Facebook ist bei Teenagern immer noch die Nr.1. Twitter und Instagram holen auf. - Futurebiz.de

Facebook ist bei Teenagern immer noch die Nr.1. Twitter und Instagram holen auf.

Ein Thema das seit Monaten (wenn nicht Jahren) immer mal wieder auftaucht, ist das Interesse von Teenagern an Facebook. Zahlenmaterial von Socialbakers hat erneut für Diskussionen gesorgt, woraufhin einige bereits das Ende von Facebook prognostizierten. Der Anteil der monatlich aktiven Nutzer bei Teenagern und der Altersgruppe 25 – 34 Jahre ist gesunken. Gleichzeitig ist er in der älteren Zielgruppe angewachsen ist. Unterm Strich kam in Deutschland ein Nutzerrückgang von ca. 300.000 Nutzern heraus.

Piper Jaffray hat jetzt eine aktuelle Studie veröffentlicht, die sich auch mit der Social Media Nutzung von Teenagern befasst. Die Fragestellung lautete: Welches soziale Netzwerk ist das wichtigste für Teenager? 33 % nannten Facebook, welches den Spitzenplatz bedeutet. Auf den Plätzen folgen Twitter (30 %) und Instagram (17 %). Google+ ist lediglich für 5 % der Befragten die persönliche Nummer 1.

Social Media Nutzung Teenager - 2013

Im Herbst 2012 lag Facebook noch bei 42 %. Wenn wir uns die Veränderungen bei den anderen Netzwerken ansehen, verteilt sich der Verlust von Facebook (9 %) auf Twitter, Instagram und Tumblr. Facebook verliert also auch in dieser Studie Anteile bei den Teenagern. Diesen Trend gibt es aber schon seit dem ersten Quartal 2012. Die Studie muss auch hinterfragt werden. Das „wichtigste“ Netzwerk kann auch so interpretiert werden, dass für Teenager Instagram immer wichtiger wird, Facebook aber nach wie vor am häufigsten verwendet wird. Die mobile Verweildauer auf Facebook steigt. 23 % der Verweildauer geht an Facebook. Vor einem Jahr waren es noch  11,4 %.

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Kein anderer Dienst kann hier mithalten. Hinzu kommt, dass Tablets bei der mobilen Verweildauer nicht mit erfasst worden sind.

Die Übernahme von Instagram war wohl die beste Entscheidung, die Mark Zuckerberg getroffen hat. Die Privatsphärethematik ist schon lange vergessen und Teenager lieben Instagram. Es wird interessant zu beobachten sein, wie Facebook zukünftig versuchen wird Instagram in die eigene Plattform zu integrieren, oder ob das Foto-Netzwerk weiterhin frei und ohne unmittelbare Anbindung zu Facebook bestehen wird. Instagram kombiniert die mobile Nutzung und visuelle Inhalte in Perfektion. Pinterest ist hierfür zu unpersönlich und wird aus einer vollkommen anderen Motivation heraus verwendet.

Mobile Apps wie WhasApp wurden von Piper Jeffrey nicht erfasst. Es handelt sich hier nicht um „klassische soziale Netzwerke“, dennoch verfolgen Facebook und Co. genau, wie sich diese Apps entwickeln und welche Funktionen und Prinzipien bei den Nutzern besonders gut ankommen. Deswegen wird Facebook sich auch weiter auf seinen eigenen mobilen Messenger Dienst konzentrieren. SMS werden bereits unterstützt und auch Telefonanrufe sind über den Messenger möglich. Das einzige Problem für Facebook sehe ich darin, dass alle Nachrichten in dem gleichen Postfach auflaufen. Natürlich hat das auch Vorteile und Gespräche können auf mehreren Geräten fortgeführt werden, es gibt aber auch bestimmte Nachrichten, die Nutzer vielleicht nicht in ihrem Postfach haben möchten. Snapchat geht hier noch einen anderen Weg als WhatsApp. Sobald Freunde die Nachricht gesehen haben, verschwindet der sogenannte „Snap“. Die Philosophy von Snapchat trifft ein bestimmtes Nutzerbedürfnis perfekt und deswegen ist die mobile App so erfolgreich.

Wenn es diese Feature auch im Facebook Messenger geben würde, oder besser eine Option mit der Nachrichten beispielsweise in einen Ordner „mobile Chats“ verschoben werden könnten, würde dies den Messenger nochmals aufwerten.

Facebook ist noch ein junges Unternehmen, doch der Markt entwickelt sich rasend schnell und Facebook muss sich heute mit neuen Netzwerken und vor allem mobilen Anwendungen auseinandersetzen, die es vor kurzem noch nicht einmal gab. Vor zwei Jahren haben wir nur von Facebook und Twitter gesprochen und Tumblr wurde selbst in den USA noch nicht so häufig thematisiert. Jetzt gibt es Instagram, Vine, WhatsApp, Snapchat, Pinterest, Google+ und noch viele mehr, die alle um die Zeit und Aufmerksamkeit von Nutzern kämpfen.

Facebook agiert meiner Auffassung nach richtig und versucht die Bereiche zu verbessern, die zukünftig den Kern eines sozialen Netzwerkes bestimmen werden. Die Präsentation von visuellen Inhalten, eine stärkere Fokussierung auf mobile Nachrichten und die Integration von mobilen Apps. Also genau das, wofür Facebook Home steht. Ob Home die Zukunft von Facebook mitbestimmen wird, bleibt abzuwarten. Mit den mobilen Apps, dem Messenger und Facebook Home ist Facebook besser aufgestellt als seine Wettbewerber. Am ehesten sehe ich hier noch Google+, welches zumindest vom Funktionsumfang und der mobilen Präsenz eine ähnliche Rolle spielen kann. Es gibt aber einen entscheidenden Nachteil für Google+ und das ist der große Rückstand bei den aktiven Nutzern.

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Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

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