:

Typischer Diskussionsablauf zur Instagram Reichweite

  • Menschen bemerken einen Rückgang bei den Interaktionen und führen dies auf den Algorithmus und sinkende Reichweiten zurück. So entstehen Vermutungen.
  • Diese Vermutungen werden verbreitet und von weiteren Menschen aufgegriffen
  • Jetzt steigt Instagram ein und versucht den Algorithmus möglichst verständlich zu erklären.
  • Als Nächstes kommen die Forderungen nach einem chronologischen Instagram Feed. #allessowiefrüher
  • Instagram bestätigt erneut, dass keine Inhalte ausgeblendet werden.
  • Instagram bestätigt, dass mehr Inhalte ausgespielt und angezeigt werden, seit der Algorithmus eingeführt wurde.
  • Menschen fordern weiterhin den chronologischen Feed. Wenigstens als Alternative.
  • Instagram verstummt und reagiert exakt so bei der nächsten Welle.
  • Menschen bemerken einen Rückgang bei ihrer Reichweite und…

Einfach mal die Tweets von Instagram und die Replies durchlesen.

Solange die Diskussion so abläuft, wird sich daran auch nichts ändern. Instagram wird vom Algorithmus nicht abrücken und auch keine chronologische Alternative einführen. Menschen werden sich weiter beschweren und einen chronologischen Feed fordern.

Die Argumentation von Instagram kann man dabei durchaus als einen Grund des Problems bezeichnen. Ein Argument wie, „wir zeigen Posts von Accounts zuerst an, mit denen eine Person interagiert“, führen automatisch zu folgender Antwort: „Wenn immer nur die Accounts angezeigt werden, mit denen ich interagiert habe, sind sie immer sehr ähnlich.“

Der Algorithmus findet eine Mischung und wie er im Detail funktioniert, ist bei der Diskussion nicht entscheidend. Die Erklärung von Instagram ist richtig, löst aber immer die gleichen Antworten und Wünsche aus. Wünsche, auf die nicht eingegangen wird. Häufig aus sehr guten Gründen.

Richtige Entscheidung? Twitter geht auf seine Nutzer zu.

Wenn wir uns jetzt einmal die gleichen Diskussionen auf Twitter und die Entwicklungen der letzten Monate ansehen, dann geht Twitter einen anderen Weg. Die Option für die chronologische Twitter Timeline wurde eingeführt. Forderungen und Beschwerden gab es auch hierzu in der Vergangenheit genug. Ist Twitter somit näher an seinen Nutzern dran oder ist das Zugeständnis langfristig gesehen ein Fehler?

Menschen geben sich mit den Antworten von Instagram nicht zufrieden. Zumindest ein Teil, die dann ihren Unmut in sozialen Netzwerken äußern. Das Twitter die Option eingeführt hat, ist für mich ein sehr positives Signal. Klar ist aber auch, dass es immer nur eine Option bleiben wird. Ich kann aber natürlich auch Instagram sehr gut verstehen. Die Zahlen und Auswirkungen des Algorithmus sprechen für Instagram.

Twitter kommuniziert anders, ist dabei aber auch deutlich unklarer als Instagram. „Wir denken über alles nach oder wir ziehen unterschiedliche Optionen in Betracht.“ Das führt zu weiteren Spekulationen und Irritationen.

Ob Algorithmus oder Shadowban. Geht es um Fragen und Spekulationen zur Reichweite, dann gibt Instagram die korrekten Antworten, die Diskussionen nehmen aber kein Ende.

An dem aktuellen Fall mit der angeblichen Reichweite von maximal 7 % ist nichts dran. Warten wir auf den Nächsten.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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