Facebook Messenger Bots: Fluch oder Segen? Abwarten. - Futurebiz.de

Facebook Messenger Bots: Fluch oder Segen? Abwarten.

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Facebook kann sich auf seine Entwickler-Community verlassen. Stan Chudnovsky hat auf der TechCrunch Disrupt von über 10.000 Facebook Entwicklern gesprochen, die entweder bereits einen Facebook Messenger Bot veröffentlicht haben, oder gerade in der Entwicklungsphase stecken. Entwickler brennen drauf einen Chat Bot zu veröffentlichen und freuen sich über die neuen Möglichkeiten der Messenger API.

Bei Messenger Bots besteht aber auch die Gefahr, dass sie zu viele Nachrichten verschicken und die Facebook Inbox verstopfen. Eine ähnliche Situation gab es auch bei der Einführung der Open Graph Stories. Zu viele Meldungen, zum Beispiel von Social Reader Apps, haben bei Nutzern für Unmut gesorgt. Natürlich ist es ein Unterschied, ob Inhalte auf meiner Facebook Chronik veröffentlicht werden. Dennoch gibt es immer wieder Apps und jetzt Bots, welche die Empfehlungen von Facebook missachten und Technologien nicht so einsetzen, wie es für die Nutzer am besten ist.

Über 6 Mio. Nachrichten für den Call of Duty Facebook Messenger Bot

Wie erfolgreich Messenger Bots sein können, zeigt der Call of Duty Bot. Seit der Einführung wurden über 6 Mio. Nachrichten über den Messenger verschickt. Ihr findet den Bot, wenn ihr Messenger nach COD Bot sucht. Wer auf der Suche nach weiteren Chats Bots ist, der sollte sich einmal die Seite Botlist ansehen. Hier findet ihr Messenger Bots, aber auch andere Plattformen wie Telegram und Slack sind mit dabei.

Facebook Messenger Bots - Chat Bot Botlist

Die Stärke von Chat Bots sind die Push Notifications. Die Notifications gehen nicht unter, beziehungsweise werden in den App Einstellungen deaktiviert. Man will ja keine Nachrichten von Freunden verpassen. Wenn man dann aber jeden Tag mehrere Benachrichtigungen vom CNN Bot bekommt und nur in Ausnahmen interessante Artikel dabei sind, wird es dem Bot wie einer nervigen App gehen. Menschen setzen den Chat auf „Mute“, oder entfernen den Bot komplett. Das Problem betrifft nicht nur Facebook, sondern alle Chat Bots. 10.000 Entwickler beschäftigen sich mit der Messenger Plattform, wir befinden uns aber noch klar in der Testphase. Was funktioniert? Welche Nachrichten erzielen die meisten Reaktionen? Wie viele Inhalte kann ich den Nutzern zumuten? Wie kann ich Nutzer wieder aktivieren, wenn sie meinen Bot nicht aktiv nutzen?

Wir müssen Facebook Messenger Bots testen um zu lernen

Wir befinden uns in einer Testphase, die aber mitentscheidend ist. Ein Chat Bot muss Menschen von Anfang an überzeugen und einen Mehrwert bieten. Des Weiteren muss er das Umfeld berücksichtigen, in dem er aktiv ist. Wir befinden uns nicht in einer nativen und eigenständigen App. Wir versenden auch keine Browser Notifications. Wir bewegen uns in einem sehr persönlichem Umfeld, welches für private Kommunikation entwickelt wurde.

Für Stan Chudnovsky geht die Reise erst los. Es ist noch viel zu früh um zu sagen, wie sich die Messenger Plattform entwickelt und welche Bots genau den Geschmack der Menschen treffen. Was man aber schon jetzt beobachten kann, ist das E-Commerce Unternehmen heiß auf den Messenger sind. 25.000 Händler setzen auf Shopify. Die Messenger Anbindung von Shopify wird von 5.000 Händlern eingesetzt. Social Shopping, Kundensupport, Beratung und Chat Bots sind für mich aus Unternehmenssicht eine vielversprechende Kombination.

Facebook Messenger Bots - Chats mit individuellem Dialog

Nachrichten Bots haben es in meinen Augen schwerer, besonders wenn es um Nischenthemen geht. Um mainstream Themen und Nachrichten zu konsumieren, benötige ich keinen Bot. Diese Aufgabe übernimmt der News Feed, Twitter und Nachrichtenapps. Das sind jetzt alles persönliche Meinungen, wer den CNN Bot aber mal verwendet hat, wird verstehen was ich meine. Auch wenn es um Fun Content geht, verlieren Chat Bots schnell ihren Reiz. Bei Chat Bots geht es um Inhalte. Es geht um Empfehlungen und Support. Kann der Bot dies nicht leisten, wird er von den Menschen auch nicht verwendet werden.

Messenger Bots werden sich deutlich verbessern. Entwickler werden lernen, wie Inhalte aufgenommen und wie mit ihnen interagiert werden. Facebook wird das nötige Feedback aber erst dann erhalten, wenn viele Messenger Bots live sind und sie das Nutzerverhalten analysieren können. Den gleichen Ansatz hat Facebook auch bei den Open Graph Stories und Social Gaming verfolgt. So wäre theoretisch vorstellbar, dass Bots irgendwann keine Nachrichten mehr automatisch verschicken können, sondern nur wenn Nutzer diese aktiv anfordern. Poncho bietet beide Optionen an. Entweder kann man sich das aktuelle Wetter zweimal täglich auf den Messenger schicken lassen, oder man fragt es manuell an. Beides hat Vor- und Nachteile. Poncho wäre es natürlich lieber, wenn die Inhalte automatisch verschickt werden. Aber wer will jeden Tag das Wetter neben Nachrichten von Freunden sehen, wenn das eigene Smartphone die Infos unmittelbar zur Verfügung stellt?

Fakt ist, dass mit steigender Anzahl von verfügbaren Messenger Bots immer individuellere Angebot zur Verfügung gestellt werden. Aktuell sind es naheliegende Ansätze, die getestet und verbessert werden. Des Weiteren wird sich auch zeigen, ob Bots in jeder Region den gleiche Erfolg haben werden. In Asien ist die Akzeptanz deutlich höher und Messenger werden nahezu selbstverständlich mit Bots und für die Kommunikation mit Unternehmen genutzt. Allerdings sind auch QR Codes in Japan erfolgreich. 🙂

Wenn ihr gerade selber an der Entwicklung eines Messenger Bots arbeitet, dann solltet ihr euch unbedingt die Do’s and Don’ts von Facebook hierzu ansehen.

Das ganze Interview mit Stan Chudnovsky findet ihr bei TechCrunch auf Twitter.

Bildquelle Flickr: Fotograf Sean Davis „Artificial Intelligence is no match for Natural Stupidity“ (CC BY-ND 2.0)

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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