
LinkedIn entwickelt eine Funktion weiter, auf die viele Marketer gewartet haben. Mit dem Brand Kit im Kampagnenmanager können Unternehmen ihre zentralen Markenregeln direkt in der Plattform festlegen. Farben, Schriften und sogar die Markenstimme lassen sich hinterlegen, damit KI-generierte Anzeigen von Anfang an zum eigenen Auftritt passen.
Das Feature ist aktuell noch nicht für alle Accounts verfügbar, wird aber schrittweise ausgerollt.
Was das LinkedIn Brand Kit kann
Das Brand Kit findet ihr im Kampagnenmanager unter dem Menüpunkt „Assets“. Wer es zum ersten Mal öffnet, stellt fest, dass LinkedIn bereits automatisch einen ersten Entwurf der Brand Voice erstellt. Grundlage dafür sind bestehende Beiträge und die Unternehmensseite. Ihr müsst also nicht bei null anfangen.
Folgende Elemente lassen sich definieren:
- Farbpalette: eure offiziellen Markenfarben, die LinkedIn bei KI-generierten Anzeigen berücksichtigt.
- Schriften: getrennt für Überschriften und Fließtext.
- Brand Voice: eine Beschreibung, wie eure Marke kommuniziert, inklusive konkreter Dos und Don’ts.
LinkedIn selbst formuliert das Versprechen hinter dem Feature so: Das Brand Kit soll Zeit sparen und Off-Brand-Fehler reduzieren, weil KI-Entwürfe ohne manuelles Nacharbeiten bereits markenkonform sein sollen.
So nutzt ihr das Brand Kit im LinkedIn Kampagnenmanager
Der Workflow im kampagnenmanager linkedin ist überschaubar. Beim Anlegen eines neuen Anzeigen-Sets öffnet ihr das Brand Kit über den Button oben rechts im Creator. Ihr könnt entweder ein eigenes Kit manuell anlegen oder das automatisch generierte übernehmen und anpassen. Alle Änderungen werden gespeichert und auf zukünftige Anzeigen angewendet.
Zwei Details sind dabei wichtig:
Aktuell unterstützt das Brand Kit ausschließlich das Format „Single Image Ad.“ Andere Anzeigenformate folgen vermutlich, sind aber noch nicht verfügbar.
Wer noch keinen Zugang hat, liegt möglicherweise daran, dass der Ad-Account zu wenige Markensignale geliefert hat, zum Beispiel keine Website auf der Company Page oder kaum organische Posts. In dem Fall lässt sich das Brand Kit auch manuell einrichten, ohne auf die automatische Version warten zu müssen.
Sinnvoll, aber mit Vorbehalt
Das Brand Kit ist ein logischer Schritt für Teams, die LinkedIn-Anzeigen in größerem Maßstab produzieren. Statt bei jeder neuen Kampagne Farben und Ton neu einzustellen, liegen die Leitplanken einmal fest.
Die Einschränkung liegt aber auf der Hand. LinkedIn kämpft gerade selbst gegen generischen KI-Content im Feed und hat angekündigt, die Reichweite von Inhalten einzuschränken, die keine echte Perspektive liefern. Gleichzeitig baut die Plattform Werkzeuge, die genau diesen Content noch leichter produzierbar machen.
Wer KI-Tools im Marketing sinnvoll einsetzen will, braucht vor allem eines: das Wissen darüber, wo sie helfen und wo sie schaden. LinkedIn hat dafür zusammen mit Adobe gerade kostenlose KI-Kurse für Marketing-Profis veröffentlicht. Das Brand Kit ist nützlich als Hilfestellung, aber kein Ersatz für echte redaktionelle Kontrolle. KI-generierte Entwürfe sollten weiterhin geprüft werden, bevor sie live gehen.
Besonders die Brand Voice sollte so konkret wie möglich beschrieben sein. Je spezifischer die Vorgaben, desto weniger Nacharbeit brauchen die Ergebnisse.
Wann lohnt sich der Einsatz?
Für kleinere Teams mit wenigen Kampagnen im Monat macht das Brand Kit vor allem als Konsistenz-Check Sinn. Für größere Marketing-Abteilungen, die viele Anzeigenvarianten testen, kann es tatsächlich relevante Zeit sparen.
Wer bereits Zugang hat, sollte die Einrichtung jetzt angehen und die Brand Voice nicht als Pflichtfeld behandeln, sondern als strategisches Dokument: Was darf in einer LinkedIn-Anzeige stehen, was nicht? Je klarer diese Antwort, desto besser die Ausgabe.
Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting
Blogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.



