Twitter geht gegen Bots vor oder wenn Automatisierung zu Spam wird.

Twitter geht gegen Bots vor oder wenn Automatisierung zu Spam wird.

Marketing Automation soll Unternehmen die Arbeit erleichtern und ermöglichen, die richtigen Kunden automatisiert mit den passenden Inhalten anzusprechen. Alles gut. Dann gibt es aber noch die andere Art von Automatisierung. Automatisiertes Publishing auf mehreren Accounts gleichzeitig. Automatisiertes folgen und entfolgen von Social Media Accounts und die automatisierte Ausführung von Likes oder Shares. Twitter geht gegen diese Art der Marketing Automation jetzt gezielt vor und hat einige Anpassungen angekündigt, die nahezu auf jedes soziale Netzwerk zutreffen.

Bildquelle Flickr: Fotograf spinster cardigan“ no mail today“ (CC BY 2.0)

Wenn Automatisierung zu Spam wird

Im Twitter Developer Blog wurden die Anpassungen vorgestellt. Des Weiteren wurden Dienstleistern, App Entwicklern und Unternehmen Richtlinien an die Hand gegeben, die alle relevanten Punkte abdecken.

Keine identischen Inhalte gleichzeitig veröffentlichen

Im ersten Punkt geht es um die Veröffentlichung von Inhalten (Tweets), die gleichzeitig auf mehreren Twitter Profilen geteilt werden. Nahezu alle Social Media Publishing Tools unterstützen die Verwaltung von mehreren Accounts. Wenn dieser Ansatz jetzt im großen Stil durchgeführt wird, konnte über die Twitter Api mit wenigen Schritten eine große Anzahl von Inhalten parallel veröffentlicht werden. Wer Spam verbreiten will, findet das natürlich hilfreich und leider wurden diese Möglichkeit auch so eingesetzt.

Do not simultaneously post identical or substantially similar content to multiple accounts.

Als Alternative nennt Twitter manuelle ReTweets. Ihr werdet also etwas mehr Zeit für das Publishing auf Twitter investieren müssen.

Keine Interaktionen (Likes, ReTweets) gleichzeitig durchführen

Neben der Veröffentlichung von Inhalten, sind automatisierte Interaktionen ein weiteres großes Problem und das gilt nicht nur für Twitter.

In den neuen Richtlinien gibt Twitter klar vor, dass automatisierte und gleichzeitig durchgeführte Interaktionen einen Verstoß darstellen. Das gilt sowohl für eigene Apps als auch für Dienstleister, die Social Media Tools entwickeln und ihren Kunden zur Verfügung stellen.

Do not simultaneously perform actions such as Likes, Retweets, or follows from multiple accounts.

Auch das automatische Folgen von mehreren Accounts gleichzeitig ist nicht im Sinne von Twitter.

Automatisiert in die Twitter Trends

Wer über eine große Anzahl von Twitter Profilen verfügt und über eine Automatisierung versucht in die Twitter Trends zu kommen, muss sich etwas anderes überlegen. Jegliche Form von einer automatsierten Planung und Veröffentlichung von Inhalten ist untersagt. Sieht so der „Mehrwert“ und das Prinzip einer Twitter App aus, dann ist damit jetzt Schluss.

The use of any form of automation to post identical or substantially similar content, or to perform actions such as Likes or Retweets, across many accounts that have authorized your app (whether or not you created or directly control those accounts) is not permitted.

Twitter setzt dies auch auf TweetDeck um.  Wenn ihr TweetDeck nutzt, um Tweets zu publizieren, müsst ihr jetzt immer alle Accounts einzeln auswählen.

Die Änderungen von Twitter sind definitiv der richtige Weg und ein weiterer Schritt, dass Social Media Spam Problem in den Griff zubekommen. Euer Aufwand wird sich durch die Anpassungen voraussichtlich etwas erhöhen, aber da müssen wir jetzt durch. Auch wir haben TweetDeck genutzt, um Tweets zu veröffentlichen. Für Twitter spielt es keine Rolle, ob es zwei oder 200 Accounts sind. Wenn sich durch die härteren Richtlinien aber die Qualität der Plattform verbessert und es Spammer schwerer haben, dann nehmen wir den höheren Aufwand gerne in Kauf.

Alle Entwickler haben bis zum 23. März 2018 noch Zeit, eventuelle Anpassungen vorzunehmen und ihre Apps und Tools an die neuen Vorgaben von Twitter einzustellen.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.