Twitter testet eigenen Algorithmus für die Timeline.

Macht Twitter jetzt ernst? Twitter testet Algorithmus für die Timeline

Twitter scheint nun ernsthaft zu überlegen, ob die chronologische Reihenfolge von veröffentlichten Tweets noch eine Zukunft hat. Aktuell testet einen Algorithmus für die Ausgabe von Tweets. Dieses Prinzip kennen wir von Facebook. Wir kennen aber auch die Haltung der Twitter Community, welche sich lautstark gegen einen Filter, beziehungsweise einen Algorithmus ausgesprochen haben.

Motherboard hat Screenshots veröffentlicht, die eine neue Anordnung der Tweets zeigen. Der Twitter Algorithmus sortiert die Tweets nicht nur in einer anderen Reihenfolge, es werden auch Tweets ausgeblendet. Faktoren werden die Aktivität mit einzelnen Tweets sein, die Verwendung von Hashtags, aber auch die Affinität zu einzelnen Twitter Accounts.

Twitter Algorithmus - Test für Ausgabe von Tweets in der Twitter Timeline

Der Test soll Twitter zeigen, ob ein Algorithmus die bessere Wahl ist. Die Frage die sich hier stellt: Für wen ist es die bessere Lösung?

Eingefleischte Twitter Nutzer werden auf die Barrikaden gehen. Das haben sie bei Auto-Play von Videos gemacht, beim Wechsel vom Fav zum Like und auch bei nahezu allen Änderungen am Twitter Design. Für neue Nutzer könnte der Algorithmus aber durchaus die richtige Wahl sein. Man ist die Vorgehensweise von Facebook gewöhnt. Ob bewusst oder unterbewusst spielt keine Rolle.

Twitter Nutzer die Teil des Tests sind, beschweren sich über die unübersichtliche Darstellung und die Schwierigkeit Diskussionen und Reaktionen zu verfolgen. Wenn Twitter sich für den Algorithmus entscheiden sollte, ist der Bruch sicher stärker als bei Facebook. Die chronologische Ausgabe von Tweets kann als Alleinstellungsmerkmal und klare Abgrenzung zu Facebook bezeichnet werden und wird von vielen Nutzern geschätzt. Auf Facebook sind die negativen Stimmen zum News Feed Algorithmus immer leiser geworden. Twitter wird viel Gegenwind erhalten und das von der wichtigsten Nutzergruppe: den Hardcore Nutzern. Die Macht dieser Nutzer darf Twitter auf keinen Fall nicht unterschätzen.

Neben der Generierung weiterer Nutzer, sind für Twitter vor allem die Aktivität und die Verweildauer entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Zukunft. Ein Twitter Algorithmus wird für Gewinner und Verlierer sorgen. Voraussichtlich werden Nachrichten- und Medienunternehmen von dem Algorithmus profitieren, da hier in der Regel mehr Interaktionen in Form von Klicks, Retweets und Likes entstehen. Auch Tweets zu Live-Events und Trending Hashtags könnten von einem Algorithmus profitieren. Es werden die gleichen Pro und Contra Argumente wie bei Facebook aufkommen. Wenn Twitter etwas von Facebook und den Reaktionen gelernt hat, sollte die Funktionsweise und die entscheidenden Faktoren des Algorithmus von Beginn an offen kommuniziert werden.

Je offener Facebook Änderung erklärt hat, umso weniger negative Reaktionen gab es auch. Diesen Weg sollte auch Twitter gehen.

Was meint ihr? Bringt der Algorithmus Twitter etwas, oder sorgt er nur für negative Stimmung, welche Twitter aktuell ja nicht wirklich gebrauchen kann? Weitere Tweets und Screenshots zum Twitter Algorithmus findet ihr über die Twitter Suche.

via Buzzfeed Tech

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

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