Warum die Einhaltung der Kennzeichnungspflichten im Influencer Marketing Aufgabe der Unternehmen ist. - Futurebiz.de

Warum die Einhaltung der Kennzeichnungspflichten im Influencer Marketing Aufgabe der Unternehmen ist.

In Zeiten von Native Advertising hat Werbung die Aufgabe, sich möglichst natürlich in sein Umfeld zu integrieren. Werbung soll nicht stören, sich nicht über bestehende Inhalte legen und wie alle anderen Inhalte wahrgenommen werden. Während Native Advertising auf Publisherseite oftmals klar gekennzeichnet wird, sieht es beim Influencer Marketing noch anders aus. Doch wer muss sich um die Kennzeichnungspflichten beim Influencer Marketing kümmern? Wer trägt die Verantwortung?

Bildquelle Flickr: Fotograf nosha „Responsibility“ (CC BY-SA 2.0)

Influencer werden belehrt

Influencer müssen die Regeln kennen, beziehungsweise eine Vorstellung davon haben, wie Kooperationen und bezahlte Inhalte gekennzeichnet werden müssen. Es gibt Leitfäden für Influencer und es gibt spezielle Einstellungen auf beispielsweise YouTube und Facebook. All das bringt aber nichts, wenn Marken und Unternehmen genau das Gegenteil einfordern. Blogger aus den unterschiedlichsten Bereichen werden mit Anfragen dieser Art schon lange konfrontiert. Bezahlte Beiträge sollen auf Kundenwunsch nicht als Werbung gekennzeichnet werden, damit der Artikel noch authentischer und natürlicher wirkt. Wer trägt also die Schuld daran, dass Kennzeichnungspflichten oftmals nicht erfüllt werden?

Natürlich könnten Blogger, YouTuber und Instagrammer den Unternehmen eine klare Ansage machten und Anfragen dieser Art konsequent ablehnen. Das passiert auch. Unternehmen und beteiligte Agenturen stehen aber auch in der Pflicht. Wer Influencer darum bittet, keine Kennzeichnung zu setzen, oder dies sogar als Voraussetzung für eine Zusammenarbeit bestimmt, ist unglaubwürdiger als die Influencer, die auf #Werbung und Co. verzichten.

Unternehmen stehen bei Kennzeichnungspflichten in der Pflicht

Die meisten Publisher kennzeichnen gesponserte Beiträge und Advertorials. Ohne solch eine Kennzeichnung besteht keine Möglichkeit, dass der Beitrag veröffentlicht wird. Auch wenn reichweitenstarke Influencer auf ähnliche Reichweiten wie der eine oder andere Publisher kommen, können wir dies nicht mit Advertorials und gesponserten Beiträgen vergleichen.

Für Inhalte zu bezahlen, ist keine Ausnahme mehr. Warum fehlt dann das Vertrauen in diese Inhalte? Überzeugt mein Produkt nicht, wenn es als Werbung gekennzeichnet wurde?

Hinzu kommt, dass das Bewusstsein in der Branche für Kennzeichnungspflichten immer allgegenwärtiger wird. Möchte ich als Unternehmen auftreten und den Eindruck erwecken, dass ich mit Influencern zusammen arbeite und Inhalte bewusst nicht als Werbung kennzeichnen möchte? Vielen wird es egal sein, aber genau hier liegt das Problem. Kennzeichnungspflichten betreffen nicht nur die beteiligten Influencer. Unternehmen haben die Aufgabe, die Einhaltung zu überwachen. Ja, sie müssen sie einfordern. Ohne klare Kennzeichung gibt es nicht die Möglichkeit für eine Zusammenarbeit. Und nicht umgekehrt.

Die FTC hat eigene Guidelines erstellt. Die Landesmedienanstalten haben einen eigenen Leitfaden entwickelt. Wir reden davon die Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, wollen Content Marketing machen und dann stehen wir nicht für unsere bezahlten Kooperationen ein?

Vorbildfunktion von reichweitenstarken Influencern

Große YouTuber schreiben immer brav in die Infobox, welche Affiliate Links gesetzt wurden und erklären was Affiliate ist. Wer Werbung nicht kennzeichnet, gilt als unglaubwürdig und wird dies auch in den YouTube Kommentaren zu spüren bekommen. Grundsätzlich kann man sagen, dass YouTube hier weiter als Instagram ist. Weltbekannte Models teilen Inhalte auf Instagram und von einer Kennzeichnung ist weit und breit nichts zu sehen. Top Fashion Influencer lassen sich mit Produkten versorgen und teilen diese in ihren Accounts. Kennzeichnung? Ach was.

Beim Influencer Marketing ist oftmals auch von einer Vorbildfunktion die Rede. Diese Vorbildfunktion betrifft auch eine klare Kommunikation von bezahlten Inhalten und Kooperationen. Das Grundübel sind zwar die Unternehmen, die genau das Gegenteil verlangen, aber es würde nicht schaden, wenn die Social Media Stars einen klaren Standpunkt beziehen und ihren eigenen Followern mitteilen, warum das Produkt von Unternehmen XY im Foto zu sehen ist, oder warum Unternehmen X in der Caption auf Instagram markiert wurde.

Wie seht ihr die Situation? Wer steht beim Thema Kennzeichnungspflichten in der Pflicht?

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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