Warum die Privatsphärediskussionen zur Facebook Graph Search unnötig sind - Futurebiz.de

Warum die Privatsphärediskussionen zur Facebook Graph Search unnötig sind

Kaum wurde die Graph Search vorgestellt, ging ein Aufschrei durch die Netzwelt. „Facebook hat nichts dazu gelernt und tritt die Privatsphäre seiner Nutzer mit Füßen“. Bei den Artikeln geht es nicht um die Graph Search, sondern nur um Panikmache. Es findet keine Aufklärung statt. Nutzern wird nicht erklärt, wie die Suche funktioniert bzw. anhand welcher Daten die Ergebnisse ausgegeben werden.

Die Suchergebnisse basieren auf den Privatsphäreeinstellungen der Nutzer. Öffentliche Informationen sind für alle Nutzer einsehbar und alle weiteren Informationen entsprechend ihrer Sichtbarkeitseinstellungen.Ein Beispiel: Sind Musiker, die einem Nutzer gefallen, nur für enge Freunde sichtbar, gilt das auch für die Graph Search. Es sind weder mehr, noch weniger Daten in der Graph Search verfügbar. Der  Unterschiede liegen in der Darstellung der Suchergebnisse und den möglichen Suchanfragen. Was vorher für fremde Personen nicht sichtbar war, ist es auch durch die Graph Search nicht.

Auf Lifehacker gibt es einen haarsträubenden Artikel zur Graph Search. Hier wird Nutzern erklärt, wie sie „peinliche“ Seiten aus ihrer Chronik entfernen bzw. in andere Kategorien verschieben können. Mit der richtigen Einstellung können Freunde die Seiten dann nicht mehr sehen. Wie peinlich muss eine Seite denn sein, damit ich sie vor meinen Freunden verbergen muss? Warum muss ich das jetzt ändern? Es war die ganze Zeit sichtbar und für jeden im Profil einsehbar. Mit der Graph Search hat das nichts zu tun. Der Tumblr Blog Actual Facebook Graph Searches hat sich rasend schnell verbreitet. Auch hier gilt: all diese Informationen waren auch vor der Graph Search einsehbar.

Actual Facebook Graph Searches

Solche Artikel ziehen Aufmerksamkeit auf sich und spielen mit der Unsicherheit der Nutzer. Welche Sichtbarkeitseinstellungen es gibt wurde schon unzählige mal erklärt. Entweder liest das niemand, oder es ist vollkommen egal, da es nur darum geht Leser und Zuschauer zu bekommen.

Facebook Nutzer werden für Dumm verkauft. Die meisten Nutzer wissen ganz genau wie die Privatsphäreeinstellungen funktionieren. Da kommt die Graph Search natürlich gelegen, da sie alle bisherigen Einstellungen zu Nichte macht. Dem ist nicht so. Wer bisher auf die Sichtbarkeit seines Profils geachtet hat, der braucht überhaupt nichts zu unternehmen und schon gar nicht irgendwelche Seiten in andere Kategorien verschieben. Oder ist euch Harry Potter peinlich?

Nutzer die Facebook auch beruflich einsetzen, profitieren von öffentlichen Inhalten. Je mehr potenzielle Kontakte über eine Person erfahren, um so eher findet eine Vernetzung statt. Private Beiträge können trotzdem „privat“ bleiben, auch mit Graph Search.

Mehr zum Thema im Facebook Newsroom.

Jan Firsching

Autor bei Futurebiz und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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