Warum wir in 2016 nicht mehr über organische Reichweite auf Facebook sprechen sollten.

Warum wir in 2016 nicht mehr über organische Reichweite auf Facebook sprechen sollten.

Sie sind wieder da – Studien über die sinkende organische Reichweite auf Facebook. AdWeek berichtet über eine Studie von Locowise, welche eine durchschnittliche organische Reichweite von 7,25 % für Facebook Seiten ermittelt haben. Ignite Social Media spricht von 1 % bis 3 %. Das erste Problem bei diesen Zahlen ist der fehlende Bezug zur Seitengröße. 7,25 % von was? Das zweite Problem liegt in der Strategie von Unternehmen, die zu viel Aufmerksamkeit auf organische Reichweiten legen. Ich kann auch Artikel nicht mehr Lesen, welche 10 Tipps zur Optimierung der organischen Reichweite auflisten.

Eine organische Reichweite von X % ist kein Facebook Ziel

Das Ziel  auf Facebook ist nicht die organische Reichweite zu optimieren. Es gibt nach wie vor viele Beispiele von Facebook Seiten, welche über eine „hohe“ organische Reichweite verfügen. Es gibt aber noch viel mehr Beispiele von Facebook Seiten, auf denen Inhalte für die Tonne produziert werden. Das liegt einerseits an der Qualität der Inhalte, es liegt aber auch an der fehlenden Strategie für die Verbreitung der Inhalte. Wir müssen uns immer überlegen, was will ich mit meinen Inhalten bezwecken und wie kann ich meine Ziele erreichen. Auch wenn ein Beitrag organisch viele Interaktionen und/oder Klicks generiert, sollten Unternehmen sich überlegen, wie sich durch Facebook Anzeigen ihre Ergebnisse noch weiter verbessern können.

Facebook Seiten organische Reichweite 2015 - Hören wir auf in organischen Reichweiten zu denken

Wir allen möchten eine hohe organische Reichweite. Wir möchten auch viele Suchanfragen und Klicks über Google und eine hohe Öffnungsrate von unserem Newsletter. Das Jahr 2015 ist jetzt fast zu Ende und eine organische Reichweite von X % sollte endgültig als KPI, Ziel, oder was auch immer verschwinden. Wir sollten uns auf die Gesamtreichweite konzentrieren, auf die Anzahl von absoluten Interaktionen, auf Klickzahlen, auf komplette Videoaufrufe und auf Installationen von mobile Apps. Es wird noch so viel Potenzial verschenkt, nur weil in organischen Reichweiten gedacht wird. Facebook hat sich verändert und wird sich noch weiter verändern.

Fans interagieren stärker mit Facebook Anzeigen

Socialbakers hat ermittelt, dass 3 % aller News Feed Beiträge (Desktop) Facebook Anzeigen sind. Ein Grund hierfür ist, dass Nachrichten- und Medienseiten immer dominanter im News Feed werden und dreimal so viele Interaktionen wie Unternehmensseiten generieren. Wir können und sollten uns von Medienseiten inspirieren lassen, aber Unternehmen können die Inhalte nicht kopieren. Es stellt sich somit die Frage, welche Inhalte sind für meine Kunden/Zielgruppe relevant und wie kann ich die bestmöglichen Ergebnisse erzielen, beziehungsweise durch Facebook Anzeigen meine Ergebnisse weiter verbessern.

Wer darauf verzichtet und sich über eventuell sinkende organische Reichweiten aufregt, lebt in der Vergangenheit und lässt sich viele Chancen auf Facebook entgehen. Zum Beispiel interagieren Fans auch häufiger mit Facebook Anzeigen als Nicht-Fans. Ein Indiz dafür, dass sich Fans für die Inhalte interessieren, wenn sich über Anzeigen im News Feed darauf aufmerksam gemacht werden. Laut Locowise setzen über 43 % der analysierten Unternehmen mittlerweile auf Facebook Anzeigen. Dieser Wert wird weiter steigen und erfolgreiche Unternehmen wissen genau, welche Inhalte sie bewerben und welches Targeting sie verwenden müssen. Die Kombination aus guten Inhalten und den richtigen Facebook Anzeigen ist für viele Unternehmen der entscheidende Faktor und keine Listen, mir irgendwelchen Tipps zur Steigerung der Reichweite. Viel wichtiger ist es zu verstehen, welche Inhalte in den News Feeds der eigenen Fans und Zielgruppen erscheinen, wie die Interaktionen mit diesen Inhalten aussehen und wie man seine eigene Inhalte in diesem Umfeld platzieren und effektiv verbreiten kann.

Nur wenige Unternehmensinhalte werden „viral“

Dabei brauchen wir auch nicht von „viralen“ Inhalten zu sprechen. Klar, es gibt sie, aber die Situation ist die gleiche wie bei der organischen Reichweite – es ist nicht die Regel. Auch hierfür hat Socialbakers interessante Zahlen ermittelt, welche die Verbreitung von Inhalten von Medienseiten mit Unternehmensseiten vergleichen. Wenig überraschend, werden Nachrichten deutlich häufiger geteilt als Unternehmensbeiträge.

Facebook Organische Reichweite - Marken im Vergleich zu Medienseiten

Medienseiten generieren 74 % ihrer Impressions organisch. Grund hierfür sind eine höhe Anzahl von Kommentaren und Shares, die zu weiteren News Feed Meldungen führen. Unternehmen haben diese Anzahl nicht und kommen aus diesem Grund nur auf 18 % organische Impressions und aus dem gleichen Grund auf 76 % bezahlter Impressions.

Das Zusammenspiel von relevanten Inhalten und Facebook Anzeigen ist wichtiger denn je. Unternehmen investieren viel Zeit in der Erstellung von Inhalten und nun gilt es diese Inhalte zu verbreiten. Menschen warten auf Facebook nicht auf neue Beiträge von Unternehmen, deswegen müssen sich Unternehmen um die Verbreitung der eigenen Inhalte kümmern. Mit dem einfachen absetzen eines Facebook Pots ist es in den meisten Fällen aber nicht getan und viele Inhalte versauern auf der eigenen Facebook Seite.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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