European Communication Monitor: berufliche Kommunikation über soziale Netzwerke noch nicht ausgereift

European Communication Monitor: berufliche Kommunikation über soziale Netzwerke noch nicht ausgereift

Wir sprechen von Social Media, Digital Marketing und Mobile First, doch wie digital ist unsere Kommunikation überhaupt? Sie ist digital, aber das war sie auch schon vor fünf Jahren. Social Media wird von Kommunikationsmanagern gepredigt, aber nicht in diesem Umfang selber praktiziert.

Der European Communication Monitor  zeigt auf, dass die E-Mail nach wie vor das am häufigsten genutzte Kommunikationsformat ist.  Soziale Netzwerke folgen mit einem recht deutlichen Abstand, knapp vor persönlichen Gesprächen. Kaum jemand scheint noch zu telefonieren.

European Communication Monitor - Bevorzugte Kanäle für Kommunikationsmanager

Für die private Kommunikation haben soziale Netzwerke und Messenger die E-Mail überholt. Bei der beruflichen/professionellen Kommunikation ist das nicht der Fall und es wird auch noch einige Zeit vergehen, bis sich die „Machtverhältnisse“ verschieben. Ein Grund hierfür ist die Vernetzung in sozialen Netzwerken, aber auch die Aufmerksamkeit die wir einzelnen Netzwerken schenken.

Wenn ich euch richtig einschätze, dann habt ihr voraussichtlich einen Browser mit Facebook geöffnet, vielleicht noch einen Twitter-Client und Google+. Euer Mail-Programm ist natürlich auch offen. LinkedIn und Xing sind berufliche Netzwerke, aber nutzt ihr die Nachrichtenfunktionen für eure berufliche Kommunikation? Bei LinkedIn schaue ich täglich rein. Bei Xing kann es schon ein paar Tage dauern, bis ich eine Nachricht überhaupt registriere. Wenn wir soziale Netzwerke auch für die berufliche Kommunikation einsetzen möchten, dann müssen wir uns in den Netzwerken vernetzen, in denen wir regelmäßig aktiv sind.

In der Untersuchung zeichnet sich aber auch klar ab, dass je älter die Befragten waren, umso höher war der Einsatz von E-Mails und so niedriger der Einsatz von sozialen Netzwerken. Eine Entwicklung die sich weiter fortsetzen wird und durch den Einsatz von internen Chat-Systemen noch weiter intensiviert werden wird.

Das Hauptproblem bei der Kommunikation über soziale Netzwerke ist das Vertrauen. Ein persönliches Gespräch wird als produktiver, vertrauenswürdiger und professioneller eingestuft, als die Kommunikation über soziale Netzwerke gleiches gilt für Telefonate. Geht es um die Effizient, dann schlagen soziale Netzwerke persönliche Gespräche. Ich sehe es ähnlich. Die Kommunikation über soziale Netzwerke (intern und extern) ist schneller und dementsprechend werden Antworten auch schneller versendet. Das funktioniert sicher nicht in allen Fällen, aber definitiv effizienter als per E-Mail.

European Communication Monitor - Effizienz von Kanälen für Kommunikationsmanager

Ich weiß nicht wie es euch geht, obwohl Xing und LinkedIn Business Netzwerke sind, fällt mir die „Business“ Kommunikation über Facebook, Twitter und Google+ wesentlich leichter. In diesem Bereich müssen Xing und LinkedIn nachlegen und Nutzern klassische E-Mail Features anbieten und diese durch Funktionen aus sozialen Netzwerken ergänzen. Business Netzwerke werden für die berufliche Kommunikation und Präsentation genutzt, bieten von ihren Funktionen aber weniger Möglichkeiten als beispielsweise Facebook. Aus diesem Grund ist Facebook für mich auch das beste Business Netzwerk. Viele sehen das nicht so, da sie private und berufliche Kommunikation trennen möchten. Einerseits ist dies über Privatsphäreeinstellungen leicht möglich und andererseits verschmelzen private und berufliche Inhalte immer stärker miteinander. Wie bei der E-Mail Nutzung zeigt sich auch bei Facebook, je jünger die Befragten waren, um so häufiger wird auch Facebook für die berufliche Kommunikation eingesetzt.

Und genau so sieht auch der Trend aus. Soziale Netzwerke werden für die berufliche Kommunikation immer wichtiger werden. Print und TV schneiden im European Communicator nicht gut ab, zumindest was die Zukunft betrifft. Die Kontaktpflege und Ansprache für Print und TV soll in den kommenden drei Jahren deutlich zurückgehen.

Was für viele von uns selbstverständlich ist, gilt noch nicht für die Allgemeinheit. Bezogen auf das Kommunikationsverhalten, ist Social Media immer noch ein Trend. Ein Trend der sich etabliert hat und in den kommenden Jahren bestehende Kanäle ablösen wird.

Der European Communication Monitor liefert noch viele weitere Informationen. Hier alle Slides.

via Svea Rassmus
Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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