Datenschutz 2: FTC setzt sich gegen Facebook durch - Futurebiz.de

Datenschutz 2: FTC setzt sich gegen Facebook durch

Bildquelle

„I’m committed to making Facebook the leader in transparency and control around privacy“ sagt Mark Zuckerberg in seinem Blog Post von gestern. Es erscheint allerdings doch sehr unglaubwürdig, dass gerade der fcebook Gründer und CEO sich an die Spitze der Datenschutzbewegung stellen will, oder?

Zu den Fakten: Hintergrund dieser kühnen Aussage ist die Vereinbarung zwischen Facebook und der FTC (US Federal Trade Commission), die zuvor schon Vereinbarungen mit Google und Twitter getroffen hatte. Nach einem Statement der FTC habe Facebook seine Nutzer in der Vergangenheit in die Irre geführt. Davon müsse es nun absehen und sich 20 Jahre lang unabhängigen Prüfungen seiner Datenschutz-Politik unterwerfen. Die Liste der Vorwürfe gegen Facebook hat die FTC hier veröffentlicht. Ergänzend hat die FTC im eigenen blog eine Zusammenfassung für die Nutzer veröffentlicht.

Der Kern der Einigung ist darin zu sehen, dass sich facebook verpflichtet hat, die Zustimmung seiner Nutzer einholen, BEVOR der Umgang mit ihren persönlichen Daten geändert wird.

Dies beinhaltet also ein positives „Opt-In“ statt des bisher praktizierten „Opt-Out“. Diese Regelung ist deshalb von so hoher Bedeutung, weil Facebook in der Vergangenheit den umgekehrten Weg gegangen ist und mit Erfolg darauf gesetzt hat, dass die Nutzer sich nicht die Mühe machen, die zum Teil gut versteckten Opt-Outs zu finden. Auf den Punkt bringt es Josh Constine bei Techcrunch: „Facebooks müsse nun praktizierte Strategie ändern, lieber um Vergebung zu bitten als um Erlaubnis“. Anders ausgerückt: Facebooks Strategie der Vergangenheit bestand darin, das ursprünglich gewollte mit 120% zu exekutieren, auf den dann folgenden (und erwarteten Protest) um 20% zurückzugehen, um dann bei ursprünglich intendierten Teil zu stehen.

Weitere Gegenstand der Vereinbarung mit der FTC ist, dass nun ein unabhängiger Datenschutzexperte alle zwei Jahre die Einhaltung des Datenschutzes untersuchen wird und hierzu einen Bericht erstellen wird. Die Einigung zwischen FTC und Facebook gilt für 20 Jahre.

Dies zunächst als erster Überblick. Wir werden hierzu noch ausführlicher Stellung nehmen und das Thema Datenschutz von nun an regelmäßig betrachten.

Passend zum Thema auch der Artikel von Netzwertig: Was Facebooks Einigung mit der FTC in der Praxis bedeutet

Geschäftsführer der Agentur BRANDPUNKT sowie Gründer / Autor von Futurebiz.
Brandpunkt ist eine Berliner Agentur für Digitale Markenführung & Social Media.

Kommentare

Kommentare

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Datenschutz 3: Facebook, Google und Innenminister Friedrich gegen EU Datenschutz | Futurebiz

  2. Pingback: Facebook Börsengang – worauf basiert die Bewertung? | Futurebiz

Deine Meinung?