Social Media

Wie die Corona-Krise die Grundsätze von Social Media wieder in den Mittelpunkt rückt

Foto von Dan Meyers auf Unsplash

Die Kommunikation und die Marketingaktivitäten in sozialen Netzwerken werden stark durch die Corona-Krise beeinflusst. Kampagnen werden gestoppt oder angepasst, Redaktionspläne umgestellt und Werbebudgets modifiziert.

Gleichzeitig zeigt die Corona-Krise aber auch, wie Marken und Unternehmen aufgestellt sind, wie sie sich zu bestimmten Gegebenheiten positionieren und wie sie mit Lob und Kritik umgehen.

Erst die Basics und sich dann den Aufgaben stellen

Die Anpassung des Redaktionsplans ist dabei die leichteste Aufgabe. Welche geplanten Inhalte passen nicht zur aktuellen Situation? Welche Posts können eventuell falsch interpretiert werden? Sind die festgelegten Motive die richtigen in Zeiten von Covid-19, oder vermitteln sie ein nicht zeitgemäßes Bild?

Fakt ist aber auch, dass die Nutzung von sozialen Netzwerken während der Corona-Krise besonders hoch ist. Gleiches gilt für Messaging Apps und natürlich die allgegenwärtigen Tools für Livestreaming und Videokonferenzen.

Marketing- und Kommunikationsabteilungen stehen vor der Aufgabe, eine qualitativ hochwertige und zur Situation passende Kommunikation abzuliefern und gleichzeitig die hohe Aktivität zu nutzen.

Nicht unterschätzen darf man dabei aber den Faktor, dass viele Mitarbeiterrinnen im Homeoffice sind und die notwendigen Vorraussetzungen erst kürzlich, oder erst jetzt getroffen wurden. Wie geht man also mit einer steigenden Anzahl von Fragen, Kommentaren und eventuell auch Kritik um?

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Die Kernelemente von Social Media treten wieder in den Vordergrund

Die Corona-Krise ruft bei vielen Unternehmen wieder die Bestandteile von Social Media Marketing auf den Radar, welche den Kern von Social Media ausmachen. Community Management, Service, Social Listening und Monitoring, sowie eine spontane und empathische Kommunikation.

Je nach der Philosophie eines Unternehmens, der Einstellung zu Themen wie Customer Centricity und das Social Media auch “zuhören” ist, fällt dies einigen leichter als anderen.

Was man aktuell beobachten kann, ist das es Marken und Unternehmen gibt, die eine zeitgemäße Kommunikation betreiben und auf die aktuellen Geschehnisse eingehen. Das betrifft einmal eine klare Kommunikation über angebotene Dienstleistungen und wie diese durch Corona beeinflusst werden, aber auch empathische Inhalte, die Menschen zu Hause aufmuntern sollen.

Ebenfalls wichtig sind öffentliche Signale an die eigenen Mitarbeiter. Zeigt Dankbarkeit.

Social Media Monitoring in Zeiten der Corona-Krise ist essenziell

Was man als Marketingverantwortlicher nicht unterschätzen darf, ist die Aufmerksamkeit auf das eigene Unternehmen. Speziell, wenn es Nachrichten im Zusammenhang zu Corona sind. Ein Beispiel ist Deichmann und die Diskussionen rund um das Einbehalten der Mietzahlungen während der Corona-Krise.

Ein Thema dieser Art wird nicht aktiv auf den offiziellen sozialen Kanälen kommuniziert. Es wird aber sehr aktiv in sozialen Netzwerken kommuniziert und landet früher oder später auch auf den offiziellen Accounts. Es gibt zu der Situation Fragen, sachliche und selbstverständlich auch unsachliche Kritik.

Wie immer, wenn es um das Thema “Social Media Shitstorm” geht, stellt sich die Frage, wie auf die Kritik reagiert wird. In Zeiten von Covid-19 stellt sie sich unter verschärften Bedingungen. Einmal was das mögliche Volumen betrifft und einmal bezogen auf die internen Voraussetzungen. Können wir aktuell die Anzahl der Fragen und Kommentare überhaupt beantworten?

Ob jetzt das Deaktivieren der Kommentarfunktion auf Instagram die richtige Lösung ist, darf durchaus bezweifelt und kritisiert werden.

Social Media Monitoring ist aktuell ein noch elementarer Bestandteil des Social Media Marketings. Schaut wie über euer Unternehmen gesprochen wird und wie die Diskussionen im Zusammenhang mit Corona ausfallen.

Monitoring sollte für alle größeren Marken und Unternehmen gesetzt sein. Ist das noch nicht der Fall, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt sich mit der Thematik zu befassen.

Nur weil Kommentare unter eigenen Beiträgen deaktiviert werden, beendet dies nicht die Diskussionen. Teilweise werden sie hierdurch sogar noch verschärft. So ist es immer ein zweischneidiges Schwert, wenn auf diese Art und Weise von Unternehmensseite aus reagiert wird.

Kanalspezifische Kommunikation

Gleichzeitig wird der Blick auf kanalspezifische Kommunikation wieder geschärft. Speziell auf LinkedIn ist dies aktuell sehr gut zu beobachten. Was vor der Krise vielleicht noch ein Cross-Posting auf Instagram oder Facebook war, ist nun eine gezielte Kommunikation in einer Tonalität und inhaltlichen Aufbereitung, die auf einen Kanal abgestimmt ist.

Auch das Pausieren von Marketingaktivitäten wird diskutiert. Dem Gegenüber steht die hohe Nutzung von nahezu allen digitalen Diensten. Gehen geplante Kampagnen jedoch komplett am aktuellen Geschehen vorbei, ist eine solche Entscheidung sicherlich korrekt. Die Frage ist, was passiert stattdessen? Dabei geht es nicht nur darum was man kommunizieren kann, sondern was man kommunizieren muss.

Die Kommunikation über Messaging Apps rückt ebenfalls wieder (oder noch) stärker in den Vordergrund. Speziell für Marken und Unternehmen die gerade jetzt eine Vielzahl von Fragen erhalten und auf aktuelle Geschehnisse reagieren müssen, finden in Messaging Apps einen direkten, schnellen und gleichzeitig persönlichen Kanal. Die Verunsicherung führt dazu, dass sich Kundinnen mit diversen Frage- und Problemstellungen an Unternehmen wenden. Diese Fragen müssen über soziale Netzwerke beantwortet werden, aber auch Messaging Apps sind eine hervorragende Alternative. Denn jetzt geht es nicht mehr um Push-Kommunikation über Messenger. Es geht um Service und Pull-Kommunikation.

Die Corona-Krise legt das Social Media Marketing nicht lahm. Sie wird teilweise anspruchsvoller und sie wird vor allem am Kunden ausgerichtet.

Was sind eure Erfahrungen? Habt ihr Tipps und eigene Erkenntnisse für Kollegen und in dieser Zeit auch für Wettbewerber?

An dieser Stelle auch ein paar weiterführende Links zum Thema, welche wir regelmäßig ergänzen werden:

Stresstest für Marken in Zeiten von Corona (Absatzwirtschaft)

Die Zahlen: So trifft Corona die Social-Media-Marketing-Welt (AllFacebook)

Social Media und Corona – Fluch und Segen (Felix Beilharz)

COVID-19 in Germany – The Story in the Data (Socialbakers)

Wie Unternehmen mit Social-Media-Marketing in der Corona-Krise agieren können (Jan Honsel)

“Lieber aus der Not eine Tugend machen als jetzt ins Jammertal zu fallen” (HORIZONT)

Wenn wir euch unterstützen können, dann vereinbart einen unverbindlichen Kennenlerntermin mit uns aus.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting

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