
Schluss mit TikTok, Instagram & Co. für die Jüngsten? Ein von der EU-Kommission beauftragtes Expertengremium hat sich in einem neuen Bericht für ein Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche unter 13 Jahren ausgesprochen. Konkret heißt das: Kinder unter der Altersgrenze von 13 Jahren sollen sozialen Netzwerken künftig nur noch unter Aufsicht begegnen dürfen. Was hinter der neuen EU Social Media Regulation steckt, erfahrt ihr hier.
Was steckt hinter dem von der Leyen Social Media Vorstoß?
Auf Initiative von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte sich eine Expertengruppe monatelang mit der Frage beschäftigt, wie Kinder besser vor den Risiken sozialer Netzwerke geschützt werden können. Das Ergebnis wurde nun in Brüssel vorgestellt und schlägt hohe Wellen.
Von der Leyen machte deutlich, dass es eine klare Grenze braucht, ab welcher sich Kinder überhaupt auf Plattformen anmelden dürfen. Ihr Vorschlag: ein gestaffeltes Modell, bei dem der Zugang schrittweise mit dem Alter wächst, statt eines pauschalen Stichtags für alle.
Social Media Altersgrenze: Was für unter 13-Jährige gelten soll
Konkret sieht das Papier vor, dass Kinder im Alter von unter 13 Jahren digitale Dienste nur zeitlich begrenzt nutzen sollen, entweder gemeinsam mit den Eltern oder im schulischen Rahmen. Ab dem 13. Geburtstag könnten Jugendliche zunehmend eigenständig auf altersgerechte Angebote zugreifen, allerdings weiterhin mit verpflichtenden Sicherheitsvorkehrungen der Anbieter.
Einzelne Plattformen könnten je nach Risiko sogar erst ab 15 oder 16 Jahren freigegeben werden. Die konkrete Ausgestaltung der Altersbegrenzung von Social Media bliebe damit Sache der einzelnen Mitgliedstaaten. So könnten diese auch strengere Regeln als die EU-weite Basisvorgabe festlegen und auch in Griechenland Social Media Einschränkungen bezwecken.
Wie geht die EU Parlament Social Media Debatte weiter?
Bis ein echtes, EU-weites Social Media Verbot für Jugendliche und Kinder Realität wird, wäre es noch ein weiter Weg. Von der Leyen kündigte an, bereits im September konkretisieren zu wollen, wie die Empfehlungen in verbindliches EU-Recht überführt werden sollen.
Anschließend braucht es einen offiziellen Gesetzesvorschlag der Kommission, über den dann das EU Parlament sowie die 27 Mitgliedstaaten verhandeln müssen. Bis zur Umsetzung könnten also noch etliche Monate ins Land gehen.
Druck auf Social Media Plattformen wächst
Parallel zur Debatte um feste Altersgrenzen nimmt die EU Kommission auch die Plattformbetreiber selbst stärker in die Pflicht. Vor allem steht bei der EU Kommission Tiktok derzeit besonders im Fokus, ebenso wie Instagram, Youtube und Snapchat. Die Dienste sind nach dem europäischen Gesetz über digitale Dienste bereits verpflichtet, Minderjährige besser vor Suchtmechanismen und schädlichen Inhalten zu schützen.
Gegen den Meta-Konzern läuft wegen mutmaßlicher Verstöße bereits eine eigene Meta Social Media Klage, der sogar eine Milliardenstrafe folgen könnte. Die Fachleute fordern deshalb, bestehende Regeln künftig deutlich konsequenter durchzusetzen, statt nur neue Gesetze zu schaffen.
Söder Social Media Rückenwind aus der deutschen Politik
Auch aus Deutschland kommt Zustimmung für die EU-Pläne. CSU-Chef Markus Söder zeigte sich offen für eine Social Media Beschränkung bis 13 Jahre und bezeichnete den Vorschlag als gute Diskussionsgrundlage. Besonders positiv bewertete er, dass keine zusätzlichen Hürden bis 16 Jahre vorgesehen sind, wie sie für das Social Media Verbot in Australien bereits gelten.
Parallel treibt Bundesfamilienministerin Karin Prien ein eigenes deutsches Gesetz voran, das sich ebenfalls an der Marke von 13 Jahren orientieren könnte.
Fazit: Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche nimmt Formen an
Ob am Ende wirklich ein einheitliches Social Media Verbot EU-weit kommt, ist trotz der Empfehlungen weiterhin offen. Klar ist aber: Der Druck auf Politik und Plattformen, den Jugendschutz im Netz endlich ernst zu nehmen, wächst spürbar. Für Eltern oder Jugendliche lohnt es sich, die Entwicklung im Blick zu behalten, denn schon im September könnten die nächsten konkreten Schritte zur neuen Altersgrenze für Social Media folgen.
Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting
Blogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.



