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Copious – der soziale Marktplatz

Im Kontext des Open Graph suchen derzeit startups wie Experten nach Ansätzen, bestehende Geschäftsmodelle über Facebook zu optimieren. Natürlich sind damit auch Gefahren für bestehende Anbieter verbunden. Ein ebay wird dabei nicht von heute auf morgen verschwinden, aber der Ansatz von Copius ist spannend:

Auf einem Marktplatz wie ebay verkaufen einander unbekannte Menschen Güter. Das ebay Bewertungssystem sorgt für Vertrauen und Ordnung. Die Währung sind gute Bewertungen aufgrund abgewickelter Transaktionen. Reale Freundesbeziehungen werden von ebay naturgemäß nicht berücksichtigt, es gibt ja auch keine „ebay Freunde“. Copius Gründer Jonathan Ehrlich sieht bei ebay eine Benachteiligung der „kleineren“ Verkäufer mit wenigen Bewertungen, zumal ebay sich auf die Powerseller fokussiere. An dieser Stelle will Copious ansetzen (angreifen) und einen Marktplatz schaffen, der die realen sozialen Netzwerke der Verkäufer und Käufer abbildet. Dies beginnt mit dem login über facebook, d.h. ein login als anonymer Verkäufer ist ausgeschlossen.

Den Fokus legt Copious aber bei der Reputation. Die soll aus den sozialen Verbindungen kommen. Viele Follower sprächen schließlich für eine hohe Reputation, so die Macher. Weitere Daten will Copius aus dem open graph ziehen: Produkte die den Likes der Nutzer entsprechen, werden durch Filter hervorgehoben. Einen ähnlichen Ansatz versuchen etsy und Smatch. Und Bewertungen von Freunden werden ebenso hervorgehoben.

Die Verwendung der sozialen Filter erscheint dort erfolgversprechend, wo persönliche Empfehlungen von Freunden Relevanz haben, wie z.B. bei Büchern, Musik oder Kunst. In anderen Bereichen wird es dem Nutzer egal sein, ob sein Freund ebenfalls ein gebrauchtes Kinderbett gekauft hat. Oder auch nicht, denn im wahren Leben fragen wie ja auch, in welchem Bett die Kinder der Freunde schlafen.

Copius ist seit gestern live in einer ersten beta Phase. Mehr im copious blog und auf Forbes.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, das klingt nach einer spannenden Sache. Ähnlich interessant finde ich auch den Ansatz von vestiairedecopines.com aus Frankreich. Ähnlich wird bei eBay gebrauchte Ware verkauft, allerdings wird diese vom Team überprüft. Man läuft also nicht Gefahr, dass die Ware dann doch nicht so aussieht wie auf den Fotos (und wem ist das denn nicht schon passiert?) oder der Verkäufer mit dem Geld verschwindet. Die Community spielt dort ebenfalls eine zentrale Rolle. Bei all den neuen Marktplätzen (z.B- auch DaWanda, Etsy und Co.) muss sich eBay meiner Meinung nach in Zukunft richtig anstrengen.

  2. Wenn Beziehungen oder Reputation an einem quantitativen Index gemessen werden, wie an der Followeranzahl oder der Summe der Bewertungen eines Powersellers, ist das Ergebnis nicht dasselbe?

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