Facebook, Twitter, Instagram - Wo sollen Fotos & Videos veröffentlicht werden?

Facebook, Twitter, oder Instagram – Wo sollen Fotos und Videos veröffentlicht werden?

Fotos und Bewegtbildinhalte sorgen nicht nur für die größte Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken, sie generieren auch die meisten Interaktionen. Aber wo soll ich meine Fotos und Videos veröffentlichen? Auf meiner Facebook Seite, auf meinem Twitter Account, oder doch lieber auf Instagram?

Unternehmen sind schon länger auf Facebook aktiv und sind es gewohnt Bilder dort zu veröffentlichen. Mit der Optimierung der Timeline spielt jetzt aber auch Twitter eine Rolle für Fotos und das neue Video Feature ist eine weitere Option für Bewegtbildinhalte. Instagram überzeugt aktuell durch eine hohe Nutzeraktivität und ein starkes Wachstum. Somit dürfen wir Instagram bei der Verbreitung von unseren Inhalten auch nicht außen vor lassen.

Alle drei Netzwerke unterstützen Fotos und Videos. Dennoch gibt es Unterschiede bei den Features, bei der Nutzung und bei den Zielgruppen.

Höhere Frequenz und Real-Time Marketing durch Bilder und Videos auf Twitter

Auf Grund der enormen Anzahl von täglich veröffentlichten Tweets, können auf Twitter generell mehr Inhalte veröffentlicht werden als auf Facebook. Eine hohe Frequenz wirkt auf Twitter weniger störend. Deswegen eignet sich Twitter auch hervorragend für die Berichterstattung von Events. Das ist auch schon der entscheidende Unterschied zu Facebook. Auf Twitter wird ein Event ausführlicher und mit mehreren Tweets dokumentiert. Auf Facebook hingegen werden die Highlights veröffentlicht.

Twitter unterstützt keine Foto Alben und sammelt sämtliche Fotos in einem Reiter im Twitter Profil. Die veröffentlichten Fotos Tweets könnten auf Facebook in einem Album aggregiert und geteilt werden.

Darstellung Instagram Fotos auf Twitter

Mobil habt ihr auch bei Twitter die Möglichkeit mehrere Fotos in einem Tweet zu veröffentlichen. So könnt ihr Mini-Fotoalben erstellen. Es besteht jedoch keine Möglichkeit weitere Bilder diesem Tweet zu zuordnen. Das würde aber auch nicht zu Twitter passen.

Somit spricht alles dafür, Instagram Fotos nicht zu teilen, sondern direkt auf Twitter zu veröffentlichen. Wir dürfen nicht in Kanälen denken, müssen die Kanäle aber bei der Content Distribution berücksichtigen. Das ist ein wichtiger Punkt, denn oft gehen gute Inhalte in einem Kanal unter, nur weil man sich nicht mit den Voraussetzungen und Möglichkeiten befasst hat.

Die Darstellung von Tweets auf Facebook ist übrigens wesentlich besser als umgekehrt. Dennoch bin ich kein Freund von Cross Postings von Twitter auf Facebook und noch weniger von Facebook auf Twitter.

Instagram – Fotos für junge Zielgruppen

Anders als Facebook und Twitter ist Instagram ausschließlich auf Fotos und Kurzvideos ausgerichtet. Während Fotos und Videos auf Facebook aus der Masse herausstechen, sind sie auf Instagram für Unternehmen das einzige Mittel um Aufmerksamkeit zu generieren. Das führt zu einem höheren Wettbewerb mit anderen Unternehmen und Instagram Accounts. Für Instagram sprechen die Usability und die Aktivität der Nutzer. Hinzu kommt, dass Instagram besonders bei jüngeren Zielgruppen eine wichtige Rolle spielt. So sagt Instagram CEO Kevin Systrom: „Instagram can help continue to engage generations of people that may not be on Facebook yet.“

Instagram Nutzung - Teenager bevorzugen Instagram vor Twitter und Facebook

 

Bildquelle: statista

Da Instagram über keinen Algorithmus verfügt, erhalten Fotos in der Regel mehr Interaktionen als auf Facebook und Twitter. Wenn ein Unternehmen Fotos auf Facebook und Instagram veröffentlicht, dann sehen die Facebook Fans nicht alle Bilder in ihrem News Feed. Instagram Follower sehen aber alle Fotos in ihrem Feed. Auf Instagram sollten Unternehmen auch exklusive Fotos veröffentlichen. Oder zumindest sollten nicht alle Instagram Fotos auch auf der eigenen Facebook Seite veröffentlicht werden. Es wird immer Nutzer geben, die sich sowohl mit der Facebook Seite als auch dem Instagram Account verbunden haben.

Instagram hat eine eigene Bildsprache entwickelt. Sie ist persönlicher als auf Facebook. Da Instagram eine reine mobile App ist und es keinen offiziellen Web Upload gibt (zum Glück nicht).

Wichtig ist auch der Einsatz von Markierungen. Sie funktionieren wie Links und führen Nutzer zu anderen Profilen. Wird ein Instagram Foto jetzt auch auf Facebook veröffentlicht, funktioniert die Markierung nicht. Anders sieht es bei Hashtags aus. Facebook erkennt die Hashtags und die Verlinkung funktioniert problemlos. Achtet beim Teilen von Instagram Fotos also immer darauf, ob Markierungen verwendet werden und welche Auswirkungen sie auf das Foto auf Facebook haben.

Die Anzahl von Instagram Videos ist momentan immer noch deutlich niedriger als die Anzahl von Fotos. Sie sind für Unternehmen auch wichtig, haben aber noch nicht die Effekte wie Facebook Videos.

Facebook ist bei Videos der King

Wenn auf Twitter eine große Auswahl von Fotos veröffentlicht wird, dann sind es auf Facebook die Highlights. Oder es werden die besten Fotos gesammelt und in einem Album veröffentlicht. Auf Facebook werden nur von wenigen Seiten 10 Fotos in einer Stunde veröffentlicht. Auf Twitter kommt dies wesentlich häufiger vor. Das liegt einerseits an der Präsenz von Unternehmen im News Feed, aber auch der Algorithmus spielt eine Rolle. Je mehr Interaktionen ein Foto auf Facebook erhält. desto höher ist die Reichweite im News Feed. Auf Twitter tritt dieser Effekt durch Retweets ein, wird aber kaum durch einen Algorithmus gelenkt. Auf Instagram gibt es diesen Effekt nicht. Indirekt entsteht er über Interaktionen und den „Discover“ Bereich, der auf Nutzer und angesagte Fotos verweist.

Was Facebook besser macht als Twitter und Instagram, ist die Präsentation und Verbreitung von Videos. Wer Bewegtbild für sein Unternehmen einsetzt, der kommt in 2015 nicht an Facebook vorbei. Die Frage ist wie lange Facebook Videos noch diese Aufmerksamkeit im News Feed erhalten werden, denn die Anzahl von Videos steigt deutlich an. Meiner Meinung nach befindet sich Facebook gerade an einer Grenze. Es soll das Optimum aus Facebook Videos herausgeholt werden. Steigt die Frequenz aber weiter an, könnten sich Nutzer von den Videos gestört fühlen. Ergebnis wäre das viele Nutzer die Auto-Play Funktion deaktivieren, was nicht im Sinn von Facebook ist.

 tl;dr

Twitter: Ergänzt eure Tweets mit Fotos um Interaktionen zu steigern. Nutzt Twitter um im Echtzeit von und über Veranstaltungen zu berichten. Ein höhere Frequenz ist auf Twitter weniger problematisch als auf Facebook.

Instagram: Veröffentlicht Fotos auf Instagram um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Ergänzt Fotos mit Hashtags, um die Halbwertszeit eure Fotos zu verlängern. Achtet auf eure Frequenz, da jedes Foto/Video im Instagram Feed eurer Follower angezeigt wird.

Facebook: Nutzt Facebook Fotos um die Interaktionen und den Dialog mit Menschen zu fördern. Veröffentlich Alben, um die Anzahl von News Feed Postings zu reduzieren. Wählt die besten Fotos von Twitter und Instagram aus und teilt diese auch auf Facebook. Setzt auf Facebook Videos und profitiert von der Reichweite und der prominenten Darstellung im News Feed.

Welche Strategie verfolgt ihr bei Fotos und Videos in unterschiedlichen Netzwerken?

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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