Social Media Marketing - Wohin geht die Reise?

Kritischer Augenblick von Social Media Marketing – Wohin geht die Reise?

Scott Monty war sechs Jahre lang Head of Global Digital & Multimedia Communications bei Ford. Wer Ford in der Vergangenheit verfolgt hat, der weiß, dass man Ford zu den „Early Adoptern“ in Sachen Social Media Marketing zählen kann. Für Scott Monty ist die Reise bei Ford zu Ende und gegenüber AdWeek hat er interessante Aussagen getroffen, die sich mit der aktuellen Situation und der Zukunft von Social Media befassen.

Es geht uns nicht primär um die Person Scott Monty, er bringt es aber in seinem Statement auf den Punkt.

„Outside of Ford and looking at the industry overall, it saddens me how social has been co-opted by marketing to become just another mass advertising/marketing channel. I think the promise of social is about relationship development, and I have always said that.“

Diese Entwicklung ist nicht zu verleugnen. Sie ist aber auch nicht verwunderlich. Speziell auf Facebook spielen Anzeigen eine immer wichtigere Rolle und so tritt Facebook auch in der Kommunikation auf. Das ist nicht das Problem. Aber Social Media ist mehr als Native Advertising und Performance Marketing. Beides befindet sich im Aufwind und viele Fallstudien sprechen hierfür. Erst kürzlich wurde ein Beispiel für lokales Facebook Marketing veröffentlicht, bei dem IKEA in Großbritannien 31 % mehr Kunden für eine Filiale gewinnen konnte. Ein voller Erfolg und genau der Case den Facebook sich für seine Anzeigenprodukte wünscht. Das ist aber nur ein Aspekt des Facebook bzw. Social Media Marketing.

„While advertising can get you the attention by interrupting people, it’s more important to build relationships with customers and other people you want to reach.“

Tom Fishburne hat einen lustigen Cartoon veröffentlicht, der Sponsored Posts auf die Schippe nimmt, dabei aber auch viel wahres ausspricht.

Facebook Sponsored Post Cartoon

 

Die Situation im Cartoon trifft auf viele Facebook News Feed Anzeigen zu. Gleiches gilt aber auch für andere soziale Netzwerke, die auf Werbung in ihren Streams setzen. Unternehmen können auf diesem Weg die Aufmerksamkeit von Nutzern erwecken. Das ist aber nur der erste Schritt. Wettbewerber können das auch und dann befinden wir uns wieder in der Situation, wer schreit am lautesten und am längsten. Vielleicht seid ihr es einmal und einen Monat später ist es euer Wettbewerber.

Wichtig ist was passiert, nachdem ihr geschrien habt, oder was passiert, nachdem Nutzer nach euch gerufen haben. Weitere Anzeigen sind nicht die Lösung. Guter Support in sozialen Netzwerken ist ein Element, aber wie Anzeigen, nur ein Element und nicht Social Media im Großen und Ganzen. Natürlich müssen wir an Unternehmensziele denken, aber soziale Netzwerke bieten wesentlich mehr, als die Platzierung von Anzeigen. Banner Ads gibt es seit 20 Jahren und wird es wahrscheinlich auch noch in zehn Jahren geben. Dieses Prinzip aber einfach in andere Formate packen und auf Facebook und Co. platzieren ist zu wenig.

Unternehmen dürfen nicht nur Agieren, sie müssen auch reagieren. Beim Support ist dieses Verhalten etabliert und wird auch in sozialen Netzwerken stetig verbessert. Dialog findet aber nicht nur beim Support statt. Genauso wenig ist Social Media nur ein bestimmtes soziales Netzwerk, sondern eine Einstellung. Diese Einstellung ist ein wichtiger Punkt, wenn es um Themen wie Social Business und Social CRM geht. Wir versuchen interne Prozesse in Unternehmen sozialer zu gestalten und mit Elementen aus sozialen Netzwerken anzureichern und unsere Kunden kriegen ein bisschen Support geboten und Anzeigen präsentiert. Aktuell findet bereits eine Rückbesinnung zu eigenen Kanälen wie Corporate Blogs statt. Wenn dies aber nur geschieht, weil Facebook seinen Algorithmus geändert hat, dann ist das die falsche Motivation. Es geht darum eigenen Auftritte, Webseiten und Apps sozial zu gestalten und an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten und nicht um die Präsentation von Produktinformationen und Angeboten.

Scott Monty spricht von einem kritischen Augenblick. Bei all den Möglichkeiten die Facebook und andere soziale Netzwerke im Anzeigenbereich bieten (diese müssen wir auch einsetzen), dürfen wir nicht vergessen warum es bei Social Media geht und warum Menschen soziale Netzwerke nutzen.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

  1. […] & Multimedia Communications bei Ford, aktuell im Bereich Social Media Marketing vermisst, wie Jan Firsching zurecht zitiert. Letztlich läuft das Beziehungsmanagement ja auf Persönlichkeit hinaus, die […]