
Lange mussten Creator in Deutschland zuschauen, wie Kolleg:innen in den USA und Lateinamerika ihre Reels per KI übersetzen lassen. Damit ist jetzt Schluss. Instagram hat die KI-Übersetzungen für Reels um Deutsch, Japanisch, Koreanisch, Französisch und Italienisch erweitert. Für euch bedeutet das: Eure Reels können ab sofort automatisch in andere Sprachen übersetzt werden, ohne dass ihr ein zweites Video aufnehmen müsst.
Instagram Reels KI-Übersetzung: Mehr als nur Untertitel
Die Meta AI Translations übersetzen nicht nur Untertitel und Audiospur. Die KI passt zusätzlich die Lippenbewegungen an die übersetzte Sprache an. Das übersetzte Reel sieht also so aus, als würdet ihr tatsächlich in der jeweiligen Sprache sprechen, inklusive eurer eigenen Stimme. Genau dieser Lip-Sync unterscheidet die Funktion von klassischen Untertiteln oder einer nachträglichen Vertonung.
Instagram will Creators damit helfen, Zielgruppen in anderen Ländern zu erreichen, ohne zusätzlichen Produktionsaufwand. Nach eigenen Angaben hat die Funktion schon vielen Creators geholfen, ihre Reichweite über den eigenen Sprachraum hinaus auszubauen.
14 oder 18 Sprachen? Meta und Mosseri widersprechen sich
Kurioses Detail am Rande: Instagram-Chef Adam Mosseri spricht von 14 unterstützten Sprachen, während Meta in der offiziellen Pressemitteilung 18 Sprachen nennt. Woher die Differenz kommt, ist unklar. Sicher ist, dass darunter auch mehrere indische Sprachen sind. Kein Zufall, denn Indien ist der größte Markt für Instagram.
Auch Facebook baut die automatischen Übersetzungen aus. Dort kommen unter anderem Arabisch, Französisch, Vietnamesisch, Thailändisch und Indonesisch hinzu. Weitere Sprachen sollen auf beiden Plattformen folgen.
Reels übersetzen: So funktioniert es und das sind die Voraussetzungen
Ihr findet die Option direkt im Reels-Editor beim Erstellen eines neuen Beitrags. Verfügbar ist sie für Accounts mit mehr als 1.000 Follower:innen. Pro Reel könnt ihr maximal zwei Sprachen für die Übersetzung auswählen. Ihr solltet also vorab überlegen, in welchen Märkten euer Content das größte Potenzial hat.
Wichtig: Ihr behaltet die volle Kontrolle. Vor der Veröffentlichung könnt ihr die Übersetzungen prüfen, die Lippensynchronisation deaktivieren oder die Übersetzung komplett verwerfen. Niemand muss also ein KI-generiertes Ergebnis veröffentlichen, hinter dem er oder sie nicht steht.
Unsere Einschätzung: Große Chance mit kleinen Schönheitsfehlern
Für Creator und Marken mit internationaler Ausrichtung ist das Update ein echter Gewinn. Wer bisher separaten Content für verschiedene Märkte produziert hat, kann jetzt mit einem einzigen Reel testen, wie Inhalte in Frankreich, Italien oder Japan ankommen. Meta treibt das Thema ohnehin auf mehreren Ebenen voran, erst kürzlich hat die Instagram Edits App eine automatische Übersetzung für Captions in 15 Sprachen erhalten.
Perfekt ist die Technik allerdings noch nicht. Die Ergebnisse schwanken je nach Video und vor allem die Lippensynchronisation wirkt manchmal unnatürlich. Die Kernaussage eures Contents kommt zwar an, der letzte Feinschliff fehlt aber noch. Unser Tipp: Probiert die Funktion aus und schaut euch die Übersetzung vor dem Posten genau an. Wenn der Lip-Sync nicht überzeugt, könnt ihr ihn einfach abschalten und nur die übersetzte Tonspur nutzen.
Wenn eure übersetzten Reels in bestimmten Regionen gut performen, lohnt es sich, dort gezielt weiterzumachen und eine neue Community aufzubauen. Die KI-Übersetzungen nehmen euch die größte Hürde ab, den Rest erledigt guter Content.
Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting
Blogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.



