Unfollow - Wenn sich Fans und Follower in verschiedenen sozialen Netzwerken überschneiden.

Unfollow – Wenn sich Fans und Follower in verschiedenen sozialen Netzwerken überschneiden.

Wie viele unterschiedliche soziale Netzwerke nutzt ihr aktiv und bei wie vielen seid ihr zusätzlich registriert? Bei euch wird die Zahl wahrscheinlich relativ hoch sein. Höher als der Durchschnitt, der aber laut Global Web Index bei fünf sozialen Netzwerken liegt.

Die Unterscheidung zwischen der aktiven Nutzung und einer Registrierung ist dabei besonders wichtig. Facebook, Twitter und Google+ werdet ihr häufiger verwenden als Vine, Tumblr und ello. 🙂 (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Unternehmen müssen sich immer vor Augen halten, dass einige Personen nicht nur Facebook Fans sind, sondern auch eurem Twitter Account folgen, oder sich mit der Google+ Seite verbunden haben.

Mehrfachnutzung von sozialen Netzwerken - Größte Überschneidungen bei Facebook, YouTube, Twitter und Google+

 

Der Umgang mit dieser Situation basiert hauptsächlich auf drei Ansätzen. Entweder werden Inhalte einfach auf allen Kanälen verbreitet und es findet keinerlei Anpassung statt. Beim zweiten Ansatz arbeiten Unternehmen auch mit den gleichen Inhalten, passen diese aber für jedes Netzwerk an. Der dritte Ansatz erfordert den meisten Aufwand, da für jedes soziale Netzwerk eigene Inhalte erstellt werden.

Wir empfehlen den zweiten Ansatz in Kombination mit der dritten Variante, je nach verfügbaren Inhalten und Ressourcen.

Global Web Index hat aktive Facebook Nutzer nach weiteren sozialen Netzwerken befragt, die sie aktiv verwenden. Die größten Überschneidungen gibt es bei YouTube, Twitter und Google+. Pinterest und Tumblr liefern weniger Überschneidungen und ermöglichen somit auch mehr Potenzial für eine differenziert Ansprache und andere Content-Formate. Gleichzeitig gibt es weniger Übereinstimmungen bei den Followern und es bestünde die Option, Inhalte von Facebook auch auf Pinterest und Tumblr zu verbreiten. Ob das funktioniert, hängt von den Inhalten an sich ab. Auto-Posts, die gezielt Facebook Fans ansprechen, lesen sich auf anderen sozialen Netzwerken nicht gut und es fehlt die persönliche Ansprache. Auf Google+ werden solche Beiträge meistens abgestraft und das Community Management wird kritisiert. Gleiches gilt für Tweets zu Facebook Posts. Am stationären Rechner funktioniert der Wechsel zwischen Twitter und Facebook noch ganz gut, mobil ist das aber alles andere als nutzerfreundlich, da sich die Links nicht in den mobilen Facebook Apps öffnen, sondern die mobile Webseite von Facebook aufrufen.

30 % der Fans trennen die Verbindung zu Facebook Seiten

Unternehmen in sozialen Netzwerken - Fans folgen einer Facebook Seite nicht mehr

Die zweite wichtige Erkenntnis dieser Entwicklung liegt in der Anzahl von veröffentlichten Inhalten. Unternehmen sind auf Facebook sehr präsent. Nicht zwingend organisch im News Feed, aber mit News Feed Anzeigen. Auf Google+ und Twitter sind Unternehmen nicht so präsent wie auf Facebook. Zwar sieht man auch hier regelmäßig Beiträge und Promoted Tweets, aber im Vergleich zu Facebook ist die Frequenz und Wirkung reduzierter. Die stärkere Präsenz führt zu mehr Fans und mehr Interaktionen, aber automatisch auch zu mehr negativem Feedback und Menschen die ihre Verbindung zu einem Unternehmen auf Facebook trennen – sie klicken Gefällt mir nicht mehr!

Wenn sie jetzt den gleichen Beitrag auch auf Google+ sehen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch hier dem Unternehmen nicht mehr folgen. Auf Facebook wird dann mit Page Like Ads entgegengesteuert. Mindestens genauso wichtig ist aber eine Analyse, warum und wann sich eine signifikante Anzahl von Fans von der Seite entfernt hat. Häufig steht das in direktem Zusammenhang mit Facebook Anzeigen. Logisch, die Anzeige ist im News Feed präsent und hat eine höhere Frequenz als ein normaler Facebook Beitrag. Neue Fans kommen dazu, die Interaktionen steigen, aber gleichzeitig trennen auch vermehrt Fans die Verbindung zur Seite. Die positiven Effekte überwiegen bei Facebook Anzeigen in der Regel. Zumindest sollten sie das.

Dieser Zusammenhang muss natürlich nicht immer bestehen und je individueller Inhalte für unterschiedliche soziale Netzwerke aufbereitet und erstellt werden, desto niedriger ist der Frust und die Langeweile bei den eigenen Fans und Followern.

Wir verbinden uns mit den meisten Unternehmen auf Facebook und der News Feed Algorithmus sorgt dafür, dass wir nur Inhalte von Seiten präsentiert bekommen, mit denen wir interagieren. Welche Seiten das sind, könnt ihr euch in den Facebook Neuigkeiten-Einstellungen ansehen. Es ist ein relativ schmaler Grad zwischen einer starken Präsenz im News Feed und einer zu hohen Frequenz im News Feed. Auf Google+ und Twitter herrscht eine andere Situation und Unternehmen haben eine andere Wirkungskraft. Dennoch überträgt sich das Bild von einem Unternehmen auf Facebook auf andere soziale Netzwerke, besonders wenn sich eure Facebook Fans und beispielsweise Google+ Follower überschneiden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Fans und Followern gesammelt, die euch in verschiedenen sozialen Netzwerken folgen?

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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