Unterschiedliche Sichtweisen: Anzahl Facebook Nutzer steigt, oder Interesse an Facebook sinkt. - Futurebiz.de

Unterschiedliche Sichtweisen: Anzahl Facebook Nutzer steigt, oder Interesse an Facebook sinkt.

Man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber zu Facebook gibt es häufig Statistiken und Studien, die sich widersprechen. Im Quartalsbericht hat Facebook belegt, dass die Anzahl täglich aktiver Nutzer wächst.

169 Mio. europäische Facebook Nutzer sind täglich auf der Plattform. In den USA und Kanada sind es 135 Millionen. Allein diese beiden Regionen sorgen für über 300 Mio. tägliche Nutzer und die Zahl wächst seit es Facebook gibt. Hört sich erst mal gut an. Dann gibt es aber andere Studien, die genau das Gegenteil berichten. Beispielsweise eine aktuelle Studie von Pew Internet.

Kernaussage: Facebook Nutzer (besonders Jugendliche) verlieren das Interesse an der Plattform. 38 % der Befragten (18 – 29 Jahre) gaben an, Facebook in 2013 seltener aufzurufen. Dieser Wert kann gut verbreitet werden und dient als Aufhänger für jede Menge Artikel und Blog-Beiträge. Was nicht kommuniziert wird, 62 % nutzen Facebook gleich viel, oder öfter.

Plans-for-spending-time-on-Facebook-2013

61 % planen ein Produkt im kommenden Jahr genau so häufig zu verwenden. Für jeden App-Entwickler  ein Traum, für Facebook aber beinahe schon der Untergang. Losgelöst von Facebook gibt es immer Menschen, die ein Produkt, einen Dienstleister, oder eine Webseite zukünftig seltener verwenden. Solange aber 2/3 angeben, dass das nicht der Fall ist, sondern genau das Gegenteil, kann der jeweilige Anbieter sehr zufrieden sein.

Natürlich hätte Facebook gerne bei jeder Altersgruppe 99,9 % stehen, aber das ist doch mehr als unrealistisch.

Die Anzahl der mobilen Facebook Nutzer ist innerhalb von einem Quartal um 76 Mio. Nutzer angestiegen. Innerhalb von zwölf Monaten waren es 248 Mio. neue mobile Nutzer. Mobile Nutzer sind aktiver, rufen Facebook häufiger auf und lösen mehr Interaktionen aus.

Facebook Mobile Nutzerzahlen

Pew Internet hat auch gefragt, warum Nutzer Facebook seltener verwenden werden. Die meist genannte Antwort war: „Ich war zu beschäftigt und hatte keine Zeit“. Das hört sich aber nicht so gut an wie: „Ich bin genervt von Beiträgen und Kommentaren“. Nicht das dies nicht der Fall ist (kennt wahrscheinlich jeder von Euch), aber es ist nicht der Hauptgrund. Kein anderes soziales Netzwerk beschäftigt sich so intensiv mit Inhalten und deren Präsentation, wie Facebook. Würde der EdgeRank der Verweildauer, der täglichen Nutzung und den Interaktionen schaden, dann gäbe es ihn auch nicht. Es ist umgekehrt. Der Newsfeed-Algorithmus steigert diese Werte und es wird viel mit neuen Darstellungsformen und Aggregationen gearbeitet.

Facebook wird sich ständig weiterentwickeln müssen. Speziell die mobile Apps stehen noch am Anfang und werden mit weiteren Features bestückt werden. „Freunde in der Nähe“ ist nur ein Beispiel. Die Darstellung vom Newsfeed wird weiter angepasst und verstärkt auf die mobile Nutzung ausgerichtet werden. Immer mehr Marken werden nicht mehr ausschließlich Kampagnen auf Facebook laufen lassen, sondern auch auf eigenen Webseiten und Microsites. All diese Faktoren werden Einfluss auf die Verweildauer und die tägliche Nutzung haben.

Die Art und Weise wie „Teens und Tweens“ soziale Netzwerke, Apps und das Internet verwenden, ist nicht zu unterschätzen. Diese Zielgruppe wird neue Trends definieren. Facebook ist gut aufgestellt und hat das Personal, um die Anforderungen dieser Zielgruppe zu erfüllen.  Es ist aber auch nie auszuschließen, dass ein neues Netzwerk auf den Markt kommt und alles verändert. Mit Facebook als Wettbewerber, aber kein leichtes unterfangen.

Jetzt wollen wir es von euch wissen. Werdet ihr Facebook in 2013 häufiger, oder seltener nutzen?

Jan Firsching

Autor bei Futurebiz und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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