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YouTube Shorts: vertikale Kurzvideos für YouTube

YouTube Shorts sind vertikale Kurzvideos, die direkt in der YouTube mobile App erstellt werden können und eine klare Reaktion auf den Erfolg von TikTok und die Kopie Instagram Reels zurückzuführen sind. Nachdem YouTube Shorts zuerst in ausgewählten Ländern getestet wurde, stehen YouTube Shorts nun auch in Deutschland bzw. weltweit zur Verfügung.

YouTube ist und bleibt die führende Plattform für Bewegtbild. Die stetig wachsende mobile Nutzung und der Wettbewerb, welcher durch Stories und TikTok entstanden ist, bringt aber nun auch YouTube in Bewegung.

Wie bei TikTok, oder auch Instagram Reels, geht es auch bei YouTube Shorts um neue kreative Möglichkeiten für die Erstellung von vertikalen Kurzvideos. Es geht aber auch um den Konsum dieser Videos und eine Sicherung der Verweildauer, aber auch der Aktivität von YouTube Creatorn.

YouTube-Shorts-Deutschland-Integration-App

Erste Informationen zu YouTube Shorts wurden bereits vor einiger Zeit veröffentlicht. Jetzt hat YouTube das neue Format offiziell vorgestellt und den globalen Rollout am 14. Juli bestätigt.

YouTube Shorts werden ganzheitlich in YouTube integriert

YouTube-Shorts-Startseite

Kurzvideos an sich sind auf YouTube nichts Neues. Auch vertikale Videos gibt es schon lange auf YouTube. Der Unterschied zu einem „normalen“ YouTube Upload und Shorts sind die integrierten Features. Hinzu kommt, wie die vertikalen Videos mit YouTube Kanälen und YouTube Music verknüpft sind.

Nimmt man es genau, dann war YouTube das erste soziale Netzwerk, auf dem ein Kurvideo veröffentlicht wurde. Es war sogar das erste Video auf YouTube, welches mit 18 Sekunden ein Kurzvideo war.

Dennoch sind Shorts eine Erweiterung von YouTube und nicht der Kern, wie es bei TikTok der Fall ist. Es muss also eine Integration in das bestehende YouTube und die mobile App umgesetzt werden. So werden Shorts in die Startseite integriert. Öffnet man ein Kurzvideo, öffnet sich ein vertikaler Video-Feed, wie wir ihn von Reels auf Instagram kennen.

Des Weiteren wird es einen neuen Tab in der mobile App geben, über den der YouTube Shorts-Feed aufgerufen werden kann.

Interessant ist, wie YouTube das Format mit bestehenden Inhalten verknüpft. Gehen Nutzer*innen beispielsweise auf einen Song, welcher in Shorts verwendet wird, kann nicht nur der Song für ein eigenen Kurzvideo ausgewählt werden, es gibt weitere Verknüpfungen zu beispielsweise dem offiziellen Musikvideo und dem Kanal der Künstler*in.

Hier zeigen sich die Stärken und Vorteile von YouTube, die weder Instagram noch TikTok in dieser Form umsetzen können. Zukünftig ist es vorstellbar, dass YouTube Shorts enger mit bestehenden Videos und Kanälen verknüpft werden.

Die Verknüpfungen funktionieren in beide Richtungen. Das bedeutet, dass auch aus Musikvideos, welche auf YouTube veröffentlicht sind, direkt Shorts erstellt werden können. Das funktioniert aber auch mit anderen YouTube Inhalten. So können Shorts zu Rezeptvideos erstellt werden, oder auch Kurzvideos zu DIY-Tutorials. Man könnte sagen, was auf TikTok die Challenges und Trending Hashtags sind, sind bei Shorts die bestehenden Inhalte und YouTube Trends.

Diese Integration und Verbindungen zwischen bestehenden Inhalten und dem neuen Format Shorts, könnten die Nutzung ankurbeln und es gibt andere Optionen, Shorts zu konsumieren und zu erstellen.

6,5 Mrd. Aufrufe für YouTube Shorts täglich

YouTube kommt auf 1,9 Mrd. Nutzer*innen und hat viel Power, wenn es darum geht Formate zu etablieren. So sollen YouTube Shorts Videos bereits täglich 6,5 Mrd. Aufrufe erhalten.

YouTube Shorts: Funktionen und Aufbau des vertikalen Video-Formates

Die maximale Länge von YouTube Shorts liegt bei 60. Sekunden.

Der Kern von YouTube Shorts ist der sogenannte Create-Mode. Über den Button Create a Short wird die Kamerafunktion aktiviert und Shorts können erstellt werden.

Multi-Segment-Kamera

Mit dem Multi-Segment-Camera Feature können mehrere kurz Clips zu zusammengefügt werden. Ein Kern von TikTok und auch von Shorts. Diese Funktion wird dazu führen, dass die erstellten Videos vom Prinzip her sehr ähnlich zu TikToks oder auch Reels aussehen werden.

Musik hinterlegen

Musik und angesagte Songs sind ein Erfolgsgeheimnis von TikTok. Dank YouTube Music gibt es auch für Shorts eine große Auswahl von Songs, die regelmäßig aktualisiert und erweitert wird.

Verschiedene Geschwindigkeiten

Ebenfalls bekannt von TikTok, ist die Kombination von verschiedenen Videogeschwindigkeiten um bestimmte Effekte zu erzielen.

Text-Sticker einfügen

Text kann zu bestimmten Szenen eines Videos hinzugefügt werden

Audio- und Video-Schnipsel einfügen

Sowohl Audio-Samples als auch kurze Video-Schnipsel können im Editor von ergänzt werden

Automatische Untertitel

YouTube hat viel Erfahrung mit automatisch generierten Untertiteln. Diese Erfahrung wird auch für Shorts genutzt und automatische Untertitel sind verfügbar

Timer und Countdown

Timer und Countdown dienen dazu, die Kurzvideos im Hands-Free-Modus zu erstellen. Auch dieses Feature ist keine neue Entwicklung, sondern eine Funktion, die es schon lange bei Instagram Stories oder auch Snapchat gibt. (natürlich auch bei TikTok).

Filter und Effekte nutzen

Das neue Format wird auch unterschiedliche Filter anbieten. Laut YouTube wird die Auswahl erweitert und wir werden wohl sehr bald AR-Effekte auf YouTube sehen.

Eigene Smartphone-Clips einfügen

Einbinden von Clips aus der Smartphone-Galerie

YouTube Shorts und die Macht der YouTube-Suche

Ihr seht schon, Shorts sind wie Instagram Reels eine Kopie von TikTok und viele Funtkionen wurden übernommen

YouTube wird nicht nur jeden Monat von über 2 Mrd. Menschen verwendet, die hochgeladenen Videos sind auch ein elementarer Bestandteil der Google und natürlich auch der YouTube-Suche. Genau das ist eine Stärke von YouTube, die in dieser Form kein anderes soziales Netzwerk abgedeckt.

Des Weiteren ist eine prominente Integration der Kurzvideos in Google-Suchergebnisse und auch Google News vorstellbar. Damit hätte YouTube ein Ass im Ärmel, dass schon in vielen anderen Bereichen für den Erfolg von Features und Formaten geführt hat.

Das funktioniert aber nur dann, wenn Creator Kurzvideos erstellen und das in ausreichender Menge und in guter Qualität. Denn YouTube bzw. Google sind auch dafür bekannt, Funktionen zu testen und diese, wenn sie nicht funktionieren, still und leise wieder verschwinden zu lassen.

Die Power der Suche ist aber definitiv ein Vorteil gegenüber TikTok und Instagram.

YouTube Shorts starteten in Indien (sicher kein Zufall) und waren dort in großer Erfolg. Der globale Rollout soll das Format auf YouTube nun endgültig etablieren. Wie es von den Nutzerinnen angenommen wird, ist dann eine andere Sache. Durch die enge Verknüpfung mit anderen Inhalten, bieten sich neue Möglichkeiten und könnten Shorts zu einem Erfolg machen. Vielleicht sogar schneller als es bei Instagram Reels der Fall sein wird.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting Blogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.

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