Nick Schwab: "In der Welt der Voice Apps gewinnen einfache Erlebnisse."

Nick Schwab von Invoked Apps im #OMR18 Interview: „In der Welt der Voice Apps gewinnen einfache Erlebnisse.“

An Weihnachten 2017 lag die Alexa App im App Store und im Google Play Store auf dem ersten Platz. Kein Produkt wurde auf Amazon an Weihnachten öfter verkauft als der Echo Dot. Die Entwicklung führt automatisch dazu, dass an sich schon große Interesse von Marken und Unternehmen an Sprachassistenten und Voice Apps, immer weiter steigt.

Ob wir aber nach dem Pivot to Video jetzt direkt zum Pivot to Voice wechseln müssen, sollte sich jede Marke genau überlegen. Nick Schwab von Invoked Apps hat bereits eine Vielzahl von erfolgreichen Alexa Skills entwickelt. Im Vorfeld des OMR Festival 2018 haben wir Nick Schwab schon ein paar Fragen gestellt. Nick erklärt im Interview die Unterschiede zwischen Voice Apps und Chatbots, welche Voraussetzung eine Voice App einer Marke erfüllen muss und wie ein neue entwickelter Alexa Skill überhaupt gefunden werden kann.

Bildquelle Flickr: Fotograf Robert Couse-Baker (CC BY 2.0)

(English version below)

Futurebiz: Chatbots und Sprachassistenten werden oft miteinander verwechselt und gleichgestellt. Warum ist das so und was ist der Hauptunterschied zwischen beispielsweise einem Alexa Skill und einem typischen Chatbot?
 Nick Schwab: Obwohl die beiden Begriffe oft synonym verwendet werden, repräsentieren sie nicht immer dasselbe. Alexa Skills sind Chatbots, aber Chatbots sind nicht immer Alexa Skills. Ein Chatbot ist eine verallgemeinerte Bezeichnung für eine Anwendung, die über einen sprach- oder textbasierten Schnittstellenaustausch verwendet werden kann. Ein Alexa-Skill ist eine spezielle Art von Chatbot, der entworfen wurde, um mit ihm mittels Sprache auf der Alexa-Plattform zu interagieren.
Viele Entwickler im Bereich „digitaler Assistent“ werden den Begriff „Chatbot“ verwenden, um eine textbasierte App darzustellen (wie einen Facebook Messenger Bot, Skype Bot, Text Bot oder eines der zahlreichen automatisierten Chat Pop-Ups, die wir auf Websites sehen). Der Begriff „Voice App“ wird hingegen für audio-basierte Apps wie Alexa Skills und Google Actions reserviert.
Futurebiz: Nach dem Pivot zu Video gab es einigen Buzz über den Pivot to Voice. Worüber sollte eine Marke zuerst nachdenken, wenn sie einen Alexa Skill oder eine Voice App entwickeln möchte?

Nick Schwab: Das ist eine ausgezeichnete Frage. Für Marken, die hauptsächlich physische Produkte anbieten, sollten man als Erstes darüber nachdenken, wie sich die Marke/Produkte auf Konversationserfahrungen auswirken. Marken müssen überlegen, wie Kunden in ihrem täglichen Leben über ihre Marke sprechen oder wie ihre Marke alltägliche Probleme löst. Zum Beispiel bietet Tide (Waschmittelunternehmen) eine Voice App an, die Menschen dabei hilft, bestimmte Arten von Flecken zu entfernen. Das ist eine ausgezeichnete digitale Begleitung zum primär physischen Produkt. Auf eine ähnliche Art und Weise hat Patrón eine Voice App entwickelt, die erklärt, wie man verschiedene alkoholische Mixgetränke herstellt. Das passt perfekt zu ihrer primären Geschäftsstrategie: Tequila verkaufen.

 

Futurebiz: Mit einer Sprach App verhält es sich ähnlich wie bei einer Mobile App. Wenn die App keine Sichtbarkeit in den Stores hat, dann wird sie niemand verwenden. Ist die App Discovery fast so wichtig wie die Voice App an sich?
Nick Schwab: Absolut. Eine der schwierigsten Herausforderungen bei Voice Apps besteht heute darin, eine anfängliche Sichtbarkeit zu schaffen. Da es derzeit keine offizielle Möglichkeit gibt, Alexa oder Google Home  Kunden über soziale Medien oder Voice App Stores anzubieten, haben Entwickler oft Schwierigkeiten, eine erste Zielgruppe zu gewinnen. Der beste Weg, dies heute zu tun, ist eine starke SEO-Strategie. Damit die App basierend auf dem, wonach Menschen suchen, oder durch die Benennung der App, identifiziert werden kann, die mit einer allgemeinen Sprachanfrage übereinstimmen könnte.
Futurebiz: Du hast schon viele Voice Apps entwickelt. Was war in dieser Zeit dein wichtigstes Learning und was sollte eine Marke vermeiden, wenn es um die Entwicklung einer Voice App geht?
Nick Schwab: In der Welt der Voice Apps gewinnen einfache Erlebnisse. Stellt sicher, dass die Voice App der Marke ein Problem auf eine Weise löst, die für den Endbenutzer so einfach wie möglich ist. Denk einfach an all die Male, an denen Du in ein automatisches Telefonsystem angerufen hast. Wenn die Befehle „Drücken Sie 1 oder 2“ benötigt werden, um Informationen zu erhalten, sollte diese Erfahrung nicht in einer Voice App wiederholt werden. Im Allgemeinen sollten Voice Apps auf 1-3 Interaktionen pro Sitzung begrenzt sein, es sei denn, es handelt sich um ein Spiel. Andernfalls riskierst du, dass Menschen sich belästigt fühlen und die Retention negativ beeinflusst wird.
Futurebiz: Der Markt für Sprachassistenten wird von Google, Amazon, Apple und Microsoft dominiert. Hast du einen persönlichen Favoriten und würdest du einer Marke eine bestimmte Plattform empfehlen oder sollten sie All-In gehen?
Nick Schwab: Der Wettbewerb verstärkt sich immer weiter, aber es gibt zwei Marktführer, auf die sich Marken konzentrieren können: Amazon Alexa und Google Assistant. Beide Plattformen verfügen über eine umfassende API für Marken, die genutzt werden kann, um qualitativ hochwertige Sprachanwendungen zu erstellen. Zusätzlich haben sie bereits ein großes Publikum für sich gewonnen, das nach großartigen neuen Voice Apps sucht, die in ihr tägliches Leben integriert werden können. Microsoft scheint in Bezug auf die Verbraucherakzeptanz hinterherzuhinken, während Apple den Marken noch keine Möglichkeit bietet, Anwendungen für den HomePod zu entwickeln.

Danke für das Interview Nick!

Ihr findet Nick auch auf Twitter und LinkedIn.


Interview with Nick Schwab (Invoked Apps): What Brands need to know about voice apps

Futurebiz: Chatbots and voice assistants are often mixed up. Why is this happening and what is the main difference between an Alexa skill and a typical chatbot?
Nick Schwab: Although the two terms are often used interchangeably, they do not always represent the same thing. Alexa Skills are Chatbots, but Chatbots are not always Alexa Skills. A Chatbot is a generalized term for an application designed to be used via a voice or text-based interface exchange. An Alexa Skill is a specific kind of Chatbot designed to be interacted with via voice on the Alexa platform. Many developers in the digital assistant space will use the term „Chatbot“ to represent a text-based app (like a Facebook Messenger bot, Skype bot, text message bot, or one of the numerous automated chat pop-ups you see on websites today) and reserve the term „voice app“ for audio-based apps like Alexa Skills and Google Actions.
Futurebiz: After the Pivot to video, there has been some buzz about the Pivot to voice. What should a brand think about first, when they want to develop an Alexa skill or a Voice app in general?
Nick Schwab: This is an excellent question. For brands which primarily offer physical products, the first thing they should think about is how their brand/products apply to conversational experiences. Consider the ways customers talk about their brand in their daily lives or how their brand solves everyday problems. For example, Tide (yes, the laundry detergent company) offers a voice app to help users by giving directions to remove certain types of clothing stains, which is an excellent digital accompaniment to their brand’s primary physical product. In a similar fashion, Patrón made a voice app to instruct users about how to make various alcoholic mixed drinks, complimenting their primary business strategy of selling tequila.
Futurebiz: With a voice app, it is similar to a mobile app. If the app has no visibility in the store, no one will use it. Is the app discovery nearly as important as the voice app itself?
Nick Schwab: Absolutely. One of the most difficult challenges with voice apps today is creating initial visibility. Since there currently isn’t an official way to market to Alexa device owners or Google Home owners through social media or voice app stores, app creators often struggle to attract an initial audience. The best way to do this today is to have a strong SEO strategy so your app can be discovered based on what users are searching for, or by naming your app in a way which might align with a common voice request.
Futurebiz: You have developed several voice apps. What was your key learning in that time and what should a brand avoid, when it comes to the development of a voice app?
Nick Schwab: In the world of voice apps, simple experiences win. Make sure your brand’s voice app is solving a problem in a way that is as simple as possible for the end user. Think about all the times you’ve called into an automated phone system only to be sent through a series of „press 1 or 2“ prompts to get the information you actually want, and avoid recreating that experience in your voice app. In general, unless you’re making a game, voice apps should be limited to 1-3 interactions per session, otherwise you risk inconveniencing your users and hurting your retention rate.
Futurebiz: The voice assistant market is dominated by Google, Amazon, Apple and Microsoft. Do you have a personal favorite and would you recommend a brand a certain platform or should they go all in?
Nick Schwab: The market is becoming very competitive, but there are two market leaders I encourage brands to focus on: Amazon Alexa and Google Assistant. Both of these platforms have a wholesome API for brands to take advantage of in order to build high-quality voice applications and have attracted a large consumer audience who are on the lookout for great new voice apps to integrate into their daily lives. Microsoft seems to be lagging behind in regard to consumer adoption, while Apple has yet to even offer a way for brands to create applications for the HomePod.

Thank you for the Interview Nick!

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.