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Warum “mehr Follower” kein Instagram Marketing Ziel ist

Foto von Aziz Acharki auf Unsplash

Die Zeiten, in denen der Erfolg auf Facebook anhand der Fanzahl ausgemacht wurde, sind schon lange vorbei. Zum Glück. Marken und Unternehmen (leider immer noch nicht alle) haben verstanden, worauf es beim Marketing auf Facebook ankommt und das die Anzahl der Fans, wenn überhaupt, Mittel zum Zweck ist.

Und dann kam Instagram

Instagram hat die Diskussionen und die Gier nach mehr Followern auf ein anderes Level gebracht. “Ich werde jetzt auch Influencer”-Motivationen haben hierzu einen nicht unerheblichen Teil beigetragen. Aber auch Unternehmen sind wieder gierig und wollen möglichst viele Follower haben und diese natürlich so günstig wie möglich.

Möglichst viele, authentisch, aktiv, passend zur Zielgruppe und günstig. Genau dieser Ansatz hat vor Jahren auf Facebook zum großen Erwachen geführt. Da haben Unternehmen doch dann tatsächlich bemerkt, dass sie nicht alle ihre Fans erreichen. Was für eine Unverschämtheit.

Auf Instagram herrscht selbstverständlich die gleiche Situation und durch die weiterhin steigende Relevanz von Instagram steuern wir auf die exakt gleiche Situation wie “damals” auf Facebook zu. Beziehungsweise haben wir sie schon. Spätestens seit der Einführung des Instagram Algorithmus.

Gesammelte Erfahrungen von Facebook nutzen

Viele müssten es besser wissen, machen aber die gleichen Fehler wie damals. Die Bedeutung eines Followers mag aktuell noch höher sein als die eines Facebook Fans. Aber Follower sind und waren nie ein Marketingziel.

Wenn ihr einfach mal Instagram Follower googelt, erhaltet ihr Vorschläge zu verwandten Suchanfragen wie: mehr Instagram Follower Trick, Instagram Follower kostenlos, oder Instagram Follower bekommen Hack.

Unternehmen, die Instagram ernsthaft für ihr Marketing nutzen, sollten sich von diesen Inhalten nicht angesprochen fühlen. Sollten sie…

Wenn von Hacks, Workarounds und Taktiken die Rede ist, geht es um alles andere als Authentizität, Mehrwert und Marketingziele. Sicher gibt es vielversprechende Growth Hacking Ansätze. Entscheidend ist, wo das Wachstum entsteht. So lange es nur bei der Zahl der Follower bleibt, ist noch nichts gewonnen.

Das Prinzip wie soziale Netzwerke, Social Media Marketing und Algorithmen funktionieren ist auf Instagram nahezu identisch wie auf Facebook. Der Gedanke, dass mehr Follower automatisch und vor allem langfristig zu mehr organischer Reichweite (das nächste Unding) führen ist falsch.

Follower und das Problem mit der Nachhaltigkeit

Das heißt jetzt nicht, dass Unternehmen von einem Followerzuwachs nicht profitieren. Natürlich ist das der Fall. Sei es im Instagram Feed oder auch bei Instagram Stories. Das Problem bei dem Ziel “mehr Follower” ist, dass es nicht langfristig auf den Erfolg eines Unternehmens einzahlt. Gleiches gilt für Interaktionen.

Unternehmen verfolgen andere Ziele als Influencer. Sie nähern sich immer öfter denen von Publishern an. Das ändert aber nichts daran, dass sie speziell für Anzeigen nur bedingt geeignet sind. Reichweite ist auf Instagram relativ günstig einzukaufen. So wie es beim Influencer Marketing nicht primär um die Anzahl der Follower geht, geht es auch bei Instagram Anzeigen und dem Marketingerfolg auf Instagram nicht darum.

Sind Follower das Ziel, stimmt etwas bei der Strategie nicht

Viel mehr gilt es die Fragen zu beantworten, welche Ziele möchte ich auf Instagram erreichen, mit welchen Inhalten und Botschaften möchte ich dies erreichen und wie kann ich Mediabudget am effektivsten hierfür einsetzen.

Analysen zu den Themen, welche Accounts/Unternehmen die meisten Follower haben, vermitteln ein falsches Bild. Leider ein aktuelles Bild für Instagram. Wer sich jedoch schon länger mit Social Media Marketing befasst wird genau wissen, dass Follower, Fans, Abonnenten auf sozialen Plattformen nicht entscheidend sind. Geht es hingegen um eigene Communities, dann sieht es schon wieder anders aus.

Des Weiteren hat auch nicht zwingend jedes Unternehmen das Ziel, möglichst viele Follower zu haben. Follower für den eigenen Instagram Account können über eigene Kanäle, Inhalte im Feed, Stories und Anzeigen aufgebaut werden. Wenn ich jetzt Anzeigen schreibe, meine ich keine Follower ADs, sondern Instagram Anzeigen mit den Zielen Conversion, Landing Page Aufrufe oder Reichweite. Fühlen sich Menschen von der Anzeige angesprochen, dann rufen sie eventuell auch das Profil auf. Überzeugen dann die weiteren Inhalte, entstehen neue Follower. Wichtig ist, dass die Anzeige ein anderes Ziel verfolgt und hiervon sollte man auch nicht abrücken.

Bei Pseudo-Influencern, welche sich bei Unternehmen ins Gespräch bringen möchten, kann ich die Gier nach Followern noch Ansatzweise verstehen. Zumindest die Motivation dahinter. Marken und Unternehmen sollten diese Motivation nicht haben.

Wir haben das Jahr 2019 und es gibt so viele Optionen beim Facebook und Instagram Advertising. Mehr Follower sollten bitte nicht dazu zählen.

Es geht aber nicht nur um Anzeigen. Auch tolle Gewinnspiele auf Instagram, bei denen man einem Account folgen muss führen zu nichts. Hier ist immer noch der Klassiker gültig: Wer macht gerne bei Gewinnspielen mit? Menschen die gerne bei Gewinnspielen mitmachen. Sind das die passenden Follower? Die Frage braucht man sich nicht zu stellen.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

7 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Pingback: - FUTUREBIZ
  2. Absolut richtig und wichtig dass Du es nochmals rausstellst Jan! Leider provoziert Instagram durch die Art, wie sie Funktionen wie Links in Stories zum Beispiel an eine Mindestanzahl Follower bindet auch diese Entwicklung.

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